BundesratStenographisches Protokoll749. Sitzung / Seite 72

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sagt: High Touch statt High Tech, das gilt gerade auch im Tourismus. Die Qualität des Angebotes der heimischen Tourismusbetriebe hängt nicht so sehr davon ab, wie viele Sterne ein Hotel oder ein Gasthaus hat, oder von der Anzahl der Freizeitmöglichkeiten, sondern eben von der Erfüllung subjektiver Bedürfnisse und Wünsche der Gäste.

Der Tourismus in Österreich hat nichtsdestotrotz sicher noch immer ein beträchtliches Entwicklungspotenzial. Die Frage ist allerdings, ob die derzeitigen Rahmenbedin­gun­gen, die rechtlichen Grundlagen, aber vor allem auch die Förderinstrumente aus­reichen, den Herausforderungen nicht nur im Bereich der klimatischen Veränderungen Rechnung zu tragen.

Wenn wir wollen, dass der vorhergesagte Klimawandel für Österreichs Tourismus­wirtschaft wirklich zur Chance wird, wird es notwendig sein, hier auch neue Konzepte zu entwickeln. So könnte man – ich erwähne ein Beispiel aus Salzburg – zum Beispiel das 1-€-Gästeticket für den öffentlichen Verkehr, das im Tennengau jetzt schon seit zwei Jahren besteht und das zum Modell für Klimaschutz wurde, nicht nur im Bundesland Salzburg einführen, sondern in ganz Österreich.

Allein heuer wurden durch diese Tennengauer Gästekarten für Bus und Bahn 28 000 Liter Diesel eingespart und damit 73 Tonnen Treibgas. 34 000 1-€-Tickets wurden verkauft, das sind um ein Drittel mehr als im vorigen Jahr. Das bedeutet – so die Rechnung – 430 000 eingesparte Autokilometer. Also durchaus auch ein Beitrag dazu, den klimaschädigenden Gefahren entgegenzuwirken, auch im Tourismus.

Sehr geehrte Damen und Herren! Zu Recht wird im vorliegenden Bericht auch ein Kapitel den Chancen der Jugend gewidmet – das ist ein für mich sehr wichtiges Thema –, wobei der Arbeitsmarkt und die Lehrlingsausbildungszahlen auf einen Image-Aufwärtstrend hinweisen. Die Tourismusausbildung in Österreich hat ja durchaus Weltruf.

Eine aktuelle Umfrage unter den Absolventinnen und Absolventen der drei Touris­musschulen, die wir in Salzburg haben, hat ergeben, dass rund 70 Prozent heute als Fachkräfte in der Tourismusbranche arbeiten. 12,5 Prozent dieser Absolventinnen und Absolventen sind im Topmanagement angelangt, 4,5 Prozent im mittleren Manage­ment, und rund die Hälfte arbeitet ohne Führungsverantwortung im Unternehmen. Knapp ein Drittel dieser Absolventinnen und Absolventen ist im elterlichen Betrieb beschäftigt. Mehr als die Hälfte dieser Absolventinnen und Absolventen bleiben in dem Bundesland, in dem sie ausgebildet worden sind. 10 Prozent sind international tätig.

Für die weitere Ausbildung gibt es in Salzburg auch noch den Studiengang „Innovation und Management im Tourismus“ auf der Fachhochschule.

Das, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ist sicher der Weg in die Zukunft, denn gut ausgebildetes Personal bildet die Basis für eine Tourismusentwicklung, die neue Arbeitsplätze schafft. Allerdings muss auch klar sein, dass gut ausgebildetes Personal auf einem Niveau entlohnt werden muss, das der Ausbildung entspricht, und auch die Rahmenbedingungen der Arbeitsplätze gehören oftmals noch verbessert. Das kostet natürlich Geld, Geld, das vor allem in den kleineren und mittleren Betrieben aufgrund der hohen Investitionen der letzten Jahre nur in sehr geringem Ausmaß vorhanden ist. Auch das sollte man, wenn man über Förderinstrumente der Zukunft nachdenkt, in die Überlegungen mit einbeziehen.

Der Tourismus ist gemeinsam mit dem Kunst- und Kulturbereich sozusagen das Aushängeschild Österreichs. Was die Gäste, die nur eine Zeitlang in Österreich sind, aus aller Welt hier erfahren, ist die Grundlage des Bildes, das wir im Ausland abgeben.

Ich glaube, die Zahlen sind wirklich erfreulich, aber sie sind kein Polster, auf dem man sich ausruhen kann. Der Bericht an sich ist äußerst umfassend und bildet eine wirklich


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