BundesratStenographisches Protokoll749. Sitzung / Seite 87

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Vergleich zum Jahr 2005, um 4,4 Prozent zurück, auf knapp über 48,7 Millionen Nächtigungen. Hier denke ich, dass der Anstieg an Nächtigungen seitens der deut­schen Gäste diesen Rückgang des gesamtdeutschen Gästeaufkommens nicht egalisieren konnte.

Neben Deutschland sind, wie wir wissen, vor allem die neuen EU-Länder, aber auch Russland weitere Länder, die den Wintertourismus bei uns in Österreich entsprechend beleben.

Die Statistik der Aufenthaltsdauer zeigt bereits, dass diese seit dem Jahr 1990 ebenfalls rückläufig ist. Dieser Rückgang ist vor allem auch für jene KMUs schmerzhaft, die nur Sommersaison anzubieten haben, wie hauptsächlich die Touris­musbetriebe im Burgenland, und hier speziell jene um den Neusiedler See. Vor allem bei Schlechtwetter reagiert hier der Gast prompt und verkürzt seine Aufenthaltsdauer. Ebenfalls erfreuen sich natürlich Fernreisen immer größerer Beliebtheit.

Nach einem leichten Einbruch des Tourismus im Burgenland im Jahr 2006 entwickelte sich dieser 2007 wieder sehr gut. Von Jänner bis September 2007 gibt es im Burgen­land gegenüber dem Vergleichszeitraum von Jänner bis September 2006 eine Steigerung an Nächtigungen von sage und schreibe über 5 Prozent und bei den Ankünften sogar eine Steigerung von über 9 Prozent. Das ist auf das steigende Angebot der Naturparks in unserem Land zurückzuführen, natürlich auch auf ent­sprechende Genussregionen, die seitens des Landes Burgenland sehr positiv bewor­ben werden. Ich möchte hier auf die jüngste Genussregion verweisen, die Genuss­region „Leithaberg – Kirsche“. Von diesem Gästezuwachs profitieren aber nicht nur die Leitbetriebe, sondern auch die KMUs im Nahbereich.

Der vorliegende Bericht enthält aber auch einige Seiten zur Arbeitswelt im Tourismus, die – und ich wiederhole mich – meiner Meinung nach ein bisschen zu oberflächlich ausgefallen sind. Trotz Beschäftigungszunahme um 2,7 Prozent fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Tourismus mit 2,9 Prozent geringer aus als der Rückgang der Gesamtarbeitslosigkeit von 5,3 Prozent in Österreich.

Als positiv zu bewerten ist hingegen meiner Meinung nach die Genehmigung der Lehrstellenförderung und die Erhöhung der Lehrlingsentschädigung um 2,65 Prozent, die nunmehr in allen Bundesländern gleich ist. Diese Maßnahmen, denke ich, hätten aber auch bereits früher ergriffen werden können.

Im Tourismusbericht 2006 fehlen auch kritische Auseinandersetzungen mit der Arbeits­welt im Tourismus, wie sie im vergleichbaren Bericht 2005 sehr wohl enthalten gewe­sen sind. Zum Beispiel ist die Arbeit in einem Tourismusbetrieb kaum familien­freundlich. Viele Fachkräfte wandern daher bereits frühzeitig in andere Branchen ab, unterziehen sich diversen Umschulungen oder nehmen – das wurde heute schon einige Male angesprochen – eben familienfreundlichere Jobs an.

Andererseits trug der Tourismus im Jahr 2006 mit 8,7 Prozent zur gesamtöster­reichischen Bruttowertschöpfung bei. Auch das, denke ich, ein beachtlicher Wert für die Gesamtwirtschaft.

Kongress- und Kulturtourismus erlangen ebenfalls zunehmende Bedeutung für die einheimische Tourismuswirtschaft. So wird zum Beispiel Linz 2009 Europas Kultur- und Tourismushauptstadt, wie bereits jetzt vor dem Marriott-Hotel, wenn man sich dort befindet, zu lesen ist. Die Bewerbung diesbezüglich sollte meiner Meinung nach aber besser funktionieren als beim Bundesjugendorchesterwettbewerb mit internationaler Beteiligung letzten Samstag im Brucknerhaus. Dieser Bewerb fand, inklusive Sieger­ehrung, fast zur Gänze ohne Medienbeteiligung statt. Es gab auch keine Plakat­werbung in Linz selbst. Im Magistrat wusste niemand von diesem Bewerb, über diese


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