BundesratStenographisches Protokoll777. Sitzung / Seite 29

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gegen den Minister gewonnen hat oder umgekehrt, sondern es geht darum, dass wir effizient gegen Doping vorgehen sollen.

Die Frage, die Sie gestellt haben, ist eine ganz effiziente für den österreichischen Sport. Wir haben ungefähr 110 Millionen € an Budget. Dieses Geld geht in relativ star­ker Höhe direkt vom Steuerzahler über den Minister, übers Sportministerium in die Dach­verbände hinein – oder in dem Fall in die BSO –, die das dann verteilen.

Wir haben es geschafft, mit dem § 11a erstmals in der Geschichte der österreichischen Sportförderung dafür zu sorgen, dass es auch eine Steuerungs- und Lenkungsmasse gibt. Das heißt, dass auch das Sportministerium mit 8 Millionen oder 9 Millionen € dafür sorgen können, in dem einen oder anderen Bereich tätig zu werden, wenn wir es für wichtig halten. Es geht dabei nicht um mich – ob ich das Geld verteilen kann oder nicht –, sondern es geht darum, ob man auch eine Lenkungsmasse hat. Das halte ich für gut und richtig. Die Rückmeldungen vor allem der Fachverbände zeigen mir, dass sie schon lange auf dieses System gewartet haben. Das ist auch ein Fünf-Parteien-Be­schluss im Parlament gewesen, das möchte ich als ganz wichtig hervorheben.

Wir haben jetzt darüber hinaus angedacht, das gesamte Sportfördersystem zu verän­dern, und wollen bis 1. Jänner 2011 dieses System neu implementieren und neu auf­stellen. Das wird eine harte Nuss werden, das weiß ich jetzt schon, weil natürlich ge­wisse Besitzstände da sind, die man sozusagen pflegen möchte. Aber es ist aus mei­ner Sicht wichtig, dass wir vom Gießkannenprinzip wegkommen, hin zu einem Prinzip, das auch sogenannte Prime-Sportarten besser fördert.

Aber ich gebe zu, ich kann das nur gemeinsam mit Ihnen, Nationalrat und Bundesrat, und mit den Fach- und Dachverbänden machen. Ich habe gesehen, dass ein Vorpre­schen in gewissen Fragen nicht immer sehr hilfreich ist, da man am Ende des Tages Ir­ritationen schafft, die nicht notwendig sind. Im Grunde ziehen hier ja, glaube ich, ohne­hin alle an einem Strang. Aber es geht trotzdem um diese neue Förderung.

Wir haben versucht, Sportler für den Sport zu integrieren. Erstmals sind Sportler auch von mir persönlich aufgefordert worden. Es ist für die meisten Sportler gar nicht so ein­fach, dieser Aufforderung nachzukommen. Das Kritisieren eines bestehenden Systems ist nämlich das eine, aber dann etwas neu auf die Beine zu stellen und selbst an einem neuen System mitzuarbeiten, ist das andere. Das ist keine Kritik an den Sportlern, aber es ist ein Lernprozess für beide Seiten.

Das machen wir jetzt, und wir haben das „Team Rot-Weiß-Rot“ aufgestellt. Das halte ich für toll! Man hat gestern bei der Gala-Nacht des Sportes gesehen, dass 200 Spit­zensportler in Österreich dazu bereit sind – egal, ob sie Männer oder Frauen, Win­tersportler oder Sommersportler sind, ob sie Randsportgruppen oder ganz populäre Sportarten vertreten –, dass man sie an einen Tisch bringt und die gemeinsame Idee vorantreibt.

Da ist also noch sehr viel Arbeit, aber ich habe das Gefühl, dass sowohl die Sportler als auch die Fach- und Dachverbände jetzt versuchen, diese Aufbruchstimmung so zu nutzen, dass man für den Sport etwas erreichen kann. Es kann ja nicht das Ziel der Sportpolitik sein, jeden Tag über Doping oder über irgendwelche Missstände im ÖOC zu reden.

 


Präsident Erwin Preiner: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Bundesrat.

 


Bundesrat Günther Kaltenbacher (SPÖ, Steiermark): Herr Bundesminister, Sie haben es teilweise schon beantwortet, es geht um die Neuausrichtung der Sportförderung. Trotzdem lautet meine Frage: Sehen Sie in diesem Bereich noch Handlungsbedarf?

 


Präsident Erwin Preiner: Herr Bundesminister, bitte.

 


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