BundesratStenographisches Protokoll783. Sitzung / Seite 13

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Durchlässigkeit des Systems, möchte ich auch anmerken, war schon vor 40 Jahren ge­geben. Es war etwas schwieriger als heute, aber auch vor 40 Jahren – damals gab es in der Hauptschule noch den A- und den B-Zug – konnte man vom A-Zug in die AHS übertreten, wenn man dafür geeignet war.

Zu den Ausführungen meiner Vorrednerin Kollegin Duzdar: Ich bin ja ein Zweifler be­züglich dieses Hinauflizitierens der Akademikerquote. Nicht alle Akademiker, die durch­aus gut gebildet sein sollen, sage ich jetzt einmal, finden einen Job. Das AMS nennt deutliche Zahlen, was die Akademikerarbeitslosenquote betrifft, weil natürlich auch da die Besten genommen werden und die, die nicht ganz so gut sind, auf der Strecke blei­ben. (Bundesrat Mag. Klug: Aber das war als Wissensgesellschaft gemeint!) Das The­ma ... – Ja! (Bundesrat Mag. Klug: Ja!) – Ja, natürlich! Die Frage ist nur, ob diese dann auch wirklich einen Job bekommen, weil die Ausbildung an der Universität ja auch nicht immer ganz gleich ist: Es gibt Bessere, es gibt weniger Gute, das wissen wir alle – so ähnlich wie bei den Schulen. Man spricht nicht gerne darüber, das weiß ich schon, aber das ist einfach eine Tatsache. (Zwischenruf der Bundesrätin Mag. Neu­wirth.)

Der Grund dafür, dass wir heute über das Thema, das Herr Kollege Schnider als so einschränkend empfunden hat, Zugangsbeschränkungen – ich bleibe jetzt bei diesem Begriff – sprechen, ist, dass einige Universitäten Anträge gestellt haben, Zugangsbe­schränkungen einzuführen.

Ich finde es aber sehr interessant, dass das unter anderem auch die Wirtschaftsuniver­sität macht, die ihrerseits in Konkurrenz zum Juridicum getreten ist, indem sie ein neu­es Studienangebot gemacht hat, Studenten an sich gezogen hat und jetzt offensichtlich vom eigenen Erfolg völlig überrascht und überfordert ist und sagt: Wir rudern jetzt wie­der zurück; jetzt müssen natürlich Beschränkungen sein! – Also vielleicht sollte man vorher überlegen und das auch ein bisschen koordinieren, wer was wann wie wo macht. Diesbezüglich glaube ich, dass da auch einiger Bedarf ist, etwas zu tun.

Sie, Frau Minister, haben sich ja dafür ausgesprochen, über einen Verzicht des Notfall­paragraphen nachzudenken, oder Sie wollten darüber nachdenken – jedenfalls haben Sie am 23. März der Presse mitgeteilt, dass Sie darüber nachdenken wollen. Jetzt ist es aber zum Beispiel bei der Architektur, die auch einen Antrag auf Beschränkung ge­stellt hat, ja nicht so, dass es dort den großen Ausländeranteil gibt, der auf die Uni drängt. Also frage ich mich als Allererstes schon einmal, von welchem Notfallparagra­phen wir denn hier eigentlich reden. – Der ist ja nicht gegeben, denn die Zahl der aus­ländischen Studierenden an der Architektur hat sich nicht signifikant erhöht.

Interessant ist auch eine Aussage von Dr. Arthur Schneeberger vom Institut für Bildungs­forschung, einer Einrichtung der Wirtschaftskammer. Er sagt: Wir haben „eine ausrei­chende Akademikerversorgung; Mangel gibt es nur in den Bereichen Technik und Na­turwissenschaft.“ – Wir sind ja immer sehr dafür, Mädchen in den naturwissenschaftli­chen Bereich zu bringen. Offensichtlich haben aber auch die Burschen eine gewisse Scheu vor den Naturwissenschaften, sonst könnte es dort keinen Mangel geben.

In der Medizin haben wir schon seit Längerem Beschränkungen, was mittlerweile dazu geführt hat, dass es eigene Vorbereitungskurse gibt. Das ist ja aberwitzig! Es gibt eige­ne Vorbereitungskurse, damit man diesen Medizinaufnahmetest schaffen kann, der überhaupt nichts aussagt! – Bei allen anderen punktuellen Tests höre ich ständig: Ein punktueller Test sagt nichts aus, sagt nichts über die Karriere aus, über die Fähigkeit, sondern das ist eine Momentaufnahme.

Da ist man sehr wohl gewillt, diese Momentaufnahme für einen ganzen Karriereweg als Basis zu nehmen. Dazu sagt zum Beispiel der Vizerektor (Zwischenruf des Bundes­rates Dr. Schnider.) – Die Grazer wollen ja jetzt auch noch die Sozialkompetenz ab-


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