BundesratStenographisches Protokoll756. Sitzung / Seite 53

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Diesen Grünen Bericht nehmen auch wir sehr gerne zur Kenntnis. Bei jenen Mitarbei­tern und Mitarbeiterinnen, die den Bericht in einer hervorragenden Art und Weise ge­staltet haben, sodass er ein wirklich brauchbares Nachschlagewerk ist, bedanken wir uns sehr herzlich dafür. Denn das muss eine ziemlich große Arbeit gewesen sein, wer immer hier Redaktion geübt hat. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Beifall der Bun­desrätin Kerschbaum sowie des Bundesrates Gruber.)

Wenn wir diesen Bericht aufmerksam lesen, dann fallen uns aus grüner Sicht natürlich andere Dinge als Ihnen auf. (Ruf bei der ÖVP: Dafür ist der Grüne Bericht da, dass man ihn liest!) – Ja, die Grünen haben ihn ganz aufmerksam gelesen.

Was ich spannend finde, ist, Herr Kollege Preineder: Es ist ein anderes Abbild als die Debatte hier. Vom Minister angefangen bis zu allen, die hier reden, inklusive meiner selbst, ausgenommen nur Kollegin Kerschbaum, sind es hauptsächlich Männer – aber die österreichische Landwirtschaft wird zunehmend weiblich! Das ist etwas, was wirk­lich auffällt und mich, das muss ich ehrlich sagen, sehr, sehr überrascht hat, auch von den Zahlen her, nämlich dass letztlich die Frauen zum Motor der österreichischen Landwirtschaft werden und dass es bereits zu 40 Prozent Frauen als Betriebsleiterin­nen gibt.

Dazu kommt, Herr Minister, dass eine Mehrheit – ausgenommen Niederösterreich – die Landwirtschaft im Nebenerwerb betreibt. Wer wird denn im Nebenerwerb, wo wie­derum das Hauptgeschäft der Tourismus ist, zur Arbeit drankommen? – Das Nebener­werbs-Hauptgeschäft in der Landwirtschaft, bitte, ist der Urlaub am Bauernhof, ist der Tourismus. (Bundesrat Preineder: Das ist wieder etwas anderes ...!) Das zusätzliche Einkommen, und da sind es wiederum die Frauen am Hof, die diesen Tourismus und die Gästebewirtschaftung machen.

Ich finde es auch interessant, dass zum Beispiel bei den Bäuerinnen unter 25 Jahren bereits 20 Prozent Betriebsleiterinnen sind und dass bei den Bäuerinnen zwischen 55 und 65 Jahren, also in einer Altersgruppe, in der es auf dem normalen Arbeitsmarkt ab­solut unrosig für die Frauen aussieht, schon knapp 50 Prozent der Frauen Betriebslei­terinnen sind.

Ich finde es auch sehr spannend, wenn man sich den Bericht anschaut, dass sich die partnerschaftliche Betriebsführung, wofür auf einem Bauernhof Mann und Frau als Be­triebsleiter eingetragen sind, mittlerweile auf 41 Prozent gesteigert hat. Wenn ich jetzt die 40 Prozent Frauen und die 40 Prozent partnerschaftliche Betriebsführung an­schaue, dann ergibt sich, muss ich sagen, eine Mehrheit an österreichischen bäuerli­chen Betrieben, in denen die Frauen das Sagen haben.

Etwas Interessantes zeigt sich noch, wenn man die Bäuerinnen, die diese tragende Rolle haben, dann fragt, wie sie in ihrem Handwerk die Zukunftsaussichten sehen. Da stimmt mich der Optimismus, der von den Bäuerinnen kommt, optimistisch, weil sie sehr wohl optimistisch in die Zukunft sehen. Das ist möglicherweise anders, wenn man mit den alten Bauern männlicher Natur spricht, die alle eher schon ein bisschen frus­trierter sind. Aber hier wächst mit den Bäuerinnen in Österreich ganz offensichtlich auch neuer Schwung heran.

Was zum Nachdenken Anlass gibt, Herr Bundesminister, ist – Kollege Preineder ist ja der glückliche Inhaber eines biologisch-dynamisch wirtschaftenden Hofes –, dass 2006 erstmals die Zahl der Betriebe in der Biolandwirtschaft zurückgegangen ist und dass wir unter 20 000, also auf 13 Prozent gefallen sind. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das alles steht hier, Sie können es nachlesen, falls Sie die Zahlen anzweifeln. Ich habe


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