sprechendes Arbeitsplatzprofil, auch eine entsprechende Qualifikation. Selbstverständlich müssen wir auch die Schulaufsicht weiterentwickeln. Schon der Name Schulaufsicht wird dem ja nicht gerecht, was geschehen soll, nämlich in Richtung Qualitätsbegleitung, Qualitätssicherung am Standort.
An diesem Beispiel wird klar, und Herr Bundesrat Schnider hat ja darauf hingewiesen: Wir brauchen in der Bildungspolitik nicht nur ein gewisses Maß an Hartnäckigkeit, sondern wir brauchen in der Bildungspolitik den absoluten Mut zur Gleichzeitigkeit. Wenn wir uns auf eine Wenn-dann-Kette einlassen – also wir machen das, wenn das andere erledigt ist –, werden wir das nie schaffen. Wir brauchen die absolute Gleichzeitigkeit, weil jedes Instrument, weil jeder einzelne Bereich ineinandergreift, und darum ist auch das Gesamtpaket Bildung heute so wichtig.
Auf die einzelnen Aspekte wurde ja schon eingegangen. Ich möchte nur noch betonen: Im Bereich Bildungsstandards und Matura neu ist es ganz entscheidend, breit zu informieren, die Betroffenen einzubinden. Ich freue mich zum Beispiel, dass – eine Zahl – von 352 AHS-Standorten etwa 250 schon in der Pilotphase integriert sind. Das ist wichtig, und genau so müssen wir es machen. Wir starten eine Kommunikationsoffensive zu diesen Themen in jedem einzelnen Bundesland gemeinsam mit dem Landesschulrat. Das ist einfach für die Umsetzung dieses Projekts wichtig.
Zum Thema Modularisierung der Abendschulen muss ich nichts mehr ausführen. Vielleicht nur eine Information am Rande: Es geht um 80 Schulstandorte und etwa 18 000 Studierende, für die wir die Bedingungen klar und eindeutig verbessern: ein fachbezogenes Kurssystem losgelöst von den einzelnen Klassenverbänden.
Die Sprachförderung halte ich für zentral und wichtig. Sie ist in Wirklichkeit auch eine Grundlage und ein Weg hin zur gemeinsamen Schule, denn klar ist: Nur die Kinder, und das hat Herr Abgeordneter Walser auch im Unterrichtsausschuss betont, die die deutsche Sprache gut beherrschen, können und werden auch Bildungserfolge erzielen. Das heißt, Sprachförderung im Kindergarten, Sprachförderung in der Schule ist einfach unverzichtbar. Das ist ganz entscheidend. Und wir dürfen nicht vergessen – ich bringe eine Zahl aus Wien –: 50 Prozent der Volksschulkinder in Wien haben eine Zuwanderungsgeschichte. Was heißt das? – Bei 50 Prozent der Volksschulkinder wird zuhause eine andere Familiensprache als Deutsch gesprochen. Da wissen wir, warum Sprachförderung, aber auch ganztägige Schulangebote gerade für diese Kinder so wichtig sind.
Ich sage immer „Kinder mit Zuwanderungsgeschichte“. 50 Prozent! Das sind ja keine Gastkinder, das sind Kinder mit Zuwanderungsgeschichte, die in 15, 20 Jahren den Wohlstand unseres Landes mitbestimmen werden. Das heißt, es ist sozial wichtig, sie in der Bildung weiterzubringen, sodass sie gut ausgebildet sind. Es ist aber auch ökonomisch gar nicht groß zu diskutieren, warum es da einen besonderen Einsatz braucht. Es ist mir wichtig, darauf hinzuweisen.
Herr Bundesrat Dönmez hat das Bildungsdokumentationsgesetz angesprochen. Im Zusammenhang mit dem Hinweis, den auch der Datenschutzrat gegeben hat, ein anderes Kennzeichen als die Sozialversicherungsnummer zu verwenden, möchte ich Sie nur informieren, dass ich dieses Ziel mittelfristig ebenfalls anpeile. Kurzfristig geht es bei 3 000 Schulerhaltern nicht, aber die Empfehlung ist ernst zu nehmen.
Zum Abschluss noch, weil ich heute in der Früh mit großer Freude gelesen habe, dass es eine Enquete des Bundesrats zum Thema Bildung geben wird: Ich freue mich sehr, und ich möchte Sie einfach auch darüber informieren, dass es schon sehr, sehr intensive, konstruktive Gespräche im Unterausschuss des Verfassungsausschusses gegeben hat, in denen die Position der Bundesregierung breit diskutiert wurde und auch auf breite Zustimmung gestoßen ist. Das Ziel, ein leistungsfähiges öffentliches Bildungssystem in ganz Österreich zu haben, ist eines, das uns Bildungspolitikern und Bildungsver-
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