BundesratStenographisches Protokoll785. Sitzung / Seite 68

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teuer und hat diejenigen begünstigt, die zusätzliche Ausbildungsplätze bereitgestellt haben. Und genau da war auch die Ungerechtigkeit in der Förderung zu sehen: Betriebe, die über Jahrzehnte immer die Qualität und auch die Quantität der Aus­bildung aufrechterhalten hatten, sind durch den Rost gefallen. Daher war dieses System letztendlich für die bestehenden Förderer von Ausbildung ungerecht. – Der zweite Ansatzpunkt war, dass man ihn gerade in Krisenzeiten nicht beliebig ausweiten kann.

Es sind hier auch noch diverse Vorschläge gekommen, wie im Bereich der Berufs­ausbildung die einzelnen Lehrstellenbilder, die Ausbildungsbilder vereinfacht, weiter­ent­wickelt werden sollen. – Ich glaube, hier gibt es an sich eine gute Systematik, und zwar den entsprechenden Beirat, die Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeit­nehmern und auch eine gesetzliche Regelung, die uns insgesamt hilft. Warum? – Weil wir jetzt die Möglichkeit haben, modulare Ausbildung zu forcieren.

Daher ist es richtig, was hier gesagt worden ist: Wir haben über 250 Ausbildungsbilder; das ist für den Einzelnen beinahe verwirrend. – Wenn wir es aber schaffen, hier mehr Transparenz und auch einen Art von Transmissionsriemen zu schaffen, sodass ich Module habe, die dann Fähigkeiten und Möglichkeiten für mehrere Bereiche ergeben, dann kann ich genau bei dem anknüpfen, was auch hier gesagt worden ist, nämlich dass sich ein Jugendlicher in der Adoleszenz eben in einer Entwicklung befindet. Er weiß am Anfang der Ausbildung teilweise nicht, wo seine Fähigkeiten wirklich liegen.

Ich kann bei einer modularen Ausbildung unter bis zu sieben Berufsbildern wählen! Damit ergibt sich mehr Transparenz, damit ergibt sich eine breitere Streuung insge­samt, und die wollen wir, denn es kann nicht sinnvoll sein, dass nach wie vor – in der Tendenz jetzt schon verbessert, aber trotzdem – zu viele Mädchen in nur drei Berufen arbeiten; bei den Burschen sind es immerhin zehn. Auch bei den Burschen ist die Bewegung schon relativ günstig: Wir haben nur noch einstellige Zahlen. Es werden also nicht mehr 20 Prozent Kfz-Mechaniker, sondern das hat sich mit dem modularen Ausbildungssystem, das hier angeboten wird, schon verbessert.

Daher traue ich mich alles in allem Folgendes festzustellen: Es gibt viele verbes­serungswürdige Bereiche in Österreich, aber der Bereich der Berufsausbildung ist relativ weit entwickelt, und diese jetzige Novelle ist sicherlich in demokratiepolitischer Hinsicht, aber auch, was die Internationalisierung und das Eingehen auf Behinderte, die in Ausbildung sind, anbelangt, eine tatsächliche Verbesserung. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Bundesrates Zangerl.)

12.38


Vizepräsidentin Mag. Susanne Neuwirth: Zu Wort gelangt nun Herr Bundesrat Mag. Klug. – Bitte.

 


12.38.29

Bundesrat Mag. Gerald Klug (SPÖ, Steiermark): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann es ganz kurz machen.

Inhaltlich ist alles gesagt, da bedarf es keiner Wortmeldung mehr. Ich freue mich aber, dass durch diese offene Darstellung hinsichtlich der Quantitäten – nämlich in welchen Bereichen wie viele Lehrlinge ausgebildet werden und wie viele Jugendliche insgesamt ausgebildet werden – doch deutlich zutage getreten ist, dass ein vielleicht nicht ganz so sichtbares, aber mitgeschwommenes Schreckgespenst, nämlich dass überbetrieb­liche Ausbildungsstätten den freien Markt vielleicht so untergraben, dass man dort keine ausreichenden Ausbildungsplätze mehr zur Verfügung stellt, wie ich glaube,


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