Bundesrat Stenographisches Protokoll 688. Sitzung / Seite 113

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frage. Ich kann Ihnen eine Antwort darauf weder geben noch sie Ihnen besorgen. (Beifall bei der SPÖ.)

Kollege Gaugg selbst hat ja auch eine außerordentlich originelle Formulierung für die Bredouille, in die er sich  oder andere ihn, das weiß ich nicht  gebracht hat, gefunden. Er hat eine originelle Formulierung gefunden, indem er eben meint, es handle sich nicht um eine Causa Gaugg, sondern es handle sich um eine Causa bestimmter Führungspersönlichkeiten.  Jetzt weiß ich auch wieder nicht, wen er damit meint. Aber der Herr Bundespräsident wird es ja wohl nicht gewesen sein, und Herr Dr. Gusenbauer auch nicht.

Also welche Führungspersönlichkeiten Herr Gaugg damit meint, das müssen Sie wiederum ihn fragen. Ich weiß nicht, ob der Herr Bundesminister bereit ist, dazu gewissermaßen sekundierend Auskünfte zu geben, oder ob er das kann. Ihn selbst, Kollegen Gaugg, können wir natür-lich auch nicht befragen. Aber dazu haben Sie wieder die besten Möglichkeiten.

Ich komme noch einmal zur Frage der Qualifikation zurück. Da tritt also ein angebliches Team an, unter anderen Hofrat Wetscherek, den man nicht unbedingt mögen muss, aber der zweifellos ein Fachmann der Pensionsversicherung ist, der mit großer Mehrheit von anderen Fach-leuten der Sozialversicherung im Überleitungsausschuss in diese Funktion gewählt wurde.

Was man davon zu halten hat  auch Hofrat Wetscherek können wir hier nicht befragen , wenn er meint, den Kopiloten könne er sich nicht aussuchen, ob darin vielleicht auch ein Werturteil versteckt ist, das entzieht sich naturgemäß meinem Wissen.

Aber wenn sich der neue stellvertretende Generaldirektor gleich mit einem Rundumschlag einstellt und meint, besagter Generaldirektor Wetscherek sei derzeit mit dem Zudecken gewisser Dinge überbeschäftigt  wahrscheinlich hat er den richtigen Hauseingang zugesperrt und darum hat Gaugg nicht hineingefunden (Bundesrat Kraml: Oje!)  , dieser habe zugedeckt (Beifall bei der SPÖ), dann ist das das "Vertrauensverhältnis", das ich mir zwischen einem Tandem, das ein großes Reformwerk in Angriff nehmen soll, vorstelle. (Bundesrat Dr. Nittmann: Erbärmlich! Eine traurige Vorstellung!)

Dann führt sich Herr Gaugg, offenbar um seine Sachkenntnis zu illustrieren, mit dem nächsten Rundumschlag ein, nämlich mit der Mitteilung, es habe dort, wo Herr Wetscherek bisher Generaldirektor war, acht Dienstwagen gegeben. (Bundesrat Dr. Nittmann: Das haben wir alles schon im "NEWS" gelesen! Ist das ein Rezitationsabend?) Herr Dr. Wetscherek, dem ich das mehr glaube  aber das ist ein rein persönliches Werturteil , hat sich veranlasst gefühlt, Herrn Gaugg darauf hinzuweisen, dass dieser offenbar Krankentransportwagen mit Dienstwagen verwechselte. (Heiterkeit bei der SPÖ.  Bundesrat Dr. Nittmann: Schmierentheater! Sie bleiben ein Schmierenkomödiant! Ihr Rezitationsabend aus "NEWS" ist wirklich erbärmlich!)   Okay, mag schon sein. Die Kritiken, Herr Kollege, überlassen wir den Außenstehenden und nicht den Attackierten.

Sehen Sie, das ist genau der Punkt! Hier wird jemand mit aller Gewalt in einen Posten gepresst, der für diesen Posten keine Voraussetzungen mitbringt. Er wird nach einer politischen Einigung  und ich kann die andere Seite nicht davon freisprechen, an dieser Einigung mitgewirkt zu haben  mit an Bord genommen, offenbar als Beiwagerl, so nach dem Motto: Er wird schon nicht stören, und die Arbeit macht eh Wetscherek. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Dann ist dieser Mann aus Gründen, die sich meiner Kenntnis entziehen, von seinen Parteifreunden enttäuscht und darüber verärgert, weil die Gage so niedrig ist, er ist böse, weil er den Eingang nicht findet, und beginnt einen Rundumschlag, für den er dann zwischen die Mühlsteine, die sich in der FPÖ ein paar Tage vor dem Bundesparteitag in hoher Umdrehungsgeschwindigkeit bewegen, zu kommen droht. (Bundesrat Dr. Nittmann: Diese selbstverliebte Rhetorik!)

Meine Damen und Herren! Ich habe viel gegen Kollegen Gaugg, aber auf der Ebene, dass man sich mit einem politischen Gegner auseinander setzt, dessen Meinung man nicht teilt. Man findet seinen Stil mehr oder weniger angenehm oder auch bewundernswert  in diese Versuchung bin ich bei Kollegen Gaugg nicht gekommen , aber dort, wo die ... (Bundesrätin Haunschmid:


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