BundesratStenographisches Protokoll786. Sitzung / Seite 163

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kratie-Lernen geben soll. Dieser Wunsch der Schülerinnen und Schüler ist wohl der trif­tigste Grund, so bald wie möglich zu handeln und dieses Unterrichtsfach ab der fünf­ten Schulstufe für alle Schülerinnen und Schüler einzuführen – und das gemäß dem heutigen Beschluss natürlich mit den entsprechenden Schulbüchern.

Neben dem „Was lernen wir?“ spielt natürlich auch das Wie eine große Rolle. Daher freut es mich, dass wir heute für die Berufstätigen eine Modularisierung und somit eine Individualisierung ihres Lernens beziehungsweise Studierens möglich machen. Ich glau­be, das ist ein ganz wichtiges und richtiges Signal, wenn wir wollen, dass lebenslanges und lebensbegleitendes Lernen für alle möglich ist, wenn wir also ernst nehmen, was wir in Sonntagsreden so gerne betonen.

Gleichzeitig hoffe ich, dass das auch ein Schritt ist, der uns hilft, die Modularisierung in andere Bereiche zu bringen. Eine Modularisierung, zweifellos unter etwas anderen Vor­zeichen, sollte aus meiner Sicht bald auch in der AHS-Oberstufe kommen. Es gibt da­zu einige Schulversuche, und wir sehen, dass diese Modularisierung Sinn hat. Denn dort gibt es neben einer soliden Allgemeinbildung für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zum einen das zu tun, was auch wir immer gerne betonen, nämlich ihre Stärken zu stärken, Schwerpunkte nach ihren Talenten setzen zu können, selbständig ihre Ausbildung planen zu können, sodass ihnen das Lernen auch wirklich Spaß ma­chen kann. Ich würde mich sehr freuen, wenn uns das sehr bald gelingt.

So viel zu den Beschlüssen zum Was und Wie des Lernens. Lassen Sie mich abschlie­ßend auch zum Wer noch etwas sagen. Wenn wir beste Bildung anbieten wollen, dann braucht es die besten Lehrerinnen und Lehrer. Mit den Veränderungen im Hochschul­gesetz, die wir heute beschließen, können wir einen wichtigen Schritt setzen. Dass die vielzitierte Durchlässigkeit in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung jetzt tatsächlich kommt, dass junge Menschen einen Beruf wählen können, der ihnen mehr Perspek­tiven im Hinblick auf eine spätere Weiterqualifizierung gibt, halte ich für ganz wesent­lich – wenn wir die engagiertesten und motiviertesten Lehrerinnen und Lehrer für die­sen Beruf begeistern wollen, für einen Beruf, der dann keine Sackgasse mehr sein muss.

Dass natürlich auch im Bereich der Lehrerinnen und Lehrer viele Fragen offen sind, das wissen wir, das hat die Frau Bundesminister schon angesprochen: von der Auswahl geeigneter Berufsanwärterinnen und -anwärter bis hin zu einer strukturierten und zeit­gemäßen Weiterbildung quasi on the job. Ich freue mich, dass wir auch diese Themen sehr bald angehen wollen, und zwar im Interesse der Schülerinnen und Schüler.

Wir werden all diesen Vorschlägen heute zustimmen, weil sie die Betroffenen in den genannten Bereichen natürlich weiterbringen, und das ist wohl der entscheidende Punkt. Das gilt für mich und, ich hoffe, für uns alle in der weiteren Arbeit für Veränderungen im Bildungswesen in Österreich.

Ich habe anfangs gesagt, dass manche eben lieber Ideologien vertreten. Es geht in die­ser Zeit aber mehr denn je darum, die Interessen der Schülerinnen und Schüler zu vertreten. Das will und werde ich tun. Ich werde mich zumindest darum bemühen.

Gerade in diesen Tagen – und das möchte ich auch sagen anlässlich interessanter Er­eignisse, die sich heute abgespielt haben – sehen wir wieder, dass gerade in der Schü­lervertretung jene die größere Unterstützung haben, die nicht auf Ideologien setzen und nicht schon mit 15, 16 oder 17 Parteipolitik machen, sondern diejenigen, die gute In­halte und gescheite Ideen voranstellen. Bei den laufenden Wahlen zur Landesschüler­vertretung, die in sieben Bundesländern bereits abgeschlossen sind, konnte die Öster­reichische Schülerunion 19 von 21 Landesschulsprecherinnen und Landesschulspre­chern stellen. Das freut mich. Ich möchte von dieser Stelle sehr herzlich gratulieren. (Bei­fall bei der ÖVP.)

 


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