Durchlässigkeit des Systems, möchte ich auch anmerken, war schon vor 40 Jahren gegeben. Es war etwas schwieriger als heute, aber auch vor 40 Jahren – damals gab es in der Hauptschule noch den A- und den B-Zug – konnte man vom A-Zug in die AHS übertreten, wenn man dafür geeignet war.
Zu den Ausführungen meiner Vorrednerin Kollegin Duzdar: Ich bin ja ein Zweifler bezüglich dieses Hinauflizitierens der Akademikerquote. Nicht alle Akademiker, die durchaus gut gebildet sein sollen, sage ich jetzt einmal, finden einen Job. Das AMS nennt deutliche Zahlen, was die Akademikerarbeitslosenquote betrifft, weil natürlich auch da die Besten genommen werden und die, die nicht ganz so gut sind, auf der Strecke bleiben. (Bundesrat Mag. Klug: Aber das war als Wissensgesellschaft gemeint!) Das Thema ... – Ja! (Bundesrat Mag. Klug: Ja!) – Ja, natürlich! Die Frage ist nur, ob diese dann auch wirklich einen Job bekommen, weil die Ausbildung an der Universität ja auch nicht immer ganz gleich ist: Es gibt Bessere, es gibt weniger Gute, das wissen wir alle – so ähnlich wie bei den Schulen. Man spricht nicht gerne darüber, das weiß ich schon, aber das ist einfach eine Tatsache. (Zwischenruf der Bundesrätin Mag. Neuwirth.)
Der Grund dafür, dass wir heute über das Thema, das Herr Kollege Schnider als so einschränkend empfunden hat, Zugangsbeschränkungen – ich bleibe jetzt bei diesem Begriff – sprechen, ist, dass einige Universitäten Anträge gestellt haben, Zugangsbeschränkungen einzuführen.
Ich finde es aber sehr interessant, dass das unter anderem auch die Wirtschaftsuniversität macht, die ihrerseits in Konkurrenz zum Juridicum getreten ist, indem sie ein neues Studienangebot gemacht hat, Studenten an sich gezogen hat und jetzt offensichtlich vom eigenen Erfolg völlig überrascht und überfordert ist und sagt: Wir rudern jetzt wieder zurück; jetzt müssen natürlich Beschränkungen sein! – Also vielleicht sollte man vorher überlegen und das auch ein bisschen koordinieren, wer was wann wie wo macht. Diesbezüglich glaube ich, dass da auch einiger Bedarf ist, etwas zu tun.
Sie, Frau Minister, haben sich ja dafür ausgesprochen, über einen Verzicht des Notfallparagraphen nachzudenken, oder Sie wollten darüber nachdenken – jedenfalls haben Sie am 23. März der Presse mitgeteilt, dass Sie darüber nachdenken wollen. Jetzt ist es aber zum Beispiel bei der Architektur, die auch einen Antrag auf Beschränkung gestellt hat, ja nicht so, dass es dort den großen Ausländeranteil gibt, der auf die Uni drängt. Also frage ich mich als Allererstes schon einmal, von welchem Notfallparagraphen wir denn hier eigentlich reden. – Der ist ja nicht gegeben, denn die Zahl der ausländischen Studierenden an der Architektur hat sich nicht signifikant erhöht.
Interessant ist auch eine Aussage von Dr. Arthur Schneeberger vom Institut für Bildungsforschung, einer Einrichtung der Wirtschaftskammer. Er sagt: Wir haben „eine ausreichende Akademikerversorgung; Mangel gibt es nur in den Bereichen Technik und Naturwissenschaft.“ – Wir sind ja immer sehr dafür, Mädchen in den naturwissenschaftlichen Bereich zu bringen. Offensichtlich haben aber auch die Burschen eine gewisse Scheu vor den Naturwissenschaften, sonst könnte es dort keinen Mangel geben.
In der Medizin haben wir schon seit Längerem Beschränkungen, was mittlerweile dazu geführt hat, dass es eigene Vorbereitungskurse gibt. Das ist ja aberwitzig! Es gibt eigene Vorbereitungskurse, damit man diesen Medizinaufnahmetest schaffen kann, der überhaupt nichts aussagt! – Bei allen anderen punktuellen Tests höre ich ständig: Ein punktueller Test sagt nichts aus, sagt nichts über die Karriere aus, über die Fähigkeit, sondern das ist eine Momentaufnahme.
Da ist man sehr wohl gewillt, diese Momentaufnahme für einen ganzen Karriereweg als Basis zu nehmen. Dazu sagt zum Beispiel der Vizerektor (Zwischenruf des Bundesrates Dr. Schnider.) – Die Grazer wollen ja jetzt auch noch die Sozialkompetenz ab-
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