BundesratStenographisches Protokoll774. Sitzung / Seite 119

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stark erwischt: ein Plus von 61 Prozent. Ganz extrem – das wurde auch schon ange­schnitten – ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 25 Jahren. Da haben wir leider ein Plus von 42 Prozent.

Auf der anderen Seite, ganz massiv beim Arbeitsmarktpaket I beginnend, bekommen Jugendliche Qualifizierung. Da befinden sich derzeit, in Summe gesehen, knapp 9 000 Personen in Qualifizierung.

Der Stellenmarkt ist massiv eingebrochen. In der Steiermark ist die Zahl der gemel­deten offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent geringer, hauptsächlich bei den Metall- und Elektroberufen sowie bei den Hilfsberufen.

Derzeit befinden sich 60 Betriebe mit knapp 15 000 MitarbeiterInnen in Kurzarbeit. 90 Millionen € werden in der Steiermark dafür aufgewendet. 300 Betriebe, Kollege Dönmez, sind österreichweit in Kurzarbeit. 62 Betriebe verbinden dies mit dem Modell Kurzarbeit plus Qualifizierung. Ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass die Kurzarbeit dazu genutzt wird, um entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen.

Gut 1 Milliarde € wird für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen aufgewendet, in der Steiermark knapp 140 Millionen €. Mit der Erweiterung des arbeitsmarktpolitischen Maß­nahmenspektrums wird ein weiterer Schritt zur Krisenbekämpfung gesetzt. Kollege Mayer hat schon die befristete Erhöhung der Kurzarbeitsbeihilfe in Verbindung mit der Verlängerung auf 24 Monate erwähnt. Und was auch ganz wichtig ist, ist, dass ab dem siebenten Monat die Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung über das AMS gefördert werden.

Ich habe im letzten Jahr sehr viele Verhandlungen zur Kurzarbeit gemeinsam mit den Sozialpartnern geführt. Die Geschäftsführung, die Sozialpartner und ich als AMS-Vertreter waren sehr konstruktiv. Alle Seiten waren bemüht, keine Freistellungen zu erreichen, sondern Kurzarbeit zu vereinbaren oder zu verlängern, was positiv ist.

Bildungskarenz ist auch ganz wichtig. Dieses Modell nehmen derzeit in der Steiermark 1 200 Personen in Anspruch. Da gibt es auch einen leichteren Zugang. Man braucht nur mehr ein halbes Jahr im Betrieb beschäftigt zu sein und nicht mehr ein Jahr. Man muss auch nicht mindestens drei Monate, sondern maximal zwei Monate Maßnahmen besuchen.

Ganz wichtig – und das ist uns ein besonderes Anliegen, nicht nur in der Steiermark, sondern österreichweit – ist die Errichtung einer Jugendstiftung. In der Steiermark wie auch in Österreich ist ja die Jugendarbeitslosigkeit ziemlich explodiert. Wir haben in der Steiermark Steigerungsraten von 42 Prozent, im Bezirk Judenburg von über 100 Pro­zent. Von den 120 Millionen € an Mitteln für aktive Arbeitsmarktpolitik wenden wir in der Steiermark primär für diese Zielgruppe 40 Millionen € auf. Ganz wichtig ist auch, dass durch diese Stiftung den Jugendlichen entsprechende Maßnahmen angeboten werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Lehrstellensuchenden. Da starten wir ab 4. August mit einem Mix an Maßnahmen, Sommerwerkstätte, und, und. Wir glauben, insbeson­dere die jugendlichen Lehrstellensuchenden mit diesem zusätzlichen Geld und mit Maßnahmen versorgen zu können.

Wie gesagt: Die Neuregelung der Altersteilzeit ist ganz wichtig. Kollege Dönmez, das gilt auch für die Vorbereitung der Leiharbeiter-Stiftung. Es wird in kürzester Zeit umgesetzt werden, dass Leiharbeiter, die derzeit arbeitslos sind, auch in den Genuss der Stiftung und somit der Qualifizierung kommen.

In Summe gesehen ist das ein ganz gutes Maßnahmenpaket. Natürlich löst es die Probleme nicht, aber es ist ein wesentlicher Beitrag zur Krisenbekämpfung: einerseits


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