Kollege Todt, es enttäuscht mich schon ein bisschen, dass du vorhin angekündigt hast, dass du solche in Wien nicht sehen oder nicht haben willst. – Ich zähle mich auch zu den „Solchen“. Das lässt jedenfalls tief blicken, was deine Geisteshaltung anlangt. (Beifall bei der FPÖ. – Bundesrat Mag. Klug: Gemeint war es nicht so! Das wissen Sie aber ohnehin!) – Herr Kollege Klug, ich bin zurzeit am Wort!
Den Bericht leitet ein Einkommensplus für die Landwirtschaft ein. Heruntergebrochen bedeutet das je nicht bezahlter Arbeitskraft zirka 17 500 € jährlich, das heißt zirka 1 250 € im Monat. Damit sind wir, so glaube ich, durchaus nicht im Bereich der Spitzenverdiener. Der Grüne Bericht enthält auch noch eine Tabelle, einen Ist und Soll-Vergleich, was die Einkommenssituation anbelangt. Wenn man die Verzinsung des Eigenkapitals mit 3,5 Prozent berücksichtigt, dann liegt der durchschnittliche landwirt-schaftliche Betrieb in Österreich 50 Prozent unter dem Sollwert. Das heißt, die Kollegen der roten Fraktion können bei der Umsetzung von eventuellen Buchführungsgelüsten schauen, wie sie sich Steuern bei den Bauern holen werden. Das wird nicht gehen, denn die Buchhaltungen werden etwas ganz anderes ausweisen. (Zwischenruf der Bundesrätin Kerschbaum.)
Nein, nein, Frau Kollegin! Nein, nein! Der Bericht hat ja doch wohl auch einen Wahrheitsgehalt, und den muss oder sollte man auch so zur Kenntnis nehmen. Wenn man das noch auf die Zone 4-Bauernbetriebe herunterbricht, so liegen die überhaupt nur mehr bei 30 Prozent des Solleinkommens.
Grundsätzlich ist es aber erfreulich, dass sich die Bundesregierung zu einer flächendeckenden Landwirtschaft bekennt, die nachhaltig und multifunktional sein soll und in Zukunft, so hoffe ich jedenfalls, vor allem auch familienfreundlich gestaltet sein soll, familienbetriebsfreundlich, denn das ist ja der Knackpunkt. Ich selber bin praktizierender Bauer, und ich weiß aus meinem Umfeld, was da los ist. Es gibt den gesunden bäuerlichen Familienbetrieb, den man – ich sage es einmal so – massiv stützen soll. Es helfen uns nicht die Weltmarktpreise. Wir dürfen aber vor allem nicht von Preisen reden, die kostendeckendes Produzieren zulassen, denn damit spielen wir genau jenen in die Hände, welche viele Hektar besitzen und die großen Betriebe haben. Da werden wir also die Lösung nicht finden.
Insgesamt ist der Bericht auf dem richtigen Weg, die Kulturlandschaft zu erhalten. Die entkoppelten Betriebsprämien oder die Schlachtprämien sind schon erwähnt worden. Frau Kollegin Ebner, eines ist natürlich auch klar: Betriebe hören jetzt nicht unbedingt deshalb auf, weil sie unrentabel sind, so wie Sie sagen, sondern viele kleine Betriebe hören einfach auf, weil der bürokratische Aufwand zu dem, was an Output produziert wird, in keinem Verhältnis mehr steht. Da haben wir ein Problem, und da wissen wir aber vielleicht auch seitens der zuständigen Stellen nicht, wie man das in den Griff bekommen soll, wenn man die Qualität und ähnliche Dinge garantieren muss. Kollege Efgani Dönmez, ich bin biologisch produzierender Landwirt, und ich weiß auch um die Bereiche. Du wirst wahrscheinlich viel verstehen vom Konsum solcher Lebensmittel; ich weiß auch, wie man sie produziert und welche Schwierigkeiten man damit hat. Wenn man biologische Futtermittel braucht, um sie in der Tierproduktion anzuwenden, dann haben wir ständig damit zu kämpfen, dass wir gute Qualitäten an Futter bekommen. Da einfach ins Bodenlose auszuweiten wird an sich nicht funktionieren; also auch das geht so nicht! (Bundesrat Dönmez: Qualität statt Quantität!) – Ja.
Grundsätzlich vielleicht auch noch: Der Agrardiesel muss bleiben. Wenn man da glaubt, den kann man abschaffen: Dieser Diesel wird auf Grund und Boden verfahren, nicht auf dem Asphalt.
Das Nächste ist noch: Die Einheitswerterhöhung ist genauso eine Angelegenheit. Wenn man vorher wieder auf das Solleinkommen der Landwirtschaft zurückschaut,
HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite