etwas zu tun, was relativ schwer geht, nämlich in Worte zu fassen, welche Gräueltaten damals stattgefunden haben.
Es gibt ja den berühmten Satz von Theodor Adorno, der meinte, man kann nach Auschwitz nicht mehr Gedichte schreiben. Wir wissen, dass das natürlich nicht der Fall ist und dass man sehr wohl Gedichte schreiben kann, aber es war dies auch der Versuch, darzustellen, zu welch ungeheuerlichen Handlungen Menschen, die ideologisch verführt sind, fähig sind.
Das war auch der Grund, warum es für uns ganz selbstverständlich war, dass wir in der Bundesregierung schon im Februar den Grundsatzbeschluss gefasst haben, trotz Sparpaket und all der Maßnahmen 6 Millionen € zur Verfügung zu stellen, also einen quasi der Größe entsprechenden Betrag analog zu Deutschland, und das später auch in einen Ministerratsbeschluss gefasst wurde.
Wir haben uns auch entschieden, den Weg zu wählen, das über den Nationalfonds zu machen, weil wir wissen, dass dort ganz besonders gute Arbeit geleistet wird. Ich habe im Plenum auch die Möglichkeit gehabt, der damals anwesenden, hervorragenden Generalsekretärin Hannah Lessing zu danken.
Mir haben auch die Worte von Herrn Kollegen Schreuder zu denken gegeben, als er die Zahlen darüber genannt hat, wie viele Österreicher und wie viele Menschen aus anderen Ländern nach Auschwitz fahren. Ich hoffe, dass dieser Beitrag, den wir jetzt leisten und den Sie, wenn es so wie im Nationalrat ist, hoffentlich einstimmig beschließen, auch wenn niemand von der FPÖ zu diesem Thema spricht, obwohl zu fast allen anderen Tagesordnungspunkten jemand von der FPÖ spricht (Bundesrätin Mühlwerth: Nicht zu allen! Wir haben nicht zu allen gesprochen!) – zu fast allen, ich habe ausdrücklich gesagt: zu fast allen –, dass das auch dazu beiträgt, dass mehr Menschen aus Österreich nach Auschwitz fahren.
Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass wir nicht einmal das Land verlassen müssen, um ehemalige Konzentrationslager zu besuchen, da es sie ja auch in unserem Land gibt. Wir haben zu dem Thema „Niemals vergessen!“, das ich für besonders wichtig erachte, in den letzten Monaten auch einen anderen Beitrag geleistet: Wir haben gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium und dem Innenministerium dazu beigetragen, dass Guides für die Außenlager von Mauthausen ausgebildet werden. Ich durfte vor wenigen Wochen diesen jungen, aber zum Teil auch älteren Menschen, die sich zur Verfügung stellen, um in ihrer Freizeit insbesondere Schulklassen durch Mauthausen, aber auch durch die Außenlager von Mauthausen zu führen, die Dekrete übergeben. Es wurde nämlich im Vorfeld auch so etwas wie eine Ausbildung dieser jungen und auch älteren Menschen gemacht. Es war auch ein Mann dabei, der selbst in einem Außenlager inhaftiert war und alles miterleben musste, was damals an Grauslichkeiten passiert ist.
Mauthausen ist für mich auch ein Stichwort, und ich betrachte jedenfalls für mich den Beschluss, den Sie demnächst fassen werden, auch als Ehrerweisung für den leider vor Kurzem verstorbenen Hans Maršálek, der so Großartiges geleistet hat im Zusammenhang mit Mauthausen, ein Buch über Mauthausen geschrieben hat, die ganze Gedenkstätte sozusagen initiiert, aufgebaut und unterstützt hat bis zu seinem Lebensende. Erlauben Sie mir also, dass wir diesen Beschluss heute auch als Ehrerweisung für Hans Maršálek betrachten. (Allgemeiner Beifall.)
Ich danke Ihnen herzlichst, und da dies mein letzter Redebeitrag in diesem Jahr ist, wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und danke für die gute Zusammenarbeit hier: Alles Gute im neuen Jahr! Insbesondere (in Richtung Bundesministerin Heinisch-Hosek) auch dir: Danke schön! (Allgemeiner Beifall.)
16.09
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