BundesratStenographisches Protokoll785. Sitzung / Seite 80

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ger aus. Das haben wir versucht aufzunehmen und mit einer Kampagne gegenzu­steuern. Wir haben mit der Österreich Werbung das erste Mal im Winter des Jah­res 2009 – also im vorigen Jahr – und dann auch im Sommer versucht, mit einer Inlandskampagne und mit einer Nahmarktkampagne genau dort anzusetzen. Das war in den gesamten 65 Jahren bisher nicht der Fall.

Es ist schon angesprochen worden, deswegen brauche ich Sie jetzt nicht mit Zahlen zu langweilen, aber die folgenden möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Wir hatten 124,2 Millionen Übernachtungen, das ist ein Minus von 1,9 Prozent im letzten Jahr gegenüber dem Jahr 2008; aber es ist festzustellen, dass wir bei den Inländernäch­­tigungen einen neuen Rekordwert hatten, nämlich 34,4 Millionen und damit eine Steigerung um 1,6 Prozentpunkte. Das heißt, die Idee, diese Kampagne so zu setzen, ist an sich voll aufgegangen, und genau an diesem Punkt setzen wir auch weiterhin an.

Wir hatten jetzt im Winter – obwohl dieser Winter von Anfang an bei Weitem nicht so gut gelaufen ist wie der vorangegangene Winter des Jahres 2008/2009; das war ein Rekordwinter, was die Umsätze anbelangt – ich glaube den zweitbesten Winter, weil wir im Zusammenhang mit Vancouver mit Spots in den Fernsehsendern inhaltlich angeknüpft und auf die Spätbucher gesetzt haben. Das hat uns einen sehr starken April beschert und damit insgesamt im Tourismus – was den Winter des Jah­res 2009/2010 anbelangt – eigentlich hervorragende Zahlen.

Ähnlich ist es auch im Sommer des Vorjahres gelaufen. Wir hatten insbesondere einen sehr schönen September, und der Oktober hat uns insgesamt auch gute Zahlen beschert. (Bundesrat Schennach: ... Osteuropa ...!) – Völlig richtig beobachtet.

Wie es jetzt ausschaut, brauchen wir im Sommer noch einige starke Impulse, sonst könnte natürlich ein Einbruch passieren. Wir sind wetterabhängig, wobei man auch sagen muss, dass die Wetterabhängigkeit konkurriert mit den Auswirkungen der Vulkanasche. Es haben gerade im Zusammenhang mit Flugverschiebungen schon viele disponiert, nämlich eher in Richtung Inlands- oder Nahurlaub.

Deswegen ist das Motto – es stand heute auch schon ein anderes Motto im Raum – für jetzt: „Österreich neu entdecken“. Dieses Motto gilt für das Jahr 2010 deswegen, weil wir – wie vollkommen richtig darauf hingewiesen wurde – 48 Millionen Gäste aus Deutschland haben. Wir haben festgestellt, dass die Deutschen den Urlaub in Österreich relativ kurz machen – insbesondere bei verlängerten Wochenenden –, sie aber den richtigen Erholungsurlaub im Sommer – wenn BMW oder welches Unter­nehmen auch immer geschlossen hat – nicht bei uns machen. (Zwischenruf des Bundesrates Kraml. – Ruf bei der SPÖ: Im Mühlviertel!) Deswegen haben wir versucht, genau dort anzusetzen, indem wir das in Deutschland bewerben. Damit hat man die Chance – auch wenn man längere Urlaube macht –, was die Rendite anlangt, besser davon profitieren zu können.

Darauf setzen wir, und auf einen zweiten Bereich, den Herr Schennach angesprochen hat. Wir haben in Bezug auf das Verhältnis von Wintertourismus zu Sommertourismus die Entwicklung festgestellt, dass sich im letzten Jahr Sommertourismus und Wintertourismus von der Anzahl der Übernachtungen her eigentlich geschnitten haben. Bisher dominierte immer eher der Sommertourismus, es gab mehr Übernachtungen im Sommer, mittlerweile ist Gleichstand, Tendenz steigend in Richtung Winter­touris­mus.

Eine zweite Beobachtung: Wir haben zirka 85 Prozent Steigerung in einzelnen früheren Ostblockstaaten – jetzt Erweiterungsländer, die schon bei der EU sind. Das heißt im Klartext, sie machen insgesamt 6 Millionen Übernachtungen aus. Dort wollen wir die Dynamik beachten und fortsetzen. – Sie brauchen nur zu schauen: Wenn Sie ins Zillertal fahren, werden Sie dort sehen, welche Leute ein wirklich ungetrübtes Ver-


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