BundesratStenographisches Protokoll783. Sitzung / Seite 45

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Nur rund ein Viertel der Kosten eines Tickets sind für die Deckung der tatsächlich an­fallenden Kosten, drei Viertel der Tarifkosten müssen gestützt werden und werden aus diesen gemeinwirtschaftlichen Leistungen gefördert.

Ich halte es für richtig, dass wir es Familien mit Kindern ermöglichen, günstigere Zug­tickets zu bekommen, dass wir diese Vorteilskarten, diese Familienkarten haben. Ich finde es auch richtig, dass wir für ältere Menschen diese Vorteilskarten haben, damit diese zu einer günstigen Zugkarte kommen, die sie sich auch leisten können, und Glei­ches gilt für Menschen mit Behinderungen.

Das sind die Gruppen, für welche es Vorteilskarten gibt – Familienkarten, Seniorenkar­ten, Karten für Menschen mit Behinderungen –, die wir eben auch durch die gemein­wirtschaftlichen Leistungen finanzieren.

Wir stellen auch ein breites Netz zur Verfügung. 60 Millionen Kilometer Bahn werden für die Bevölkerung, für die Wirtschaft in Österreich zur Verfügung gestellt. Und ich möch­te vielleicht noch einmal auf den Mehrfachnutzen des Verkehrsmittels Eisenbahn und Schiene, und da unterscheide ich nicht zwischen Österreichischen Bundesbahnen und Privatbahnen, hinweisen.

Das eine ist der wirtschaftliche Faktor. Der Wirtschaftsstandort Österreich wäre in einem katastrophalen Zustand, hätten wir nicht die Eisenbahn, die leistungsfähige Mobilität nicht nur in den Ballungszentren unseres Landes, sondern auch in den Tälern und Dör­fern sicherstellt. Das heißt, es ist ein ganz entscheidender Wirtschaftsfaktor im interna­tionalen Wettbewerb, was Standortfragen eines Landes betrifft. Welche Mobilität stel­len Sie der Wirtschaft und den Menschen, die da leben, zur Verfügung?

Das Zweite ist natürlich der regionale Nutzen, dass nicht nur in Ballungszentren eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, sondern dass uns in Öster­reich auch eine Struktur für den ländlichen Raum wichtig ist und dass wir auch diesen stärken wollen – aus vielerlei Gründen, so auch deshalb, weil unser Land einen ganz beträchtlichen Anteil auch am Fremdenverkehr hat, und da spielt die entsprechende In­frastruktur natürlich eine wesentliche Rolle.

Drittens – ich habe es bereits ausgeführt – ist es für uns auch eine soziale Aufgabe, ein Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen, das sich die Menschen auch leisten können, und daher diese Tarifstützungen.

Viertens ist es überhaupt ein Gebot der Stunde. Alle reden von Klimaschutz und vom drohenden Klimawandel, von Elektromobilität. Die Elektromobilität beim Auto wurde in der Forschung noch nicht ganz umgesetzt, aber es gibt sie auf der Schiene. Das heißt, die größte elektromobile Flotte in diesem Land ist die Eisenbahn, wo Elektromobilität auch schon funktioniert.

Wir alle kennen ja die Berechnungen, was es für unsere Klimaziele, die Kyoto-Ziele, bedeuten würde und welchen CO2-Ausstoß wir in Österreich hätten, wenn es die Bahn nicht gäbe. Das heißt, neben dem Aspekt, dass die Bahn natürlich wirtschaftlicher ar­beiten und Einsparungspotentiale überprüfen muss, hat sie einen wichtigen und not­wendigen volkswirtschaftlichen Nutzen mit vielen Aspekten darüber hinaus. Ich finde es gut, dass das, unabhängig von der politischen Zugehörigkeit, grundsätzlich nicht in Frage gestellt worden ist. Das habe ich auch aus dieser Diskussion so mitgenommen.

Im Zusammenhang mit der Umweltpolitik kommt diesem wichtigen Unternehmen natür­lich nicht nur im Personenverkehr – 1,2 Millionen Menschen werden täglich befördert! –, sondern auch im Güterverkehr eine große Bedeutung zu. Deshalb fördern wir die Rol­lende Landstraße, bei der die Lkw auf den Zug hinaufgestellt werden, damit sie nicht auf der Straße sind, damit wir die Lkw-Lawinen nicht auf der Straße haben, sondern sie auf die Schiene verlagern. Und dafür gibt es Förderungen, weil uns das wichtig ist: für die Umwelt, aber auch für die Verkehrssicherheit.

 


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