Firma selbst nicht benennen, denn eine neuerlich festgestellte undichte Leitung lässt sehr wohl eine möglicherweise seit Jahren laufende Grundwasserverschmutzung vermuten. Zwar heißt es jetzt, die Leitung sei repariert oder nicht mehr in Betrieb, aber wie lange diese schadhafte Leitung schadhaft war, wird nicht gesagt. Ist eh wurscht, ist ja schon alles vorbei! – Man könnte glauben, das ist die Meinung der Verantwortlichen der Firma Kwizda. Eventuelle Langzeitfolgen sind offenbar unbekannt.
So geht man also locker und flockig mit den Ängsten und Interessen der Bevölkerung und deren möglicher Gesundheitsgefährdung um. Aber genau genommen scheint es unmöglich, dass die Menge an kontaminierter Flüssigkeit, welche angeblich bei dem Unfall 2010 ausgetreten sein sollte, derart weitläufige Schäden anrichten konnte. Eher ist es doch glaubhafter, dass schon jahrelang eine Verseuchung des Grundwassers vorliegt, was auch der Meinung vieler Experten entspricht.
Aber die Horrormeldungen über die Firma
Kwizda reißen nicht ab, denn am 7. November 2012 meldeten die
Bezirksblätter, dass weitere 15 Giftstoffe auf dem Areal
der Firma Kwizda, Standort Leobendorf, gefunden wurden. Bereits eine Woche
später,
am 14.11., wurden laut den Bezirksblättern auch im Trinkwasser Giftstoffe
aufgespürt. Was an all diesen Meldungen wahr oder unwahr ist, kann ich von
hier aus nicht beurteilen. Und wer weiß schon, wie viele Lecks, in
welchen Bereichen auch immer, sich noch in diesem Betrieb befinden. Man wird es
uns nicht sagen, auf jeden Fall nicht freiwillig.
Fakt ist allerdings auch, dass Kwizda natürlich schon auf diesen Unfall reagiert hat. Sie errichteten diverse Sperrbrunnen und auch Kohlefilteranlagen und leiteten das scheinbar durch die Filter gereinigte Wasser in das Donaubecken ein. Aber wie sich in der Folge herausstellte, waren all diese Maßnahmen zahnlos, denn das Wasser blieb auch nach dem Durchlaufen der Kohlefilter weiterhin kontaminiert.
Offensichtlich ist es nicht so einfach, die Wasserverunreinigungen zu beseitigen. Experten zufolge soll es Jahrzehnte dauern, das Grundwasser wieder sauber zu kriegen, und es soll viele, viele Millionen Euro kosten. Ich selber bin natürlich kein Experte und kann daher auch nicht sagen, was solche Expertenmeinungen wert sind. Tatsache bleibt, dass all diese verschiedenen Meldungen nicht nur mich, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger in und um Korneuburg verunsichern. Sie helfen uns nicht.
Zusammenfassend möchte ich in Bezug auf die Firma Kwizda aber schon anmerken, dass es da viel aufzuarbeiten gibt und geben wird, denn in den Bereichen Sicherheit und Verantwortung der Bevölkerung gegenüber kann diese Firma sicher nicht punkten. Jetzt aber, wo längst schon wortwörtlich das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird der Milliardenkonzern Kwizda plötzlich großzügig. Kwizda bezahlt einen Teil der Wasseranalysen, welche von den Bürgerinnen und Bürgern gefordert werden. – Welch billige Augenauswischerei, nachdem das Brunnenwasser wahrscheinlich schon seit Jahren durch Kwizda beeinträchtigt wurde!
Aber in dieser unsäglichen Angelegenheit geht es nicht nur allein um die Firma Kwizda. Auch die öffentlichen Behörden selbst haben einen gewaltigen negativen Einfluss ausgeübt. 2010, als der Betriebsunfall bei Kwizda ruchbar wurde, reagierte die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg grundsätzlich einmal mit einer Negation der Tatsachen. Auf besorgte Anfragen aus der Bevölkerung reagierte man kaum oder aber mit verharmlosenden Antworten. Als aber dann die ersten massiven Beschwerden eintrafen, entblödete man sich nicht, auf der Homepage der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg eine Unbedenklichkeit des Grundwassers und der Brunnen zu posten und zu sagen, dass da keine Gefahr besteht. Das war nicht nur unverfroren, sondern auch dumm und sehr bedenklich bezüglich der Verantwortung den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber.
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