ter. Somit ist naheliegend, dass die österreichische Unternehmenslandschaft von Familienbetrieben geprägt ist. 80 Prozent befinden sich im Familienbesitz. Das zeichnet sich aus durch hohes persönliches Engagement und durch nachhaltiges Wirtschaften.
Es stimmt schon, dass bei der Kapitalisierung auf Bankkredite zurückgegriffen wird und weniger auf den Kapitalmarkt, aber es wird auch das Familienvermögen in diesen Betrieben eingesetzt.
Ganz kurz: Jeder dritte Betrieb wird von Frauen geführt. Frauenbetriebe zeichnen sich aus durch eine geringere Unternehmensgröße und sind auch, was den Umsatz betrifft, kleiner. Da diese Betriebe – wie wir heute schon im Zusammenhang mit den Arbeitnehmerinnen gehört haben – vorwiegend in der Bekleidungs- und Friseurbranche angesiedelt sind, sind sie auch weniger investitionsintensiv.
Sie haben die Neugründungen angesprochen. Mit 25 000 Neugründungen liegen wir im hinteren Feld, weisen dafür eine niedrigere Schließungsquote, aber auch eine höhere Überlebensrate auf.
Wenn man die betriebswirtschaftliche Situation betrachtet: 17 Prozent unserer KMUs gehören in die Kategorie „sehr gut“, das heißt, sie haben eine Eigenkapitalquote von über 20 Prozent und eine Umsatzrentabilität von über 5 Prozent. (Bundesrat Mag. Pisec: 20 Prozent ist nicht sehr gut!) Über! Über! Und, Sie haben recht, 20 Prozent weisen eine negative Eigenkapitalquote sowie Verluste aus. Das Jahr 2009 war sicherlich sehr schwierig für diese Betriebe, da ja der Einbruch sehr groß war. Der Einbruch hat alle Branchen erwischt, vor allem das produzierende Gewerbe. Da hatten wir beim Umsatz einen Rückgang von 12 Prozent. Das erscheint jetzt wahrscheinlich nicht einmal so viel, aber wir kennen alle Fälle, wo die Produktion um 30 bis 70 Prozent zurückging.
Größere Einschnitte haben wir auch bei den Dienstleistungen, in der Transportwirtschaft, aber dank der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und des Erhalts der Konsumnachfrage der privaten Haushalte erging es dem Einzelhandel relativ gut.
Die KMUs reagierten auf diese Krise mit Investitionszurückhaltung. Dazu kamen auch die erschwerten Konditionen bei Bankkrediten, die ja die wichtigste Finanzierungsquelle der KMUs darstellen.
Österreich hat aber sehr rasch sehr starke Konjunkturimpulse gesetzt und schneidet somit bei der Krisenbewältigung wesentlich besser ab als andere europäische Länder. Das Ergebnis zeigt auch, dass die richtigen Maßnahmen gerade für KMUs gesetzt wurden. Dafür möchte ich dir, sehr geehrter Herr Minister, ganz herzlich danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Die KMUs sind nicht nur das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft, sie sind auch wichtig als Innovations- und Wachstumspotenzial. Das haben Sie ja schon mit dem „Small Business Act“ angeschnitten, mit dem eben der Rahmen für die KMU-Politik geschaffen wurde.
Aus meiner Sicht ein besonders wichtiger Punkt ist die Finanzierung, denn gerade in den letzten zwei Jahren war das ein Thema, und auch in Zukunft, im Hinblick auf Basel III, wird dieses Thema für die KMUs eine wichtige Rolle spielen.
Gerade von der betrieblichen Basis kam die positive Rückmeldung, dass im Rahmen des Konjunkturpakets geschaffene Kleinkredite – 10 000 bis 30 000 € beziehungsweise ab 2010 bis 100 000 € – eine große Hilfe für die KMUs waren. Und sie waren ein positives Signal für die lokalen Banken, denn es gab auch schon bei den Bankmitarbeitern eine schlechte Motivation, und damit haben sie wieder einen positiven Ansatz gehabt, um auf die Betriebe zuzugehen.
Auch die Übernahme von Haftungen nicht nur für die Großbetriebe, sondern gerade auch für die KMUs hat den Unternehmen ein gewisses Sicherheitsgefühl verschafft.
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