Es gibt sicher einige Kolleginnen und Kollegen unter uns, die schon irgendwelche Schnäppchen genützt haben. Dass man über irgendeinen Supermarkt einen dreitägigen Aufenthalt in einem Viersternehotel um 99 € buchen kann, sind Dinge, die betriebswirtschaftlich bedenklich sind. Aber das ist die wirtschaftliche Realität, und wir müssen uns daher darauf einstellen, noch besser zu sein, noch unterschiedlicher auf dem Markt aufzutreten und in der Qualität noch nachzulegen, wobei ich dazusagen muss, dass wir in Österreich in der Qualität und auch von der Struktur her nach wie vor top aufgestellt sind.
Bedenken Sie, dass wir in Österreich über 100 Destinationen haben, die natürlich miteinander im Wettbewerb stehen, die aber jede für sich erfolgreich ist. Weiters haben wir 1 600 Tourismusgemeinden, also Gemeinden, die sich in irgendeiner Form dem Tourismus verschrieben oder ihn zumindest als zusätzlichen Einnahmesektor in ihrer Gemeinde festgelegt haben. Und wir haben 450 Tourismusverbände, die, jeder für sich, das Beste versuchen!
Das ist auch der Sinn, glaube ich, und ich kann Minister Mitterlehner nur gratulieren zu dieser neuen Tourismusstrategie, die versucht, auf dem Gebiet der Innovation und der Infrastruktur ein bisschen zu bündeln.
Wir alle wissen, dass Tourismus Länderkompetenz ist, und es sind auch sehr viele finanzielle Mittel der Länder in die touristische Infrastruktur geflossen – nicht immer mit Erfolg, das muss man auch sagen und darüber hinaus anführen, dass es viele Projekte gibt, die sich nie rechnen werden. Summa summarum ist diese Infrastruktur – vor allem im Winter – weltweit eine der besten. Wir haben ein tolles Angebot für unsere Gäste – dazu gehören, Herr Kollege Schennach, auch Schneekanonen –, und wir wünschten uns auch, dass bei der Schneeerzeugung weniger Kosten entstehen würden, das ist keine Frage. Das kostet uns gewaltige Summen, die wir – wenn wir sie nicht benötigen würden – für etwas anderes einsetzen könnten, aber ohne diese technischen Hilfsmittel wäre eine durchgehende Wintersaison nicht mehr möglich. (Bundesrat Schennach: Ich habe von weiterem Ausbau gesprochen!) – Danke, da sind wir einer Meinung. (Bundesrätin Kerschbaum: Nein, also Moment!) Es wird ja aus Kostengründen nicht zu großen Ausbauwellen kommen. Ich glaube, es geht jetzt mehr um die Verbesserung der Qualität.
Zwei Anmerkungen noch zur Österreich Werbung; Kollege Ertl hat sie schon angeführt. Wir sind stolz darauf und eines der wenigen Länder Europas und der Welt, die über ein derartiges Netzwerk mittels Österreich Werbung verfügen – mit 30 Außenstellen. Wenn man mit deutschen oder holländischen Kollegen spricht, dann fragen sie immer, wie wir Österreicher das machen, dass wir so eine Bedeutung in der Tourismuspolitik erreicht und dieses Netzwerk derartig ausgebaut haben. Da gilt es wirklich, Anerkennung und Dank auszusprechen.
Ein wichtiger Partner für uns in der Tourismuswirtschaft ist und bleibt die Österreichische Hotel- und Tourismusbank, die in Zeiten der Krise etwas andere Aufgaben bekommen hat. Wir sprechen heute von Haftungen, von Kleinkrediten für unsere klein- und mittelständischen Betriebe, die von der Liquidität her nicht in der Lage sind, über die Runden zu kommen. (Bundesrat Schennach: Nach wie vor sehr ...!) Wir haben dankenswerterweise die ERP-Mittel erhöhen und auch die Haftungsrahmen weitgehend ausreizen können.
Es wurden über 1 400 Förderfälle abgehandelt. Es ist nicht immer befriedigend für den einzelnen Betrieb, weil das immer ein Zeitfaktor ist, und wenn er nicht rechtzeitig agiert – sondern nur mehr reagiert, weil es bergab geht –, dann tut man sich auch als Bank und als Behörde schwer, rechtzeitig zu helfen. Aber summa summarum ist diese
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