BundesratStenographisches Protokoll782. Sitzung / Seite 12

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Ein wichtiges Marketing-Tool ist, Unternehmen vor den Vorhang zu bitten und den frauen- und familienfreundlichsten Betrieb in einem Wettbewerb zu ermitteln. Es gibt diesen Wettbewerb in den Bundesländern, und es gibt auch einen Bundeswettbewerb. Bei Letzterem gibt es nun einen Staatspreis, weil dieser für ein Unternehmen natürlich einen anderen Wert hat. Das Erringen eines Staatspreises ist ganz wesentlich für ein Unternehmen. Dieser Staatspreis für den familienfreundlichsten Betrieb wird heuer im Rahmen eines großen Galaabends das erste Mal verliehen werden.

Ganz wichtig ist auch – ich habe es eingangs gesagt –, die Vorteile aufzuzeigen. Wir haben mit einer externen Unternehmensberatung 100 als familienfreundlich ausge­wiesene Unternehmen befragt, die entweder Wettbewerbe gewonnen haben oder auditierte Unternehmen waren und sind. Mir war es immer wichtig, diese Vorteile auch in Zahlen zu gießen. Zweifler und kritische Unternehmen wollen nämlich immer, dass dieser Vorteil in Zahlen gegossen wird, denn das zählt in der Wirtschaft. Dabei haben wir festgestellt, dass die Vorteile gerade für die Wirtschaft sehr eklatant waren und sind.

Ein starkes Argument dabei ist zum Beispiel natürlich die Zahl der Krankenstandstage, denn wir alle wissen, dass Krankenstandstage die Unternehmen viel Geld kosten. Wir haben zum damaligen Zeitpunkt bei der Befragung der Unternehmen sehr viel Wert auf ein wirklich repräsentatives Bild gelegt. Das heißt, wir haben einen starken Fokus auch auf KMU in ländlichen Regionen, wo es einfach schwieriger ist, gelegt: Die Kran­kenstandstage bei den befragten Unternehmen betrugen durchschnittlich 4,9 Tage pro Jahr und Mitarbeiter/Mitarbeiterin.

Um Ihnen einen Vergleich zu geben: Der Durchschnitt lag zu diesem Zeitpunkt öster­reichweit bei 12 Tagen pro Jahr. – Das bringt also wirklich viel Geld beziehungsweise hilft, viel Geld zu sparen!

Eine weitere Schlüsselzahl war die Fluktuation: Gemessen an einer Vergleichszahl, die uns nach einer Studie im Bereich TRIGOS genannt wird, gibt es im Bereich der ge­nannten Unternehmen nicht einmal die Hälfte der Fluktuation. Bis 15 Prozent ist sogar wünschenswert. Tatsache ist aber, dass es viel Geld kostet, qualifizierte Mitarbeiterin­nen und Mitarbeiter zu ersetzen. In meinem früheren Unternehmen war es etwa ein Mann-Jahr an Kosten und Stunden, die mit Suchen, Rekrutierung und Einarbeitung aufgewendet werden müssen, wenn ein qualifizierter Mitarbeiter oder eine qualifizierte Mitarbeiterin das Unternehmen verlassen, bis der Nachfolger oder die Nachfolgerin dort sind, wo der Vorgänger oder die Vorgängerin beim Ausscheiden aus dem Unter­nehmen waren. – Auch in diesem Bereich spielt der ganz wesentliche Faktor eine Rolle, dass Familienfreundlichkeit Geld spart.

Ein dritter Punkt war die Frage der Rückkehrquote nach der Karenz. In den befragten Unternehmen kehrten 91 Prozent der in Karenz befindlichen Männer und Frauen – im Wesentlichen waren es natürlich Frauen – nach der Karenz wieder ins Unternehmen zurück, und es ist ganz wesentlich, die Ressourcen, die eine qualifizierte Frau oder einen qualifizierten Mann für ein Unternehmen bedeuten, später wieder im Unter­nehmen zu haben. – 71 Prozent waren es zum damaligen Zeitpunkt im Österreich­durch­schnitt. Es findet sich also auch hier ein 20-prozentiger Unterschied.

Abgesehen davon sind bei diesen Unternehmen auch steigende Loyalität und eine viel stärkere Mitarbeitermotivation festzustellen, und bekanntlich sind gerade in wirt­schaftlich schwierigen Zeiten die Motivation und die Loyalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Unternehmen ein ganz wesentlicher Aspekt, weil die Mitarbei­terinnen und Mitarbeiter die Unternehmen auch durch die Krise durchtragen müssen. Man muss zusammenrücken, und wenn die Mitarbeiter motiviert sind und das in einem menschlich sehr positiven Umfeld vor sich geht, es auch entsprechende Rahmen-


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