Bundesrat Stenographisches Protokoll 688. Sitzung / Seite 15

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Präsidentin Uta Barbara Pühringer: Zu einer weiteren Zusatzfrage hat sich Herr Bundesrat Dr. Robert Aspöck gemeldet.  Bitte, Herr Bundesrat.

Bundesrat Dr. Robert Aspöck (Freiheitliche, Salzburg): Herr Bundesminister! Denken Sie daran, dass man irgendwann einmal bei Lehrlingen, die keine Stelle finden, ein Zwischenjahr, quasi als weitere Berufsvorbereitung, einschieben könnte?

Präsidentin Uta Barbara Pühringer: Herr Minister, bitte.

Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Herr Bundesrat! Wir haben jetzt das System der Lehrgänge als Auffangnetz. Wir sind vom System der Stiftungen abgewichen, weil es sich als wenig effizient und teurer als das der Lehrgänge erwiesen hat. Ein weiterer Grund war, dass insbesondere größere Unternehmungen, zum Beispiel die ÖBB, verstärkt diese Stiftungen in Anspruch und damit ihre Lehrlingsausbildung gewissermaßen sozialisiert haben. Das ist das eine.

Das andere ist, dass wir die so genannte Vorlehre ein wenig reformiert haben. Wir haben den Zugang zur "Vorlehre" erleichtert. Mir scheint ein Einstieg für junge Menschen, die einen Lehrabschluss anstreben, diesen aber über den Weg einer "Vorlehre" besser schaffen, zweckmäßig zu sein.

Etwas, was für mich in den letzten Tagen in Diskussion gekommen ist, ist die Überlegung, ob man nicht gerade für behinderte junge Menschen Möglichkeiten schaffen sollte, über den Weg einer Teillehre und eines Teillehrabschlusses einen besseren Einstieg ins Berufsleben zu erreichen. Wir sind in den letzten Jahren in Österreich einen Weg durchlaufen, indem wir behinderte junge Menschen Gott sei Dank verstärkt in den Schulbetrieb integriert haben. Das läuft gut, und das war ein wichtiger Schritt.

Jetzt geht es darum, welche Schritte wir uns vorstellen können, um jungen Behinderten dann auch den tatsächlichen Eintritt ins Berufsleben zu erleichtern; allein der Hauptschulabschluss ist es ja sehr oft nicht. Da ist für mich ein Konzept einer Teillehre für junge Menschen mit Behinderungen oder entsprechenden Leistungsschwächen zumindest überlegenswert.

Ich betone aber, dass das erste Überlegungen sind. Das andere, das Auffangnetz und die "Vorlehre", sind hingegen schon sehr konkrete Maßnahmen.  Das ist etwa der Rahmen, der zurzeit für mich in Diskussion steht.

Präsidentin Uta Barbara Pühringer: Danke.  Die nächste Zusatzfrage stellt Herr Bundesrat Josef Saller.  Bitte.

Bundesrat Josef Saller (ÖVP, Salzburg): Herr Bundesminister! Welche finanziellen Mittel sind für das Jahr 2002 bereits dafür vorgesehen?

Präsidentin Uta Barbara Pühringer: Bitte, Herr Bundesminister.

Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Im Bereich der Lehrgänge sind es die von mir schon zitierten rund 15,6 Millionen , wobei der Löwenanteil aus Mitteln des Bundes, aus Mitteln des AMS bereitgestellt wird. Es ist auch so, dass die Verantwortlichkeit für diese Aufgabe mit der letzten Novelle zum JASG dem AMS übertragen wurde, und dabei soll es aus meiner Sicht auch bleiben; die können das.

Es haben aber auch die Länder und der ESF, also der Europäische Sozialfonds, Mittel beigesteuert. Das ergibt auf Basis einer Verteilung von 50: 25: 25 insgesamt etwa diese knapp 16 Millionen  Gesamtvolumen.

Präsidentin Uta Barbara Pühringer: Danke.  Wir kommen nun zur 3. Anfrage, 1248/M.

Die Fragestellerin ist Frau Bundesrätin Ilse Giesinger.  Bitte.


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