Bundesrat Stenographisches Protokoll 683. Sitzung / Seite 97

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mentenschützer (Zwischenrufe) so eine breite Palette abzudecken gehabt, dass ich vermute, du versagst als Konsumentenschützer, weil du diese Palette nicht abgedeckt hast. Aber ich werde versuchen, einige Beispiele auch in diesem Bereich aufzuzeigen, weil ich denke, dass dies sehr wichtig ist, obwohl ich in diesem Bereich fachlich nicht so kompetent bin, aber als Vater von vier Kindern bin ich über manche Entwicklungen im großstädtischen Bereich besorgt, gerade was sich in deinem Wirkungsbereich abspielt und leider immer mehr auf den ländlichen Raum überschwappt.

Ich darf Folgendes festhalten: Ich begrüße die Verbesserung der Zulassung bei den Arzneispezialitäten für Kinder und Jugendliche. Es ist sinnvoll, dass man dies betreffend die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ausgeweitet hat, gerade wenn man weiß, dass es immer stärker zu Allergien und zu nachhaltigen Krankheiten kommt.

Ich trete für eine strengere Kontrolle bei den Medikamenten für Erwachsene ein, die für Tiere eingesetzt werden. (Zwischenruf von Bundesrätin Mag. Trunk. Frau Kollegin Trunk! Bitte, hören Sie zu, das könnte auch in Kärnten ein Thema sein.

Wenn zunehmend von Medizinern Erwachsenen-Präparate für Kinder eingesetzt werden, dann habe ich größere Sorge, dass es in diesem Bereich zu Resistenzen kommt, die fälschlicherweise auf die Ernährung zurückgeführt werden könnten, als bei jener leichten Resistenz, die Herr Kollege Todt im Ernährungsbereich angesprochen hat. Lieber Herr Kollege! Verkennen Sie nicht die Realitäten! Schauen Sie, was wirklich läuft, und hören Sie auf zu bluffen! Es ist Ihre Aufgabe als Bundesrat, realistisch zu sein, nicht zu bluffen, nicht leichtfertig jemanden zu beschuldigen und nicht demagogisch zu sein! Das ist die Aufgabe von uns Bundesräten.

Lieber Herr Kollege! Zurück zum Fachthema: Wenn man weiß, was derzeit in den Fitness-Studios, besonders auch von Frauen, gerne angenommen, in den Kraftkammern, in den neuen Sportzentren an Parabolika, an aufbauenden Mitteln eingesetzt wird, dann hält das jedem Vergleich stand, den man aus dem Ernährungsbereich bringen könnte. Dann weiß man, was hier wirklich läuft und wie falsch wir an der Sache vorbeidiskutieren. Sie können diese Mittel, dieses weiße Pulver dosenweise im Supermarkt-Katalog bestellen, wobei ein Kilogramm den Nährwert von zirka 100 Kilogramm Rindfleisch hat. Und dann diskutieren wir über die Ernährung. (Bundesrates Marizzi: Was ist mit dem Tiermehl?)  Herr Kollege Marizzi! Lass dir Zeit!

Was das Tierarzneimittelkontrollgesetz betrifft, darf ich doch versuchen, einige realistische und fachliche Ansätze zu bringen. Ich gehe davon aus und halte fest: 97 Prozent ... (Zwischenruf des Bundesrates Konecny. ) Herr Kollege Konecny! Sie hätten als Journalist manchesmal die verdammte Pflicht gehabt, objektiver zu berichten. (Bundesrat Konecny: Herr Kollege! Das freut mich, dass Sie die "AZ" gelesen haben, ich hoffe, täglich!  Heiterkeit.) Ich hoffe allerdings nicht, dass Sie der Grund dafür waren, dass die "AZ" eingestellt wurde, das wäre nämlich ganz schlimm. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der Freiheitlichen.)

Ich halte fest: Dass grundsätzlich so gesprochen wird, als wäre in der Tierproduktion nur mit Medikamenten und verbotenen Stoffen gearbeitet worden, entbehrt jeglicher Grundlage. Es geht vorwiegend um die Behandlung von kranken Tieren. Ich hoffe, ich finde die Zustimmung aller Kolleginnen und Kollegen hier in diesem Saal dazu, dass kranke Tiere einer Behandlung zugeführt werden. Oder sollen wir sie in der Landwirtschaft verrecken lassen, oder sollen sie notgeschlachtet werden? Ich möchte da um Verständnis bitten. (Bundesrat Todt: Tierärzte sollen es tun und nicht Landwirte!)

Herr Kollege Todt! Ich komme zu Ihren Ausführungen betreffend Feinkotzladen. Mit Bestürzung haben das die Tierärzte draußen in der Praxis bis zu den Amtstierärzten gehört und um Verständnis gebeten. Sie haben gesagt, das sei nicht die Meinung der Tierärzte Österreichs, sondern eines einzelnen Präsidenten. Wenn Sie sich daran festklammern, dann bitte ich Sie, objektiv zu bleiben und nicht zu sagen, das seien die Tierärzte. Reden Sie mit einem Tierarzt, der in der Praxis draußen steht und nicht mit der Behandlung von Hunden, Katzen, Schildkröten und Klapperschlangen in einer Kleintierpraxis beschäftigt ist! (Beifall bei der ÖVP.  Bundesrat Winter: Hat sich der Präsident selbst gewählt?)


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