BundesratStenographisches Protokoll769. Sitzung / Seite 64

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Ich war vor Kurzem zum ersten Mal in Laibach, ich habe geglaubt, ich bin in einem ös­terreichischen Klein-Graz. Ich sagte bewusst „KIein-Graz“, weil es nicht sehr viel gibt, aber der Kern ist so habsburgisch, dass man nur staunen kann.

Eine weitere Aufgabe des Programms ist, dass die Medienkompetenz gesteigert wer­den soll. Und da ist eine intensive Zusammenarbeit einerseits zwischen den einzelnen Ebenen in Europa – der kommunalen Ebene, der regionalen Ebene und mit Brüssel – vorgesehen, also, wenn man so will, eine vertikale Bündelung der Kräfte, aber auch eine Zusammenarbeit mit dem Europarat, denn auch dieser bemüht sich mit seiner Preisgestaltung und so weiter – mit Preisgestaltung meine ich die Ausschreibungen für bestimmte Projekte, die dann prämiert werden –, dass die Zusammenarbeit intensiviert wird.

Was von Ihnen, Frau Kollegin Mühlwerth, bezüglich EU immer wieder behauptet wird – Stichwort: Einheitsbrei –, kann ich da nicht herauslesen. Es ist wirklich eines der Ziele, den Regionen in Europa ein kulturelles Eigenleben zu lassen und keine Amerikanisie­rung der Kultur durchzuführen.

Ich darf noch erwähnen, dass auch verschiedene Maßnahmen für die Künstlerinnen und Künstler geplant sind, nämlich: die Mobilität dieser Leute zu fördern – das kann man mit Stipendien oder mit Aufträgen für bestimmte Werke erreichen –, die Förderung des Zugangs zur Kultur durch Förderung von kulturellem Erbe, Vielsprachigkeit, Digi­talisierung, Kulturtourismus, weiters die Mobilität von Kunstsammlungen.

Ich war neulich in Berlin und hatte die Möglichkeit, dort die Ausstellung zu besuchen „Le Maître de Flémalle“, um es auf Französisch zu sagen – ich hoffe, Sie entschuldigen das – „und Rogier de la Pasture“. Diese Ausstellung war wirklich gut besucht und bes­tens dargestellt, und man hat gesehen, wie viele europäische Museen ihre Schätze zu­sammengetragen haben, um diese beiden Meister in der Ausstellung darzustellen.

Aber auch in Österreich im Kunsthistorischen Museum und in der Albertina sehen Sie, dass nicht nur aus Europa, sondern auch aus anderen Ländern phantastische Kunst­werke für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt werden. Und diese Mobilität bei den Kunstsammlungen möchte ich, ehrlich gesagt, nicht missen.

Da die Zeit schon weit fortgeschritten ist, darf ich nur noch kurz darauf eingehen, dass das „Kulturforum für Europa“, das alle zwei Jahre stattfindet, eine wirklich gelungene Einrichtung ist.

Zuletzt möchte ich, da jetzt die Frau Bundesministerin hier ist, noch ein paar Sachen erwähnen, die sich auf Österreich beziehen.

Ich würde mir wünschen, dass in Wien in der Ausstellungspolitik eine gewisse Koordi­nation stattfindet. (Bundesrat Schennach: Seit Jahren versprochen!) Man muss einmal davon ausgehen, welchen Auftrag ein bestimmtes Museum, eine bestimmte Einrich­tung hat. Dass teilweise Ausstellungen quer durch den Gemüsegarten stattfinden, soll­te sich ändern, da sollte eine Besserung eintreten.

Das Zweite ist – ich bin ein großer Anhänger des Theaters und muss feststellen, dass diesbezüglich ein klärendes und initiatives Wort von Ihnen, Frau Minister, notwendig wäre –, dass unsere Schauspielerinnen und Schauspieler wieder lernen müssen, or­dentlich zu reden. Außerdem sollten Regisseure verpflichtet werden, die zum Beispiel dafür sorgen, dass die Akteure nicht in die den Zuschauern entgegengesetzte Richtung sprechen, sondern dass die Schauspielerin, der Schauspieler, wie das früher üblich war, zum Publikum spricht. (Zwischenruf des Bundesrates Schennach.)

Einen weiteren Punkt möchte ich anführen: Früher hat man, wenn man zum Beispiel ins Burgtheater gegangen ist, gewusst, dass dort in der Regel Klassiker gespielt wer-


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite