BundesratStenographisches Protokoll803. Sitzung / Seite 164

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Unternehmer, und bis jetzt habe ich dich auch immer für jemanden gehalten, der sich sehr gut informiert, ebenso für jemanden, der recht hat damit, was er sagt. Aber heute muss ich dir leider widersprechen. Ich bin Präsidentin der Wirtschaftskammerorganisa­tion geworden nicht, weil ich gesagt habe, ich will Präsidentin werden, sondern weil ich als Vertreterin eines kleinen Unternehmens in der Wirtschaftskammerorganisation eine Möglichkeit gesehen habe, meine Anliegen, Probleme einzubringen und auch umzu­setzen. Das hat mich motiviert, und deshalb bin ich dabei.

Es gibt die Junge Wirtschaft, Frau in der Wirtschaft, wir haben sehr viele Möglichkeiten. Ich frage mich nur: Wo seid ihr denn eigentlich immer? Wenn wir Initiativen setzen, wenn wir einladen zu einem Gespräch, wenn ein Problem angesprochen wird, wer von euch beteiligt sich dann?

Ich kann jetzt nicht sagen, wie das in Wien ist, aber ich kenne die Wahlbeteiligung bei mir in Niederösterreich, die nicht schlecht ist. Wir haben mit 60 Prozent eine sehr gute Wahlbeteiligung, und wenn wir die 550 Wahlkarten, die uns die Post irgendwie – ich sage jetzt dieses Wort; es ist sehr hart, aber für mich ist das so – unterschlagen hat, am Abend waren sie nämlich noch nicht da und um 7 Uhr in der Früh sind sie dann auf einmal vorgelegen, hätten berücksichtigen können, dann hätten wir wirklich ein sensa­tionelles Wahlergebnis gehabt.

Kollege Pisec, du hast auch gemeint, es gibt keine Unterstützung bei den Ein-Perso­nen-Unternehmern. – Du musst dir einmal anschauen, was sich die Ein-Personen-Un­ternehmer wünschen! Nicht jeder Ein-Personen-Unternehmer möchte mehr Mitarbeiter haben. Die Wirtschaftskammerorganisation gewährt aber auch Unterstützung. Du müss­test doch wissen, dass jeder erste Mitarbeiter mit 6 000 € im Jahr unterstützt, gespon­sert wird. Ist das nichts, bitte schön? (Bundesrat Mag. Pisec: Zu wenig!) – Ach, zu we­nig! Na sollen wir ihn zur Gänze bezahlen? (Heiterkeit bei ÖVP und SPÖ.) Also so kann es auch nicht sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ. – Bundes­rat Mag. Pisec: Mehr netto für brutto!)

Ich sprinte jetzt ganz einfach, damit wir dann wirklich zum Thema kommen. Also: Wer hat das gemacht? – Das war nicht deine Fraktion, sondern das war schon der Wirt­schaftsbund. Also bitte schön, bringt euch ein, dann könnt ihr dieses Thema auch wirk­lich ansprechen! Macht nicht immer alles madig! Man muss das, was man hat, anspre­chen und auch sagen: Super, das haben wir, das haben wir erreicht!

Ein Unternehmen zu führen heißt ganz einfach, dass man Vertrauen haben muss, dass man Kraft haben muss, anderenfalls wird man scheitern. Ich denke da nur an das schwierige Jahr 2008: Damals ist die Wirtschaftskammerorganisation bereitgestanden und hat die Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützt. Und vor allem die Klein- und Mittelbetriebe sind jetzt gut unterwegs, und die Wirtschaftskammer wird, ganz egal, welche Zeiten kommen, immer beistehen.

Was du in Bezug auf das Eigenkapital gesagt hast, das stimmt gar nicht. Ich werde dir die Unterlagen von der KMU Forschung Austria geben, die belegen, dass in den letz­ten zwei Jahren die Eigenkapitalquote um 7 Prozent erhöht worden ist. Ich habe sogar nachgefragt, weil ich mir gedacht habe, 7 Prozent sind nicht wenig. Du bekommst beim nächsten Mal die Unterlagen von mir, oder besser, ich schicke sie dir, weil ich jetzt vor Weihnachten keine Zeit mehr habe, ich muss noch etwas arbeiten im Geschäft. Also, ich schicke dir die Unterlagen. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ.)

Kolleginnen und Kollegen! Mir ist das schon wichtig, hier als Vertreterin der Organisa­tion zu sagen, wie wir eigentlich funktionieren. Ich würde wirklich nicht meine Zeit in ei­ne Institution investieren, wenn ich wüsste, wir können nichts bewegen. Aber gerade die Wirtschaftskammer ist eine Institution, die konsequent alle Erfahrungen überprüft. Nach jeder Wahl wird ganz genau g’schaut, weil wir es unseren Mitgliedern schuldig


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