Bundesrat Stenographisches Protokoll 713. Sitzung / Seite 95

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Nun wissen wir, dass die Motoren unterschiedlich agieren: Wenn man einen Benzin­motor in einer Garage laufen lässt und man nicht aufpasst, begeht man unabsichtlich Selbstmord. Ein Dieselmotor hingegen stößt auf der Straße Partikel aus und verursacht in der Garage überhaupt keine gesundheitlichen Schäden, weil man ja nicht wochen­lang in der Garage sitzen bleibt. – Das sind so Kleinigkeiten, die man hier dazu erwäh­nen kann.

Wir haben in Österreich erfreulicherweise eine große Anzahl von Biobauern, sogar in einer solchen Menge, dass die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vor wenigen Tagen darüber geschrieben hat. Darin wird festgestellt, dass die Zahl der Biobetriebe im ver­gangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent zugenommen hat und auf 19 056 gestiegen ist. Die biologisch bewirtschaftete Fläche hat sogar um 10,3 Prozent zuge­nommen und beträgt jetzt 326 000 Hektar. Das entspricht etwa einem Achtel der land­wirtschaftlich genutzten Fläche.

Das ist für die Bauern natürlich wichtig und ist etwas, über das wir auch schon gespro­chen haben: Allein 85 Millionen € – 10 Millionen € mehr als 2003! – gibt es im laufen­den Budget für die Förderung der Biobauern. Gesteuert wird dies über das österrei­chische Bio-Aktionsprogramm, das als eines der Ziele die Vergrößerung der biologisch bewirtschafteten Ackerfläche bis 2006 vorsieht. Auch die angestrebte Erhöhung des Marktvolumens von 3 Prozent um ein Drittel bis zum Jahresende ist vorzeitig gelungen: Bioprodukte erreichen schon jetzt einen Anteil von 4 Prozent.

Österreichs Bioflächen-Anteil wird in Europa nur von – wer errät es von den Bauern hier?; keiner da – Liechtenstein übertroffen. Also insofern ist Österreich ein Spitzen­reiter in der Biolandwirtschaft.

Was den Lärm anlangt, wird als Hauptverursacher der Verkehr genannt. Ich als einer, der sehr feine Ohren hat, empfinde eigentlich etwas noch als viel ärger als den Ver­kehr: Autofahrer, die mit offenen Fenstern und voll aufgedrehten Lautsprechern unter­wegs sind, sodass man gezwungen ist, dieses Umtata mitzuhören. Da müsste es eigentlich auch eine gesetzliche Regelung geben, dass man die Musikanlage im Auto auf Zimmerlautstärke, wie man so schön sagen könnte, einzustellen hat und der Fuß­gänger nicht davon gestört wird.

Erfreulicherweise wird die Qualität der Luft ständig besser, was durch all die Maßnah­men, die gesetzt werden, bedingt ist.

Ein Punkt, der mir persönlich – im wahrsten Sinne persönlich – etwas zu schaffen macht, Herr Bundesminister, ist der Naturschutz im Rahmen von „NATURA 2000“. „NATURA 2000“ umfasst in Österreich 95 Gebiete mit 14,7 Prozent der Landesfläche – meine 200 Hektar fallen komplett hinein. Das ist eigentlich, Herr Bundesminister, eine stille Enteignung, fast so wie beim Denkmalschutz. (Zwischenbemerkung von Bundes­minister Dipl.-Ing. Pröll.) – Ja, ja, ich weiß, es ist Ländersache, aber ich bringe es hier vor, denn auch da sollte man Gerechtigkeit walten lassen. Dem einen wird sein Wald oder sein Grundstück komplett im Rahmen von „NATURA 2000“ mit erklecklichen Bewirtschaftungseinschränkungen belegt, und der andere, der mit seinem Besitz das Glück hat, nicht unter „NATURA 2000“ zu fallen – das betrifft zum Glück mehr als 80 Prozent der österreichischen Landesfläche –, kann produzieren, wie es den übli­chen land- und forstwirtschaftlichen Auflagen entspricht.

Ich bitte den Herrn Bundesminister, nicht nur auf mein Einzelschicksal einzugehen – das wäre zu viel verlangt –, sondern diese gesamte Problematik, die ihm sicherlich be­kannt ist, einer Lösung zuzuführen. Vielfach löst Geld das Problem, aber Geld haben wir nicht – vielleicht gibt es eine andere Problemlösung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

 


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