Nun zum Bologna-System. – Sinn des Bologna-Systems ist ja, dass man mit diesem dreistufigen System, mit Bachelor, Master und PhD, früher in das Berufsleben einsteigen kann, also nach drei Jahren. Dies ist aber in der Praxis nicht der Fall, weil das Bachelor-Degree eigentlich nicht anerkannt wird, nicht einmal im öffentlichen Dienst. Wie soll es dann in der Wirtschaft anerkannt werden? In der Wirtschaft ist dieses dreistufige System kaum bekannt. Dieses müsste bitte besser kommuniziert werden.
Mit dieser Studieneingangsorientierungsphase, mit diesen Knock-out-Prüfungen wird jetzt ein neuer Block geschaffen. Man kann sich zu anderen Lehrveranstaltungen nicht anmelden. Das heißt, es verschiebt sich hinaus, also diese sechs Semester werden eigentlich zu sieben Semestern, und das schafft kaum jemand. Es war schon vorher beim Diplomstudium so, dass die vier Jahre mehr oder minder ungekürzt in die drei Jahre zusammengestutzt wurden, und jetzt soll das nochmals verlängert werden. Und das wird wirklich Geld kosten! Es wird Geld kosten, wenn die Studenten später fertig werden, später ins Berufsleben einsteigen können und später der Wirtschaft zur Verfügung stehen werden. Das kostet Geld und Abgaben und bläht die Verwaltung weiter auf, vor allem durch den Punkt 3, die Studienberatung.
Die Studienberatung ist nichts Neues, die gibt es jetzt schon. Jemand, der ohnehin weiß, was er studieren will, braucht sie ja nicht, und die, die eine Beratung wollen, können diese auch jetzt schon in Anspruch nehmen. Besser wäre es, eine Studienberatung mit den vorhandenen Ressourcen in der letzten Schulklasse durchzuführen, um nicht wieder extra Kosten mit einer Studienberatung zu verursachen, die in diesem Sinne – wenn man schon das Abitur hat und fertig ist – nicht gebraucht wird.
Sie schreiben zum Abschluss Ihrer Zusammenfassung, dass dieses Anmeldesystem die notwendigen Ressourcen besser planen kann. – Das ist definitiv nicht der Fall, und der Beweis ist in den laufenden Semestern schon erbracht worden. Es ist nicht bekannt, wie viele Absolventen zum Beispiel beim Bachelor-Degree wirklich die Lehrveranstaltungen besuchen.
Die Orientierungsphase ist auch so eine Sache. Wenn die Anmeldefrist schon am 31. August zu Ende ist, dann bräuchte man nicht unbedingt eineinhalb Monate Pause, da könnte man vorher anfangen. Die Studenten sind ehrgeizig, sie wollen studieren, sie wollen beginnen und nicht bis Mitte Oktober warten.
Die Auswirkungen auf die Beschäftigung, die Sie negieren, finden statt, denn man wird länger studieren, es wird mehr Aufwand sein. Eigentlich sollte jedes Gesetz zu einer Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Österreich beitragen – aber bei diesem Gesetz ist das nicht der Fall, und das schreiben Sie auch hinein.
Eine Universität ist ein Ort des Wissens, einer Wissensvermittlung. Eine Universität sollte frei zugänglich sein. Chancengleichheit und Fairness muss garantiert werden. Die Lehre muss frei sein.
Daher lehnen wir Freiheitlichen die Studiengebühren ab. Wir wollen keine Knock-out-Prüfungen und keine Verplanungen, wie sie in diesem Gesetz vorkommen. (Zwischenruf des Bundesrates Mayer.) – Bessere Planungen, die man mit diesem Gesetz nicht schafft.
Weiters würde ich vorschlagen, man sollte sich mehr – wie es in anderen Ländern der Fall ist – um private Finanzierungen an den Universitäten kümmern. Das ist üblich. Der Kontakt zwischen Wirtschaft und Universitäten oder Geistes-, Human- oder Naturwissenschaften und der Praxis sollte besser stattfinden.
Aus diesem Grund lehnen wir dieses Gesetz in dieser Form ab. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
12.20
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