BundesratStenographisches Protokoll778. Sitzung / Seite 55

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Ausbildung der Bildung verpflichtet bleiben wollen, der freie Zugang zu den Univer­sitäten zu ermöglichen wäre.

Bildung ist grundsätzlich, natürlich zusammen mit der berufsorientierten Ausbildung, ein für sich schon enormer Wert, dem eine zentrale Bedeutung zur Sicherung des sozialen Friedens und des allgemeinen Wohlstands zukommt. Je höher das Bildungs­niveau einer Gesellschaft ist, desto sicherer wird sie zukünftige Herausforderungen bewältigen können. Deshalb haben wir alles daranzusetzen, die Forderungen, die von anderen Fraktionen gestellt werden, aber auch die Forderungen, die wir in dieser Dringlichen Anfrage gestellt haben, ernst zu nehmen und darüber zu diskutieren und zu versuchen, das Maximale umzusetzen.

Selbstverständlich dürfen dabei die Universitäten und auch das Management der Universitäten nicht aus der Verantwortung gelassen werden, da gebe ich dem Herrn Kollegen Schnider völlig recht – die Kritik darf selbstverständlich auch an dieses Mana­gement gerichtet werden.

Universitäten sollten internationale Bildungsstätten sein. Ich bin im Grunde genom­men mit den renommierten US-Universitäten nicht immer ganz einverstanden, aber in diesem Hinblick sind die renommierten US-Universitäten ein Vorbild. Um eine solche Internationalität auch für Österreich zu erreichen, ergeht die Aufforderung an die EU, endlich fehlende Harmonisierungen in Angriff zu nehmen, denn es wird deutlich, dass die Harmonisierung der Sozial-, Steuer-, aber auch der Studiensysteme innerhalb der EU erst Stückwerk ist.

Soll Europa tatsächlich wirtschaftlich und sozial eine Einheit werden, ist auch auf dieser Ebene noch viel Arbeit zu leisten. Das zeigt im Prinzip dieser sogenannte Ansturm der deutschen Studenten auf österreichische Unis, vor dem wir uns eigentlich gar nicht fürchten sollten, aber er ist die Folge einer fehlenden Harmonisierung. Es bedarf nämlich auch institutioneller Reziprozität, was zum Beispiel im Falle des deutschen Numerus clausus oder des deutschen Bewerbungsmodus, in welchem die österreichischen Studierenden zum Beispiel überhaupt nicht berücksichtigt sind, nicht gegeben ist.

Auch wenn Sie bereits gesagt haben, dass Sie mit den deutschen Kollegen dies­bezüglich schon gesprochen haben, ich hätte Sie hiermit noch einmal gerne dazu aufgefordert, eventuell mit den Verantwortlichen zu verhandeln, dass eine Gleichbe­handlung aller Studierenden herzustellen ist.

Ich habe es ganz gern, vielleicht aus meiner Tätigkeit heraus, die Studierenden, so wie Herr Kollege Schennach das bereits angedeutet hat, als Kunden zu sehen. Und wenn die Studierenden als Kunden gesehen werden und diese Kunden ein qualitativ hochwertiges Produkt erhalten möchten, und dies in einer angemessenen Zeitdauer, dann darf man hinterfragen, weshalb diese Kunden teilweise zwei Semester verlieren müssen, nur weil der zuständige Professor keine Zeit für die Lektüre oder die Bewer­tung der Dissertation hat, weil er vielleicht gerade irgendwo im Ausland bei einer anderen Professur ist. Oder: Der Studienfortschritt wird massiv behindert, weil die notwendigen Lehrveranstaltungen und Seminare ausgebucht sind oder die Hörsäle überfüllt sind und das Raumangebot nicht vorhanden ist. Oder: Der Studierende muss sich mit Lektoren, die sich sicher sehr bemühen, zufriedengeben, weil der zuständige Dozent nicht verfügbar ist. (Präsident Preiner übernimmt wieder den Vorsitz.)

All dies bedeutet, dass wir, glaube ich, die Forderungen, die wir bereits angesprochen haben, im Detail diskutieren müssen. Und wenn die öffentliche Hand sehr viel Geld für die Verbesserung der Situation an unseren Universitäten in die Hand nimmt, dann ist zum Beispiel auch ein Auditieren, das heißt eine laufende Qualitätsüberprüfung, wie


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