rungen gestellt. Eine der wichtigsten Anforderungen – und das muss die Vizepräsidentin des Wiener Stadtschulrates wissen –, ist, dass die Schule den Schlüssel des Erfolges für die Integration darstellt. Das heißt, das ist entscheidend dafür, ob die jungen Menschen je nach dem, was die Bildung aus ihnen gemacht hat, entweder herausgekickt oder integriert werden.
Jetzt kommt der Punkt, wo wir uns in der Meinung sicher trennen: Alle Pädagogen und Wissenschaftler – ich habe noch keine andere Studie darüber gelesen – sagen: Wichtig ist, dass ich meine Muttersprache kann, um eine Fremdsprache zu erlernen. All die Herren von Do & Co, von den diversesten Klubs – Herr Kollege Dönmez schaut mich an; ich meine auch seine Kollegin Alev Korun – haben das Österreichische St. Georgs-Kolleg in Istanbul besucht. Das heißt, die haben eine solide muttersprachliche Ausbildung und wuchsen spielend und einfach in die nächste Fremdsprache hinein.
Deshalb ist es wichtig, dass wir in der frühen Kindheit, soweit es möglich ist, Migrantenkindern, zumindest den großen Gruppen unter ihnen, ganz früh den Kodex ihrer eigenen Sprache beibringen, damit sie die Sprache des Gastlandes, nämlich Deutsch, leichter erlernen können. Wenn ich meine Muttersprache nur rudimentär kann, so tue ich mich unendlich schwer, die Struktur einer neuen Sprache zu erlernen. Deshalb ist das so wichtig, gerade am Anfang eines Bildungsweges, dort, wo der Geist wach ist und die Neugierde groß.
Schauen Sie sich einmal an, wie spielerisch Kinder Sprachen lernen! Mein Sohn hat plötzlich, nur weil das Nachbarkind in seiner Sitzreihe ein Koreaner war, 300 koreanische Wörter gekonnt. Ich habe nur so geschaut! Das heißt, das erfolgt spielerisch. Diese spielerische Neugierde auf Sprache muss hochgehalten werden, und dazu ist auch die Verpflichtung des Kindergartens so wichtig.
Da wir heute eine Diskussion über die Forderung „Türkisch als Maturasprache“ geführt haben: Das beantwortet sich mit dem, was ich vorhin über das Österreichische St. Georgs-Kolleg in Istanbul gesagt habe. Die Europäischen Union wird sich letzen Endes um zwei ganz große Integrationsfragen zu bemühen haben. Nämlich erstens: Wie gehen wir mit den Roma im gesamten EU-Gebiet um, wie schaffen wir die bildungs- und arbeitsplatzmäßige Integration der Roma? Und zweitens: Wie schaffen wir die Integration der türkischstämmigen Mitbürger innerhalb der EU – die schon mehr sind, als es Österreicher gibt, als es Dänen gibt, als es Niederländer gibt –? Das ist eine ganz wichtige Frage, und das alles hat etwas mit Bildung und Sprache zu tun.
Wir haben später einen weiteren Tagesordnungspunkt zum CEEPUS-Programm, und ich muss sagen: Ich bin sehr froh, dass auch durch die Donauraumstrategie in der Bildung diese Brücke zum Osten geschaffen wird. Da sind wir stark, da sind wir ein großer Player. Und die sollten wir wirklich ausfüllen.
Ich bin sehr froh darüber, dass die Bereiche „lebenslanges Lernen“ und „Mobilität der Jugend“ – „Jugend in Bewegung“ heißt das im „2020-Programm“ – EU-Schwerpunkte sind. Ich bin froh, dass es zu diesem lebenslangen Lernen kommt, und darüber, dass in Österreich, wie die Frau Ministerin im Bericht sichtbar macht, mit der Qualitätsentwicklung – jetzt komme ich wieder zu meinem Lieblingsthema – an den Berufsschulen bereits ein erster und wichtiger Schritt gesetzt wird. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.
Meine Damen und Herren, was noch interessant ist: Diese Mobilität setzt etwas voraus. Unsere Eltern waren froh, eine Sprache zu können, nämlich unsere eigene. Das ist ja nicht immer so einfach, manchmal hat die Mundart, der Dialekt, das Deutsche gar nicht so hoch wachsen lassen. Wir hier sind schon froh, eine zweite Sprache zu beherrschen. Die Kärntner und die Burgenländer haben es leichter, die haben gleich zwei Sprachen. (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)
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