gehen und irgendwas studieren, bis sie es halt dann noch einmal auf der Fachhochschule versuchen.
Seid mir nicht böse, aber das kann es doch nicht sein bei einer Einrichtung, wo der Herr Bundesminister berechtigterweise gesagt hat: Um Gottes willen, da geht es um Forschung und Lehre, und deshalb ist natürlich das mit der Pro-Kopf-Zahl auch nicht so einfach zu debattieren! Wenn uns die Forschung wichtig ist, dann müssen wir dafür auch Geld zur Verfügung stellen, und erst recht in Verbindung mit der Lehre. Und eure erste Frage an den Bundesminister ist ja, ob da wohl eine forschungsgeleitete Lehre betrieben wird. Ja, selbstverständlich, da kann man nur ja sagen! Ja, aber ...!
Schauen wir uns doch die anderen Hochschultypen an: Fachhochschule und Pädagogische Hochschule. Also, da bin ich mir nicht so sicher, ob diese Gewichtung Forschung und Lehre wirklich so funktioniert, und jetzt werde ich euch sagen, warum nicht: Weil eigentlich für eine Akkreditierung einer Hochschule wesentlich ist, dass sie unabhängig forscht und lehrt. Und ich behaupte jetzt: Wenn bei Hochschulen wie einer Pädagogischen Hochschule laut Kommentaren von mehr Wissenden als mir, von Juristen, die in ihren Fußnoten und Kommentaren schreiben, dass eigentlich das Pädagogische Hochschulgesetz dem Universitätsgesetz 1993 nachgebildet ist, also keinerlei Autonomie und Unabhängigkeit vom Ministerium und anderen Stellen gegeben ist, dann frage ich mich, ob wir nicht das auch einmal diskutieren müssen, ob nicht Hochschule bei uns gar nicht gleich Hochschule ist. Das geht also schon ein bisschen tiefer, als wir das sagen.
Und damit wundere ich mich jetzt aber schon sehr, dass wir zwar bei den anderen ohne Weiteres Zugangsbeschränkungen zu den Hochschulen in Kauf nehmen und sagen: Ja, das ist okay!
Und ich freue mich auch sehr – und da sieht man, dass es am Minoritenplatz eine einheitliche Meinung dazu gibt, bitte, nur um das auch klar zu sagen, denn ich bin überzeugt, dass Frau Minister Schmied hier auch nichts anderes gesagt hätte –, in einem interessanten Interview der „Tiroler Tageszeitung“, das mir vorliegt, Folgendes zu lesen. Da wird die Frau Bundesministerin gefragt:
„An den Pädagogischen Hochschulen, die Ihnen unterstehen, gibt es Aufnahmeprüfungen. Sollte es so etwas auch an den Unis geben?
Schmied: Ja, ich bin eindeutig für qualitative Zugangsregelungen – vor allem dort, wo die Studien stark berufsbezogen sind und wo es um Eignung geht.“
Ein wichtiges Wort spricht sie hier an, nämlich: Ich glaube, wir müssen viel stärker schauen: Wie schaffen wir Zugänge? – Wir sehen das immer negativ, im Sinne von Beschränkung. Ich glaube, wir müssen die Möglichkeit schaffen, wo jemand, was Eignung und Neigung betrifft, am besten seinen Platz hat! Und wir können es uns aufgrund unserer volkswirtschaftlichen Mittel, also schon ökonomisch, nicht leisten, dass Leute jahrelang sitzen und dann draufkommen: Das ist es nicht für mich! Und wir können es uns auch nicht leisten, dass Leute, die woanders eben nicht genommen werden, weil es dort Zugangsbeschränkungen gibt, dann halt dort studieren gehen, sondern ich glaube, wir müssen eindeutig zeigen, dass die Universität das ist, was ihr in der ersten Anfrage feststellt, nämlich eine forschungsgeleitete Lehrinstitution.
Wenn sie das ist, dann muss man aber sehr bald am Anfang klären, ob die Studierenden sich überhaupt auf diesen methodologischen Weg einlassen wollen oder nicht. Und da halte ich eine klare Diskussion für notwendig, so wie wir es jetzt auch in dem Dreierpaket, das Pröll und Hahn ausgerufen haben, sehr klar auf den Tisch legen und sagen: Bitte, wir müssen darüber nachdenken, wie das mit den Zugangsbeschränkungen ist!
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