tion rund um die Beschäftigung im Tourismus ist schwierig. Die Schwierigkeiten allein auf die Arbeitszeiten zurückzuführen, denke ich, wäre aber zu kurz gegriffen.
Schlechte Arbeitszeiten gibt es auch beim Hochofen. Auch dort arbeitet man 24 Stunden am Tag das ganze Jahr durch, aber ich habe noch nie gehört, dass man zu wenige Beschäftigte im Stahlbereich findet. Im Handel gibt es auch eine mäßige Entlohnung, ich habe aber noch nie gehört, dass man im Handel große Schwierigkeiten hätte, Beschäftigte zu bekommen.
Die Sache ist eben die, dass das Problemkind Tourismus in beiderlei Hinsicht etwas schwierig aufgestellt ist: Es liegt zum einen an der Arbeitszeit und zum anderen an der Entlohnung. Es ist schon gesagt worden und es steht auch im Bericht: Das Medianeinkommen beträgt 9 464 € pro Jahr. Das liegt allerdings mit Sicherheit auch an den vielen Teilzeitbeschäftigten in diesem Bereich, an der Tatsache, dass es Saisonbetriebe gibt, wo man einfach keine volle, kontinuierliche Beschäftigung hat.
Sehr geehrte Damen und Herren, wir müssen aber trotzdem in diesem Bereich Schritte nach vorne schaffen. Es ist zu wenig, wenn man jetzt versucht, den Job als Koch, als Kellner – welchen Bereich im Tourismus auch immer – besser darzustellen. Es hilft nichts, wenn die Entlohnung nicht entsprechend ist. (Bundesrat Perhab: Wir haben aber schon 40 Prozent !) – Ja, das mag schon sein, Kollege Perhab. Dann muss man sich aber generell etwas überlegen. Es wird sicher zu wenig sein, wenn man nach Spanien fährt und dort Beschäftigte angelt, weil man sagt, dort gibt es jetzt so viele Arbeitslose und Jugendarbeitslose, jetzt holen wir die Tourismusexperten aus Spanien. – Ich glaube, das kann auch nicht die Lösung sein.
Ich schätze auch die deutschen Mitarbeiter sehr, weil man sie einfach leichter versteht, wenn man im Tourismus teilweise sehr viele Ostdeutsche oder Deutsche generell antrifft. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Nur wird es ein bisschen schwierig für einen Touristen oder auch für einen Einheimischen, wenn er dann auf die Skihütte fährt und dann von jemandem in der Lederhose mit einem preußischem Akzent begrüßt wird. – Das ist auch nicht die Lösung.
Wenn man schon Regionalität verkaufen will, muss man einfach versuchen, jene Menschen, die vor Ort arbeiten, auch aus der Region zu rekrutieren. Dann muss man eben schauen, dass das ganze Entlohnungsschema passt, dass der Tourismus den Stellenwert findet.
Kollege Mitterer, du hast ja davon gesprochen, dass es Verschlechterungen bei den Anmeldungen im Tourismus beziehungsweise generell gibt. – Ich glaube nicht, dass es Verschlechterungen gibt. Sehr geehrte Damen und Herren, heutzutage ist das ein einfacher Mausklick im Internet, wenn es darum geht, Menschen anzumelden. Oftmals werden sie trotzdem nicht angemeldet, und leider ist der Tourismus da, wie andere Branchen auch, nicht unbedingt rühmlich unterwegs, wenn es um die Moral bei den Anmeldungen geht.
Sozialleistungen und so weiter sind ja vom Einkommen abzuziehen. Wenn die Leute nicht angemeldet sind, dann haben sie keine Chance, weiterzukommen. Ich arbeite in der Rechtsabteilung in der Arbeiterkammer; und wenn dort Leute hinkommen und feststellen, dass sie irgendwo sechs Wochen beschäftigt, aber nicht angemeldet waren, und sie nur deshalb draufkommen, weil sie beim Arzt waren und auf einmal gemerkt haben, dass sie nicht einmal sozialversichert waren, dann hört es sich einfach auf!
Ich weiß auch, dass selbst die Wirtschaftskammer sehr bemüht ist, in diesem Bereich tätig zu werden und die schwarzen Schafe auszumustern, denn es hilft ja nichts. Es hilft ja nichts, wenn man die Schwarzunternehmer irgendwie beschützt oder versucht, da irgendwen mitzuziehen. Man muss das einfach ganz vehement angehen und die
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