BundesratStenographisches Protokoll794. Sitzung / Seite 45

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Die Österreichischen Bundesbahnen transportieren jeden Tag 1,2 Millionen Menschen. Das bedeutet, dass die Österreichischen Bundesbahnen in sechs Tagen so viele Pas­sagiere und Menschen befördern wie die Austrian Airlines in einem ganzen Jahr. Das ist ein großes, ganz wichtiges Unternehmen, um Mobilität sicherzustellen. Hätten wir diese vielen Menschen in Autos und die vielen Güter und Tonnagen, die wir befördern, auf der Straße, dann würde das nicht Stau bedeuten, sondern Stillstand auf Öster­reichs Autobahnen.

Ich sage das deshalb, weil ich wirklich viel Verständnis dafür habe, dass wir immer wieder darum ringen, dass dieses Unternehmen noch kundenfreundlicher wird, dass wir Preise haben, die man sich leisten kann. Ich weiß nicht, welche Preise Sie sich angeschaut haben, weil Sie gesagt haben, man zahlt über 100 €, wenn man von Wien nach Innsbruck fährt. Nur zur Richtigstellung: Das Ticket kostet 55 €. (Bundesrätin Mühlwerth: Das war nicht der Punkt!) Und ich würde Ihnen empfehlen, sich eine Vorteilscard, eine Familiencard zu nehmen, wir haben da mehrere Angebote, dann kostet es die Hälfte, nämlich 25 €. Weil der öffentliche Verkehr für die Menschen leistbar sein muss, haben wir solche Preise, und wir fahren nicht um 100 € von Wien nach Innsbruck, da würde nämlich keiner fahren, weil das viel zu teuer wäre. Es kostet ein Viertel davon. (Beifall bei der SPÖ.)

Frau Kollegin, ich bin auch der Auffassung, dass wir immer ringen müssen, was die Kundenfreundlichkeit betrifft, weil dafür ist das Unternehmen da, dass es eine gute Leistung für jene erbringt, die die Bahn brauchen, um in die Schule zu kommen, um zum Arbeitsplatz zu kommen, man muss sich auf das Unternehmen verlassen können. Daher ist die Pünktlichkeit ein ganz wichtiger Punkt.

Deshalb habe ich ein Gesetz eingebracht, das der Nationalrat und dann auch Sie hier beschlossen haben, mit dem wir die Fahrgastrechte gestärkt haben – viel mehr, als das die EU vorsieht; wir haben da nicht etwas nachvollzogen. Wenn der Zug nicht pünktlich ist, muss man seinen Ticketpreis zurückbekommen. Und wir haben, was die Pünktlichkeit betrifft, nicht nur die Rechte der Fahrgäste gestärkt und das gesetzlich verankert, sondern auch im Unternehmen das als klare Zielsetzung formuliert.

Ich habe heute beim Herfahren in den Tageszeitungen geblättert. Wenn Sie das auch getan hätten, dann hätten Sie gesehen, dass die Zeitungen geschrieben haben, dass das eine Entwicklung ist, was die Pünktlichkeit betrifft, die in Europa sensationell ist. Nicht einmal die Schweizer Bahn schlägt uns mehr. Wir haben 97,5 Prozent Pünkt­lichkeit. Das heißt, von 4 200 Zügen, die täglich verkehren, kommen 97,5 Prozent auf die Minute an, wie es auf dem Fahrplan steht. Das ist gut so und das ist, was die Verlässlichkeit betrifft, auch richtig so.

Ein Punkt noch, was die Verbindung Linz–Graz betrifft. Wir haben dort natürlich nicht nur die Geleise, sondern dort fahren auch Züge. Ich kann nicht ganz verstehen, dass man versucht, den Eindruck zu vermitteln, es fährt keine Eisenbahn zwischen Linz und Graz.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zwischen Linz und Graz fahren jeden Tag 14 Züge! Und bei diesen 14 Zügen werden die Tarife gestützt, wie Sie aus diesem Leistungsbericht ersehen. Und in der Vergangenheit – und das ist das, was wirklich wahr ist – sind 18 Züge gefahren. Vier Züge davon haben das Land Steiermark und das Land Oberösterreich bezahlt, 14 Züge hat der Bund, der Steuerzahler, über den gemeinwirtschaftlichen Leistungsvertrag bezahlt. Und diese vier Züge fahren deshalb nicht mehr, weil das Land Oberösterreich aus budgetären Gründen die Zahlungen eingestellt hat.

Also, es ist wie überall auf der Welt: Wenn man nichts zahlt, dann gibt es auch keine Leistung. Bei den 14 Zügen des Bundes ist kein Cent gestrichen worden, keiner davon


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