tung Schriftführerin Blatnik) –, wie das gelaufen ist und teilweise läuft. Ich finde es viel interessanter, wenn man sich etwas erarbeiten muss, und dass es bei der Auswahl einer Frage um eine gewisse Objektivierbarkeit und Standardisierung geht.
Ich möchte ganz kurz noch einen anderen Punkt ansprechen: Ich halte es auch für wichtig, in dieser Biographie der Bildung – auch wenn es auf den ersten Blick Kleinigkeiten sind – mit Altersbegrenzungen aufzuhören, denn ich kann es nur begrüßen, wenn jemand mit 45 Jahren oder vielleicht auch mit 60 Jahren seinen Beruf wechseln will und, aus einem anderen Arbeitsumfeld kommend, in die Schule einsteigt und dann Lehrer wird. Genauso kann ich es nur begrüßen, wenn jemand, der 15 Jahre lang Lehrer war, in eine andere Arbeitswelt, etwa in die Wirtschaft, umsteigt. Ja, um Gottes Willen, tun wir das doch! (Bundesrätin Mühlwerth: Sehr gut! Ausgezeichnet!)
Wir müssen solche Paragrapherln und Gesetzerln wirklich auf die Schnelle abschaffen, weil ich denke, wir sind ja noch nicht einmal mit 70 Jahren in dem Sinn alt, und warum sollen wir da nicht auch noch etwas Klasses machen? – Hier sollten wir eine größere Offenheit an den Tag legen.
Abschließend möchte ich noch auf das BIFIE zu sprechen kommen. Für mich gehört zu einer vernünftigen Bildungslandschaft Evaluierung. Wenn ich standardisiere, dann muss ich aber auch gute Evaluierung an den Tag legen. Jetzt können wir über Preise und Geld immer diskutieren. Ich glaube dem, was mir vorgelegt wird. Ich möchte aber auch, und das wird uns ja auch zugesagt, einmal im Jahr einen Bericht haben. Uns als Mitglieder dieser Kammer und letztlich auch den Abgeordneten des Nationalrates obliegt es, zu kontrollieren, was mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger geschieht.
Ich sage zwar, es soll jetzt gearbeitet werden, aber wenn ich mir die Bereiche anschaue, die das BIFIE jetzt übernehmen muss, so glaube ich schon, dass das Geld gerechtfertigt ist. Die Vergleiche mit Bayern, die in den Beiträgen im Nationalrat zitiert worden sind, stimmen nicht ganz, weil das BIFIE nicht nur für die Entwicklung wichtig ist, für die Standardisierung, sondern letztlich, gerade was die neue Matura betrifft, auch dafür verantwortlich ist, diese Dinge nicht nur auszuwerten, sondern auch zu betreuen. Dafür muss zum Teil eine riesige Logistik aufgebaut werden. Wie viel das jetzt wirklich kostet, kann ich nicht auf den Punkt sagen, aber es ist mir klar, dass das Mehrausgaben verursacht.
Ich bin, ehrlich gesagt, dazu bereit, dafür etwas zur Verfügung zu stellen, denn es muss endlich aufhören, dass wir zwar überall irgendwelche Umfragen machen, die in irgendwelchen Schubladen verschwinden, aber keine Art Agentur haben, die einen Überblick hat und bei der auch die Fragestellungen, die gebracht werden – auch die Fragebögen –, standardisiert sind und nicht heute so und morgen anders.
Deshalb kann ich für unsere Fraktion sagen: Wir werden dem voll und ganz zustimmen. Ich freue mich letztlich auch darüber, dass wir hier auf dem Weg sind, selbständige Arbeit stärker in den Vordergrund zu stellen, glaube aber, dass wir bei anderen Bereichen – auch im tertiären Bereich – immer vorsichtiger hinschauen müssen, bei all diesen Hochschulen, die wir entwickelt haben und entwickeln, ob die wirklich immer in die Richtung einer selbständigen Arbeitsbefähigung gehen, oder ob da nicht vieles sehr, sehr verschult ist und nur auf bestimmte Nutzbarkeiten hinorientiert ist. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
14.43
Präsident Erwin Preiner: Verehrte Bundesräte! Wir haben heute schon von der Wichtigkeit von Städten und Gemeinden gesprochen. Ich möchte daher hier im Haus als Zuhörer den Herrn Vizepräsidenten des Österreichischen Gemeindebundes, Herrn Landtagsabgeordneten Bürgermeister Ernst Schmid, herzlich willkommen heißen. (Allgemeiner Beifall.)
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Bundesrat Schennach. Ich erteile es ihm.
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