habe, was ich jetzt tun soll. Das stimmt schon. (Bundesrat Stadler: Also ist Österreich doch nicht so schlecht!) Trotzdem, wir wollen ja immer besser sein als die anderen.
Was das Service anlangt, erinnern wir uns: Es ist, glaube ich, ungefähr ein Jahr her, dass 300 Personen aus einem Zug von Ungarn aussteigen mussten, weil die Kommunikation nicht geklappt hat. Jetzt verstehe ich es, wenn man aus Sicherheitsgründen bei einem völlig überfüllten Zug sagt: Ihr lieben Leute, es tut mir leid, aber ihr müsst jetzt aussteigen!, aber es ist natürlich kein Ruhmesblatt, auch nicht für die ÖBB, dass hier die Organisation so überhaupt nicht geklappt hat.
Das führt mich auch zu einem heurigen Fall, wo eine elfjährige Schülerin, weil sie ihren Schülerausweis vergessen hat, um sechs Uhr in der Früh des Zuges verwiesen worden ist. Ich weiß, es gibt da zwei verschiedene Darstellungen. Die eine Seite sagt so, die andere Seite sagt so. Tatsache ist, dass dieses Mädchen um sechs Uhr in der Früh irgendwo in der Pampa gestanden ist. Sie hat Gott sei Dank ihr Handy nicht vergessen und konnte ihre Mutter anrufen, die sie dann geholt hat. Das, würde ich sagen, ist wirklich kein Kundenservice.
Ein ewiger Stehsatz der ÖBB ist auch, dass der Verkehr auf die Schiene verlagert werden muss und soll. Die Rail Cargo schreibt heuer wahrscheinlich einen Verlust von 350 Millionen €. Wie schaut der Sanierungskurs aus? 40 Prozent des Stückguttransports sollen wieder auf die Straße verlagert werden. Das ist wirklich ein „Beitrag“ zur Umwelt. Dabei haben das Ministerium und die ÖBB wirklich Milliarden in den Schienenausbau und in die Schieneninfrastruktur gesteckt, um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Und dann passiert nach so großen Investitionen das genaue Gegenteil?! Also das muss man wirklich auch erst einmal jemandem erklären.
Und da haben wir jetzt noch nicht über die sonstigen Schmankerln der ÖBB geredet, über die Cross-Border-Sachen, wo man die Waggons verkauft hat, um sie dann wieder zurückzuleasen, über die Spekulationsgeschäfte, wo die ÖBB gerade noch mit einem Veilchen davongekommen ist, indem sie sich auf eine Einmalzahlung mit der Deutschen Bank von 300 Millionen € geeinigt hat, weil sie sonst wahrscheinlich 600 Millionen € hätte zahlen müssen. Wir haben uns noch nicht über den Golden Handshake von Huber unterhalten, der 1,26 Millionen € bekommen hat, obwohl der Verdacht der Untreue nicht ausgeräumt war. Wir haben uns noch nicht unterhalten über den Kauf der ungarischen MÁV Cargo, wo ein völlig überaltetes Wagenmaterial zu einem völlig überhöhten Preis gekauft worden ist und jetzt sich herausstellt, dass die damals kolportierten 400 Millionen €, die ja schon überteuert waren, auch nicht stimmen, weil es 600 Millionen € gekostet hat – das alles mit einem Unternehmen, das beim Kauf schon als veraltet galt und auch heute noch nicht den mitteleuropäischen Standards entspricht.
Dann möchte ich auch noch erwähnen die Strecke Linz–Graz – eingestellt! Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen sollten nicht mehr erbracht werden, und die Strecke ist einfach eingestellt worden, was ja eigentlich auch ein verkehrspolitischer Wahnsinn ist. (Bundesrat Stadler: Die Strecke ist nicht eingestellt worden, Frau Kollegin! Die Schienen sind schon noch da! – Heiterkeit.) – Ja, die Schienen sind schon noch da, aber die Verbindung ist eingestellt. Gut, okay, ich nehme zur Kenntnis, Sie wollen Wortklauberei betreiben.
Aber interessanterweise denkt die ÖBB jetzt darüber nach, diese Verbindung doch wieder aufzunehmen. Und warum das Ganze? Weil sich die Westbahn AG von Haselsteiner privat plötzlich dafür interessiert, die ein ernsthafter Konkurrent der ÖBB zu werden droht. Und weil der sagt, na gut, dann machen es halt wir, fahren wir nicht nur Wien–Salzburg, sondern fahren wir halt auch Linz–Graz, beginnt auf einmal die ÖBB wieder zu überlegen. Das zeigt nichts anderes, als dass da keine Organisationsstruktur
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