BundesratStenographisches Protokoll809. Sitzung / Seite 105

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Es haben die Vorredner bereits auf die Bedeutung des Waldes in Österreich hin­gewiesen. Knapp die Hälfte unserer Fläche ist bewaldet, und der Wald ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Das, was die österreichische Forstwirtschaft berühmt macht, ist die Nachhaltigkeit. Es findet sich das Wort der Nachhaltigkeit erstmals in einem öster­reichischen Forstgesetz vor 150 Jahren. Das zeigt, dass wir sehr viel Know-how in der schonenden Bewirtschaftung von Wald und auch in der schonenden Bewirt­schaftung von Fluren haben.

Nachhaltigkeit, Sustainability ist mittlerweile ein Begriff, den die ganze Welt diskutiert. Demnächst in Rio bei der großen UNO-Konferenz geht es um eine nachhaltige Entwicklung, nicht nur des land- und forstwirtschaftlichen Sektors, sondern der Wirt­schaft, der Gesellschaft insgesamt in der Welt.

Das, worauf wir stolz sein können, ist, dass wir Wald so bewirtschaften, dass wir nicht von der Substanz unserer Wälder leben. Wir haben die Waldnutzung unter dem Thema Holzmobilisierung gesteigert. Das heißt, es gelingt uns durch die Programme, die wir aufgestellt haben, mehr Holz aus den Wäldern zu bringen, um Märkte abzudecken  im Heimbereich, aber auch im Export. Das bedeutet eine wertvolle Nutzung des Holzes, Holz als Baustoff, Holz in der Architektur, Holz für die Möbelindustrie und dann natürlich auch Holz für die energetische Nutzung, Papiererzeugung. Aber dass gestei­gert wurde, bedeutet, dass wir eben nicht von der Substanz leben. Wir nutzen 80 Pro­zent des jährlichen Zuwachses, und das ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Immerhin leben knapp 300 000 Menschen vom Wald, beziehen ein Einkommen aus dem Wald, aus der Forst- und Holzwirtschaft, und das wollen wir sichern. Wir haben im Jahr 2011 das Internationale Jahr des Waldes dazu genutzt, um die österreichische Bevölkerung mit dem Thema Wald zu konfrontieren, nämlich auf die Herausfor­derungen hinzuweisen. Wald ist Wirtschaftsraum, Wald ist aber auch Erholungsraum. Immer mehr Menschen nutzen den Wald als Erholungsraum: Jogger, Reiter, Spazier­geher, die Jagd, Wanderer. Der Wald ist aber auch ein zentraler Faktor im Klimaschutz als CO2-Speicher, als Wasserspeicher, als Sauerstofflieferant. Wald ist aber auch ein Standort für Biodiversität, vielen Tier- und Pflanzenarten gibt er Schutz und Heimstatt.

Uns geht es daher darum, die Wälder gesund zu erhalten, und darum, dass die Menschen in Österreich wissen, dass man Wald schützen und schonend bewirt­schaften muss. Daher haben wir ein Ganzjahresprogramm gemacht, um den Men­schen zu sagen, Wald ist mehr als Bäume, Wald hat vielfältige Funktionen. Wir haben bei den Kindern angesetzt. Wir haben im Rahmen von waldpädagogischen Führungen, im Vorjahr und auch generell, Kinder mit dem Thema Wald konfrontiert, damit sie über ökologische Kreisläufe Bescheid wissen. Ich danke den Lehrerinnen und Lehrern, den Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern, dass sie diese Programme annehmen und auch Kinder mit diesem Thema konfrontieren, damit diese Bescheid wissen.

Wir haben ein Ganzjahresprogramm geboten, bis hin zur internationalen Solidarität. Es wurde von einem österreichischen Chocolatier eine Schokolade für ein Waldstück produziert. Der Erlös aus dem Verkauf daraus wurde verwendet, um in Laos ein Regen­waldprojekt zu unterstützen, dort einen Wald aufzuforsten. Die Österreicher haben sich als naschfreudig erwiesen, rund 200 000 € haben wir hereinbekommen. Das ist ein Beitrag, um Wälder auch international zu schützen.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung, dass wir diesen Weg im gemeinsamen Interesse unserer Gesellschaft gehen.  Herzlichen Dank. (Allgemeiner Beifall.)

15.07


Vizepräsidentin Mag. Susanne Neuwirth: Weitere Wortmeldungen dazu liegen nicht vor.

 


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