Da hat Ihr Genosse Tumpel von der AK Wien gefordert, dass die ÖBB die Kunden – darunter vor allem die Pendler, aber auch die Schüler – ernster nehmen sollen.
16 Prozent der Pendler – das ist wahrlich ein Alarmsignal! – überlegen, wieder aufs Auto umzusteigen. 16 Prozent der Pendler bedeuten etwa 9 000 Autos mehr auf den Straßen, aber wir wollten doch die Schiene attraktiver machen und wir wollten, dass die Menschen vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.
Und dabei ist ja das Bahnfahren nicht gerade billig. Es ist ja nicht gerade ein billiges Unterfangen, mit der Bahn zu fahren; der Komfort hingegen ist mäßig. Das hat sich zwar gebessert gegenüber 2009 – das möchte ich jetzt auch nicht verschweigen –, denn 2009 waren 61 Prozent mit dem Komfort bei der ÖBB unzufrieden, jetzt sind es nur mehr 49 Prozent, was aber auch noch ganz ordentlich ist, denn das heißt, fast die Hälfte aller Zugbenützer sind mit dem Komfort in den Zügen nicht zufrieden.
Ich fahre selber gerne mit dem Zug – nicht so oft, aber ich fahre gerne und innerhalb Österreichs auf jeden Fall –, allerdings muss ich schon sagen, wenn es nach außerhalb Österreichs geht, überlege ich es mir wirklich, mit dem Zug zu fahren, weil er wesentlich teurer ist als der Flieger und noch dazu weniger Komfort geboten wird.
Der Finanzminister war es einmal – ich glaube jedenfalls, dass er das war –, der gesagt hat, man solle nicht so viel fliegen, weil da die Schadstoffbelastung für die Umwelt größer ist. Ja, da gebe ich ihm recht, nur: Wenn ich die Wahl habe zwischen einem sehr teuren, nicht so komfortablen Zug und einem Flieger, wo ich noch dazu schneller dort bin und der Preis die Hälfte ausmacht, dann fällt mir die Wahl nicht besonders schwer. (Bundesrat Stadler: Sie haben gesagt, im Ausland ist es so teuer!) Man kann ja mit den ÖBB auch ins Ausland fahren, man kann über die Grenze fahren, oder? (Bundesrat Stadler: Das ist schon klar! Aber Sie haben gesagt, im Ausland ist es so teuer!)
Nachdem sich Kollege Boden nach mir zu Wort gemeldet hat und ein Experte ist, was die ÖBB betrifft, möchte ich jetzt noch folgendes persönliches Erlebnis anbringen: Ich habe heute versucht, online ein Zugticket nach Innsbruck zu buchen, weil ich dienstlich nach Innsbruck fahren muss. Erstens einmal steht da auf dem Online-Portal (Zwischenrufe bei der SPÖ) – jetzt lasst mich einmal ausreden! – immer noch, dass dieses Ticket nur zwei Tage gültig ist. Ich denke, das ist zurückgenommen worden, nachdem es ja genügend Proteste gegeben hat. Zweitens: Ich habe mir gedacht, nein, ich mache es nicht über die Kreditkarte, ich mache es über Bankeinzug. Was bekomme ich da zurückgemeldet? Nachdem das über 100 € ist, geht das nicht bei erstmaliger Buchung. Ich habe das aber schon öfter über Bankeinzug gemacht. Also irgendetwas stimmt da auch nicht. (Bundesrat Stadler: Vielleicht haben Sie sich geirrt bei der Eingabe!) Aber auf jeden Fall, selbst wenn ich erstmals einen Bankeinzug machen wollte, finde ich es schon lächerlich, zu sagen, bei einem Ticket über 100 € – ich glaube, es kostet 114 € oder so irgendwas – kann ich leider keinen Bankeinzug machen, ich muss irgendeine andere Zahlungsform finden. Also irgendwo, muss ich sagen, ist da die Serviceleistung wirklich äußerst mäßig. Aber das jetzt nur am Rande.
Die Fahrscheinautomaten sind ja auch schon von vielen Konsumentenschützern beklagt worden. Und das muss man sich wirklich einmal gegeben haben, an einem Fahrscheinautomaten einen Fahrschein zu kaufen. Jetzt glaube ich, dass ich weder unbegabt bin noch mich nicht auskenne, aber ältere Personen stehen da wirklich hilflos davor und wissen nicht, wie sie zu einem Ticket kommen. Das könnte man wirklich vereinfachen. (Bundesrat Todt: Da haben wir schon Schulungen vereinbart! Das ist schon erledigt! Gemeinsam mit dem Seniorenbund!) Obwohl ich zugeben muss, ich habe im Ausland schon noch kompliziertere erlebt, wo ich dann gar nicht mehr gewusst
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