BundesratStenographisches Protokoll809. Sitzung / Seite 52

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Hause vor den Fernsehgeräten! Der vorliegende ORF-Jahresbericht für das Jahr 2011 gibt uns heute im Bundesrat wieder einmal Gelegenheit, uns mit dem aktuellen Leitmedium der österreichischen Medienszene, dem Österreichischen Rundfunk, näher zu beschäftigen, und das, das ist neu, während einer Direktübertragung in ORF III.

Meine Vorredner – Herr Kollege Jenewein, der sich als ausgewiesener Experte von ORF eins erwiesen hat, ich werde noch darauf zurückkommen (Zwischenruf des Bundesrates Jenewein), und Kollege Lampel, der die erfolgreiche Bilanz und Zahlen detailliert dargestellt hat – haben schon einiges zum Bericht gesagt. Lassen Sie mich zunächst näher auf das Kapitel Radio im ORF eingehen.

Wir haben schon gehört, die österreichischen Radiosender behaupten insgesamt einen Marktanteil von rund 75 Prozent, das heißt, drei von vier gehörten Radiominuten in Österreich werden von österreichischen Sendern gehört. Das meistgehörte Radiopro­gramm – vor allem in der Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren – ist Ö3 mit rund 2,8 Millionen HörerInnen und 31 Prozent Marktanteil, das ist aber ein Rückgang beziehungsweise etwa das gleiche Niveau wie 2010, als es noch 32 Prozent waren.

Interessant ist, dass der Anteil der regionalen ORF-Radioprogramme sehr schwankt, nämlich zwischen 15 Prozent in Wien und – das werden die Kärntner Kollegen gerne hören – 45 Prozent, der Rekordwert, bei Radio Kärnten.

Jener von Ö1 liegt konstant bei rund 6 Prozent. Österreich 1, das ich persönlich für das beste ORF-Radioangebot halte, hören demnach durchschnittlich über 600 000 Per­sonen. (Bundesrat Schennach: Jetzt sagen Sie einmal, wie hoch das in Wien ist ! – In Wien sind das über 15 Prozent!) – Das spricht wieder für die Bildungsqualität von Wien, Herr Kollege Schennach. (Demonstrativer Beifall des Bundesrates Schreuder.)

Der Versorgungsgrad der Radioprogramme – und das ist ein Detail, auf das ich zu sprechen kommen möchte – liegt laut Bericht bei rund 98 Prozent, aber gerade in diesem Zusammenhang möchte ich auf ein spezielles Problem von Österreich 1 hinweisen.

Wie bereits gesagt, höre ich gerne Ö1 und schätze die Qualität des „Mittagsjournals“ und diverser anderer Informationssendungen, wie der Beiträge aus der Welt der Wissenschaft und Kultur. Auf der Fahrt von Bad Aussee nach Wien fährt man durch 17 Tunnel, und ich ärgere mich jedes Mal, Herr Staatssekretär, wenn der Empfang von Ö1 in 14 von 17 Tunneln ausfällt. Das ist für viele StammhörerInnen ein österreich­weites Ärgernis und ist auch nicht im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrages.

Deshalb, Herr Staatssekretär, darf ich hier im Hohen Haus meine konkrete Forderung nach einem raschen Schließen dieser Versorgungslücken von Ö1 erheben. Wenn private Radiosender dort empfangen werden können, dann muss dies auch für einen öffentlich-rechtlichen Sender möglich sein. Die ORF-Führung ist aufgefordert, rasch zu handeln und diesen Missstand umgehend abzustellen. (Beifall bei der ÖVP.)

Das Kapitel Fernsehen wurde schon erläutert. Es gliedert sich in die Themenbereiche Information, Kultur/Religion, Wissenschaft/Bildung/Lebenshilfe, Sport, Unterhaltung, Kinderprogramme von ORF 2 Europe bis ORF III.

Was den Marktanteil und die Reichweiten betrifft, so macht sich der Konkurrenzdruck, das haben wir schon gehört, deutlich bemerkbar. Der durchschnittliche Marktanteil sank von 37,8 Prozent auf rund 36,4 Prozent. ORF 2 hat, das haben wir schon gehört, einen Marktanteil von 22,6 Prozent und ORF eins einen von 13,8 Prozent. Auch ich persönlich bin nicht begeistert vom Programmangebot, wie es Kollege Jenewein geschildert hat, es handelt sich großteils um Wiederholungen von alten amerikani­schen Serien.

 


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