desminister, wenn Sie schon das Eigentum auf diesen Plakaten bei den Verkehrsmitteln in Wien ansprechen – mehren können, und das ist ganz einfach die wichtigste Aufgabe in unserer Republik!
Ich kehre jetzt aus den doch etwas ins Theoretische gegangenen Abhandlungen zurück in die Niederungen des Universitäts- und vor allem auch Fachhochschulalltages. Ich komme aus Linz, und angesichts dessen, was wir dort in diesem Bereich erleben, sollte man sich das, was eigentlich die Grundlage dieses Gesetzeswerkes ist, wirklich zu Herzen nehmen, Herr Bundesminister.
Wir haben in Linz eine Fachhochschule, die sich mit Medizintechnik, mit öffentlicher Verwaltung und mit dem Sozialen beschäftigt. Das ist eigentlich – wer Schach spielt, kennt das – ein bisschen wie der Rösselsprung: Da geht es einmal vor, da geht es einmal zurück. Begonnen hat man mit einer 8-semestrigen Magisterausbildung, dann war die politische Linie auf Landesebene: Vielleicht tun es doch sechs Semester?, machen wir da einen Bachelor, und machen wir den Master dann mit einer 5-jährigen Ausbildung.
Wenn Sie mit den jungen Menschen dort sprechen, werden Sie erkennen, denen geht es ein bisschen so, wie es mir vorhin gegangen ist, als Dr. Schnider das ganze Organigramm der Universitäten vorgetragen hat: Denen ist irgendwie schwindelig.
Es hat dann auch eine ausführliche parlamentarische Anfrage gegeben zu all den Vorfällen rund um so eine Fachhochschule, denn bekanntlich braucht man da auch eine gute Führung, und was in diesem Zusammenhang dort passiert ist, war ja noch schlimmer. Da gab es ein Kommen und Gehen. Da kam zuerst einmal jemand aus dem Bankenbereich, der war interessanterweise nicht einmal habilitiert. Wenn hier heute so viel von Qualitätssicherung gesprochen wird, dann frage ich mich, wie das eigentlich möglich ist im tertiären Bereich. Der Bankmann hat dann – das war noch kurz vor dem wirklichen Höhepunkt der Finanzkrise – wieder eine günstigere Position im Bank-, Finanzwesen gefunden, hat sich wieder zurückgezogen, ist aus dem Ganzen wieder herausgegangen.
Man hat an dieser Fachhochschule eigentlich eine pädagogisch unglaublich engagierte Truppe gehabt. Und da bin ich jetzt genau am Punkt: Man hat dort viele Leute hereingeholt, die quasi schon im Berufsleben standen, und die waren natürlich etwas weiter weg von der Matura, von der allgemeinbildenden höheren Schule, und die haben dann im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich ein bisschen Probleme gehabt. Die engagierten Pädagogen dort haben sich mit der Linzer Universität kurzgeschlossen, mit Gymnasialprofessorinnen und -professoren, und man hat einen Zusatzunterricht angeboten.
Dann gab es auf einmal wieder eine neue Führung, und die hat gesagt: Das brauchen wir alles nicht, denn wer diese Standards nicht erfüllt, der wird eben nicht bestehen.
So sind schon einmal die Ersten dort weggegangen. Aber damit leider nicht genug – diese neue Führung war offensichtlich mit der Studentinnen- und Studentenklientel auch nicht so ganz zufrieden, und offensichtlich waren da noch immer zu viele Studentinnen und Studenten. Jetzt ist man draufgekommen, dass ja dieses Fachhochschulstudium mit sehr viel Praxis kombiniert ist. Die Praxis haben die natürlich irgendwie aus ihrem Beruf mitgebracht; die kamen ja alle aus dem Berufsleben, viele haben das berufsbegleitend gemacht. Jetzt hat man allen Ernstes diesen Studentinnen und Studenten auferlegt, sie müssen jetzt irgendetwas anderes machen, sie sollen sich da irgendwie karenzieren lassen. Das waren zum Teil 28-, 30-jährige Familienväter oder alleinerziehende Mütter und so weiter, und es haben weitere Studenten das Handtuch geworfen.
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