BundesratStenographisches Protokoll785. Sitzung / Seite 62

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pult!), dann müssen wir einfach schauen, dass wir die Jugendlichen auch in überbe­trieblichen Lehrwerkstätten unterbringen können. Wir setzen uns auf alle Fälle dafür ein.

Es gibt ja schon verschiedenste überbetriebliche Lehrwerkstätten, auch bei uns in Niederösterreich. Im Herbst dieses Jahres wird es auch in Ternitz eine überbetriebliche Lehrwerkstätte geben. (Bundesrätin Zwazl: ... sind 17 Plätze frei von 20! Das möchte ich nur dazusagen!) Aber wir wissen, der Markt verlangt nach weiteren Ausbildungs­plätzen.

Junge Menschen auszubilden bedeutet auch in Zukunft, das zu unterstützen. Trotz der Wirtschaftskrise muss auch in die Lehrausbildung investiert werden, denn ich denke schon, der Lehrberuf – Sie haben es auch erwähnt – ist immer irgendwo so zweitrangig gegenüber akademischen Ausbildungen. Ich denke, gerade der Lehrberuf hat aber auf dem Arbeitsmarkt auch einen guten Stand, und die Wirtschaft verlangt auch nach gut ausgebildeten Fachkräften. Daher ist es auch notwendig, die Lehrberufe wieder etwas attraktiver zu machen.

Eine Möglichkeit dafür gibt es bereits, und zwar die Lehre mit Matura. Natürlich ist, glaube ich, der Informationsstand da immer noch etwas zu gering. Die Lehrlinge wissen nicht immer genau, was damit gemeint ist. Ich glaube aber, das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, damit auch die Lehre einen gewissen Stand auf dem Arbeitsmarkt hat.

Ich weiß, dass immer wieder gesetzliche Änderungen notwendig sind, um auch die Grundlagen festzusetzen und festzuschreiben, damit neue Ausbildungszweige und Berufszweige geschaffen werden können, und hier sind es gerade die Sozialpartner, die eng zusammenarbeiten, denn nur gut ausgebildete Fachkräfte werden auch in Zukunft eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

Um den Entwicklungen zur Verbesserung von Bildungsmobilität in Europa Rechnung zu tragen, soll die Möglichkeit der Anrechnung von facheinschlägigen Ausbildungs­zeiten im Ausland auf die Lehrzeit ausgeweitet werden, derzeit von 4 Monaten auf 6 Monate. Ich habe gehört, dass Kfz-Betriebe bereits Lehrlinge in die Slowakei schicken und dass auch dann von der Slowakei Lehrlinge nach Niederösterreich beziehungsweise nach Österreich kommen sollen, um auch hier die sechs Monate angerechnet zu erhalten, was natürlich im Hinblick auf das Ende der Lehrzeit große Bedeutung hat.

In der Gesetzesnovelle werden auch die Bestimmungen über die integrative Berufs­ausbildung modifiziert, was auch sehr wichtig ist. Es geht hier um eine Regelung, meine geschätzten Damen und Herren, die auch Menschen mit Behinderungen eine bessere Möglichkeit bieten wird, ihr Leben zukunftsorientiert zu gestalten.

Was heißt „integrative Berufsausbildung“? – Das bedeutet, dass benachteiligte Per­sonen ebenfalls die Chance haben, auf dem Lehrstellenmarkt unter gewissen Voraus­setzungen eine Lehrstelle zu erhalten. Zur Verbesserung der Eingliederung dieser benachteiligten Personen mit persönlichen Vermittlungshindernissen besteht die Mög­lichkeit, am Beginn oder im Laufe des Lehrverhältnisses im Lehrvertrag eine längere Lehrzeit zu vereinbaren, was auch sehr notwendig ist. Allerdings kann das um höchstens ein Jahr, in Ausnahmefällen auch um zwei Jahre verlängert werden. Im Aus­bildungsvertrag kann für Personen mit persönlichen Vermittlungshindernissen auch eine Teilqualifikation festgelegt werden, was für diese Menschen ebenfalls einen großen Fortschritt bedeutet.

Lehrlinge können unter besonderen Voraussetzungen aufgenommen werden, und zwar jene, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben beziehungsweise


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