BundesratStenographisches Protokoll813. Sitzung / Seite 11

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Ein Thema beschäftigt uns Bürgermeister im Besonderen: Bei der Einführung der Neuen Mittelschule werden auch die Gemeinden als Schulerhalter gefordert. Eine Um­frage des Österreichischen Gemeindebundes hat ergeben, dass sich zum Teil beträchtliche Zusatzkosten ergeben. Viele Schulerhalter müssen das neue Schulge­bäude aufgrund der Tatsache adaptieren, dass die Neue Mittelschule Klassen auch in Kleingruppen vorsieht. Dadurch, dass zusätzliche Lehrer und Lehrerinnen unterrichten, sind auch die Konferenzzimmer zu erweitern. Durch den angestrebten Ausbau der ganztägigen Schulbetreuung fallen zudem zusätzliche Kosten für das Betreuungsper­sonal an.

In diesem Zusammenhang, Frau Bundesministerin, möchte ich an eine Veranstaltung in Wals zum Thema Betreuung bei ganztägigen Schulformen erinnern, sei es nun verschränkt oder getrennt. Wir haben damals nicht nur den Mangel an geeignetem Betreuungspersonal eingehend diskutiert, sondern vor allem auch, welche Qualifikation dieses Betreuungspersonal aufzuweisen hat.

Thema war auch das neue Berufsbild des Freizeitpädagogen. Dazu die Frage: Wann werden diese zur Verfügung stehen, und welche Mindestqualifikation hat das Betreu­ungspersonal der Gemeinden grundsätzlich aufzuweisen?

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Bilanz dieser Gesetzgebung kann sich sehen lassen. Mein Vorredner hat bereits darauf verwiesen: Es wurde die Oberstufe neu gestaltet, die Tagesbetreuung ausgebaut – wesentlich dabei ist die Wahlfreiheit –, und immerhin werden zusätzlich 80 Millionen € mehr zur Verfügung gestellt. Der gemeinsame Einsatz unterschiedlicher Lehrer und Lehrerinnen an der Neuen Mittelschule und deren gemeinsame Fortbildung wird zwar als vorteilhaft angesehen, wirft aber auch Probleme auf – vor allem durch die unterschiedliche Entlohnung.

Ganz entscheidend werden daher die nächsten Schritte der Bildungsreform sein: das geplante neue Lehrerdienstrecht verbunden mit einem neuen Entlohnungsschema sowie die Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer, eine Verflachung der Einkommenskurve, höhere Einstiegsgehälter sowie dementsprechende Funktions­bezahlungen, zum Beispiel im Sinne des neu zu schaffenden mittleren Managements – also auch leistungsorientiert. Für besonders engagierte Pädagoginnen und Pädagogen soll es neben monetären Vorteilen attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten in einer modernen Schulstruktur geben.

Neben einem modernen, leistungsorientierten und bundesweit einheitlichen Lehrer­dienstrecht ist auch die Ausbildung von besonderer Bedeutung. Eine Lehrerbildung der Zukunft muss hohe fachwissenschaftliche Kompetenz vermitteln. In den letzten Jahr­zehnten ging der Trend in der Lehrerausbildung immer stärker in Richtung eines integrierten Modells von Fachausbildung, fachdidaktischer Ausbildung und Pädagogik. Erforderlich ist eine gleichwertige Ausbildung auf Masterniveau, die auf die unter­schied­lichen Aufgaben bestmöglich vorbereitet.

Die gestiegenen Anforderungen in einer veränderten Wissensgesellschaft an alle pädagogischen Berufe erfordern daher auch eine innovative und moderne Ausbildung aller Lehrenden. Eine nachhaltige Weiterentwicklung der bestehenden Aus-, Fort- und Weiterbildung hat einen wesentlichen bildungspolitischen Schwerpunkt einzunehmen.

Aufgrund der in den kommenden Jahren bevorstehenden Pensionierungswelle steuern wir auf einen Lehrermangel zu. Um dem zu begegnen, haben die Bereiche der Aus­bildung und des Dienstrechtes dementsprechende Priorität. Daher auch die Frage, Frau Bundesministerin: Wie ist in diesem Bereich der Stand der Verhandlungen?

 


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