BundesratStenographisches Protokoll747. Sitzung / Seite 45

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nütz, fühlen sich aber oft dann auch nicht bemüßigt, darüber zu berichten, was im Bun­desrat passiert. Ich glaube, dass gerade diese wechselnden Präsidentschaften immer ein sehr gutes Mittel sind, das vielleicht zu verbessern. Denn die heimischen Medien werden dann auch einen gewissen Heimatstolz, so denke ich, verspüren und das The­ma vielleicht etwas williger, etwas liebevoller behandeln, als es sonst der Fall ist. Ich hoffe also, dass die Steiermark hier im nächsten halben Jahr viel an guter Presse auch für den Bundesrat bringen wird.

Und dass die steirischen Anliegen im kommenden Halbjahr verstärkt hier präsentiert werden, halte ich jetzt gar nicht für nötig, denn ich denke, wir sind die Vertretung der Bundesländer, und insofern ist es ja jedem Bundesland zu jeder Zeit möglich, hier die Anliegen auch vorzubringen. Da muss man, glaube ich, nicht auf die eigene Präsident­schaft warten.

Ich freue mich also, dass ich hier bei diesem, soll ich sagen: steirischen Gastspiel, stei­rischen Freundschaftsspiel, mitspielen, mitreden darf. Wobei ich mir jetzt nicht so ganz sicher bin, ob das Wort „Freundschaftsspiel“ wirklich stimmt, denn es sind jetzt doch einige Sticheleien gefallen. Ich weiß nicht: Ist der Landtagswahlkampf schon wieder so nah? Oder noch nicht so lange her? – Wie auch immer. (Bundesrat Schennach: Der hat nie aufgehört, wahrscheinlich!) Der hat nie aufgehört? Das kann natürlich auch sein.

Der Herr Landeshauptmann hat in seiner Präsentation dieses Programmes „Regionext“ betont, wie groß die Einigkeit sei, auch über die Fraktionsgrenzen hinweg. Wenn ich jetzt Ihren Gesichtsausdruck bei meinem Vorredner richtig gedeutet habe, gibt es wohl doch noch die einen oder anderen Unterschiede in der Auffassung, was denn Ziel des Programmes ist, in welche Richtung es gehen soll. Das ist, glaube ich, ein Problem, das jede Koalition immer wieder hat. Es ist zwar in der Opposition auch oft mühsam, aber dann schaue ich mir wieder diese Sticheleien an, die man hier doch öfters zu se­hen bekommt, und denke mir: Auch in der Koalition ist es bestimmt nicht immer so leicht, wie es die Leute gerne hätten.

Dieses Programm „Regionext“ habe ich mir im Vorfeld näher angesehen, und es hat tatsächlich einige sehr interessante Ansätze. Was vor allem mir auch immer wichtig ist, ist, das regionale Denken zu entwickeln und wegzukommen vom Kirchturmdenken.

Ich glaube, das kennen wir alle aus den ländlichen Bereichen, dass dort, wo Gemein­den eben nebeneinander gelegen sind, doch immer ein gewisser Wettbewerb zwi­schen den Gemeinden beginnt und dieser sich nicht immer zum Besten für die Ge­meindebürger und ‑bürgerinnen auswirkt. Es ist dann wichtig, dass jede Gemeinde die­selbe Infrastruktur aufbaut wie die Nachbargemeinde. Die Distanzen wären oft gar nicht ausschlaggebend. Es spricht nichts dagegen, dass Gemeinden auch gemeinsam, miteinander Infrastruktur aufbauen und sie gemeinsam nutzen. Es ist nur eben oft schwierig, aus einem gewissen patriotischen Gedanken heraus, das auch umzusetzen.

Der Herr Landeshauptmann hat das Thema Landflucht sozusagen angesprochen. Und so gerne ich selbst in Städten lebe, weil es einfach meinen Interessen, meinem Le­bensstil sehr entgegenkommt, muss man einfach sagen, dass Städte, dass Ansamm­lungen von vielen Menschen mit anderen Problemen konfrontiert sind, als das in klei­neren Gemeinden der Fall ist.

Österreich hat relativ wenig urbane Gebiete. (Unruhe im Saal.) – Störe ich? – Öster­reich hat ein relativ schwach ausgeprägtes urbanes Gebiet. Das heißt einfach, der Großteil der Menschen lebt in ländlichen Gebieten. Und das konnte ich in meiner Kind­heit auch sehr gut beobachten: Meine Heimatgemeinde in Tirol wächst und gedeiht. Da wird immer gebaut, da wohnen auch junge Menschen. Viele meiner Schulfreunde woh­nen dort, leben dort, planen auch, ihr Leben dort zu verbringen.

 


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