Photovoltaikanlage zu installieren. Ich werde dann also auch einer der Ersten sein, der versucht, diese Förderung zu nutzen.
Es gibt jedoch immer auch dieses betriebswirtschaftliche Argument, das ja richtig ist. Die Photovoltaik rechnet sich nicht beziehungsweise rechnet sich nur dort, wo es sinnvollerweise autonomen Betrieb gibt wie zum Beispiel bei Schutzhütten, Almhütten oder sonstigen Einsatzorten, wo kein Versorgungsnetz vorhanden ist. Wo die Anschlusskosten ins Gewicht fallen, da rechnet sich Photovoltaik also ohnedies. Wenn jedoch ein Versorgungsnetz zur Verfügung steht, dann wird immer dieses betriebswirtschaftliche Argument vorgebracht und auf den Kilowattstundenpreis verwiesen. Da gibt es also immer den Aspekt des wirtschaftlichen Erfolges zu beachten.
Weshalb bin ich trotzdem so dankbar? – Da das für Kleinanlagen genutzt werden kann, weil es sich in erster Linie oder fast ausschließlich auf den privaten Haushalt bezieht, gibt es für mich jedoch auch noch eine hauswirtschaftliche Komponente. (Bundesrätin Kerschbaum: Ja, warum geht es da immer nur um Einfamilienhäuser und nicht auch um Sozialwohnungen?) Unter hauswirtschaftlicher Komponente, Kollegin Kerschbaum, verstehe ich, dass ich auch keine betriebswirtschaftliche Begründung finden werde, wenn ich mir eine neue Küche oder ein neues Wohnzimmer kaufe. (Bundesrätin Kerschbaum: Und für Sozialwohnungen gilt das nicht?) Das muss ich also schon dazusagen, aber vielleicht sind Sie, Kollegin Kerschbaum, in der Hauswirtschaft noch nicht ganz so versiert, das gestehe ich Ihnen zu. (Beifall des Bundesrates Gruber.)
Deshalb glaube ich auch an eine Breitenwirkung der Photovoltaik. Mein innerster Traum ist überhaupt der, dass ich einmal ein marktfähiges Elektroauto bekomme, bei jeder Radnabe ein Motor, ABS und ASR, natürlich elektronisch gesteuert und mit Batterie betrieben. Die Batterie wird mit Solarenergie geladen. Die Tankstelle der Zukunft: Ich komme zur Tankstelle, hole mir eine andere Batterieeinschubeinheit und die alte wird wieder mit Photovoltaik aufgeladen. Mit solchen Produkten könnten wir Breitenwirkung auch in privaten Haushalten erzielen.
Der Grund, weshalb diese Novelle notwendig wurde, ist die sogenannte Industriedeckelung. Lassen Sie mich noch ein Beispiel anführen aus dem Betrieb, in dem ich ursprünglich als Techniker gearbeitet habe. Der Betrieb erzeugt Graphitelektroden. Zur Erzeugung dieser Graphitelektroden ist im dritten Produktionsschritt besonders viel elektrische Energie notwendig. Da wird nämlich bei einer Temperatur von 2 900 bis 3 200 Grad, also etwa Lichtbogentemperatur, das Molekulargefüge der Kohleelektroden in ein Graphitgefüge umgewandelt. Das hat einen enorm hohen Strombedarf zur Folge, weil ein solcher Ofen einen Anschlusswert von 5 Megawatt hat.
Es wäre nicht einzusehen, wenn die Aufschlagszahlungen nicht gedeckelt würden. Das dient der Standortsicherung. Deshalb, Kollegin Kerschbaum, habe ich vorhin vom ökosozialen Fortschritt gesprochen, weil es sich dabei auch um eine Sicherung des Standorts handelt.
Man sollte auch nicht immer versuchen, Extrempositionen einzunehmen. Sicherlich kann man auch Visionen entwickeln, aber Politik in der Praxis war für mich immer die Kunst des Machbaren. Und ich denke, dieses Gesetz ist auch ein Teil dieser Kunst des Machbaren.
Da ich jetzt gerade von Politik spreche: Frau Präsidentin! Mit Verlaub, das ist mein letzter Auftritt hier im Parlament nach 35 Jahren Kommunalpolitik, sieben Jahren Landespolitik und drei Jahren Bundespolitik, mit wechselndem Erfolg, das muss ich auch dazusagen (allgemeine Heiterkeit), aber doch sehr intensiv, denn ich gehe in den beruflichen und jetzt auch politischen Ruhestand. Ich habe das alles sehr intensiv und live erlebt. Das Spannendste war die Kommunalpolitik, weil man da unmittelbar am Ge-
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