Zum Zweiten, was die letztgenannte Kritik am Titel betrifft: „Mittelstandsbericht 2012“. – Ist da etwas dran? Im Endeffekt ist das eine Fortschreibung von Berichten aus früheren Jahren. Es hat immer Mittelstandsbericht 2011, 2010, 2009, 2008 und so weiter geheißen, immer mit Datenmaterial von zwei oder eineinhalb Jahren zurück, was natürlich auch in der Beschreibung dargestellt ist.
Zum Dritten muss ich sagen, wenn Sie mich mehr oder weniger damit befassen, ich sollte etwas tun, dann gebe ich diese Anregung gerne weiter. Es ist so, dass das Institut für KMU-Forschung, Herr Voithofer – ich habe ihn gerade vorhin selber gesehen – den Bericht für unser Ministerium erstellt, wobei wir natürlich die Anregung, die gerade positiv erwähnt worden ist, im EPU-Bereich stärker strukturiert vorzugehen, auch aufgenommen haben. Und es ist hier auch erwähnt worden, dass Datenmaterial vorhanden ist.
Was die Konsequenzen anbelangt – ich glaube, das ist der entscheidende Punkt –, muss man meiner Meinung nach die richtigen Konsequenzen aus dem Bericht ziehen. Und eine der Konsequenzen ist, dass Herr Voithofer und sein Team vorschlagen – es ist auch angesprochen worden –, dass die unternehmerische Orientierung, das Gründergeschehen breit von einer Gesinnung in der Öffentlichkeit und auch von den Rahmenbedingungen her unterstützt werden muss. Da sind einige Punkte erwähnt worden, die wir jetzt umsetzen, wie etwa der Gründerfonds, aber auch der Business Angel Fonds und andere Einrichtungen, oder die leichtere GesmbH-Gründung, die jetzt für Jungunternehmer scheinbar gar nicht so wichtig ist. Aber wenn Sie bedenken, dass mit Basel III die Kreditfinanzierung schwieriger wird, dann ist natürlich die GesmbH in Zukunft wesentlich attraktiver, um hier Angebote zu haben.
Darüber hinaus setzt es natürlich schon in den Schulen und in einem breiten Diskussionsprozess in der Gesellschaft an, dass man dort richtig aufbaut, dass eben nur die Unternehmen die Arbeitsplätze sichern und sonst niemand. Das wird leider viel zu wenig bedacht.
In diesem Zusammenhang, Frau Kerschbaum: Natürlich bin ich nicht der Weihnachtsmann, aber Wünsche nehme ich immer gerne mit, wenn sie realisierbar sind. Da muss ich betreffend die Diskussion um die Firma GEA leider schon ein paar Feststellungen machen: Man kann durchaus richtige Ableitungen treffen, aber nicht in dem richtigen Zusammenhang.
Daher: Wenn ich feststelle, wir haben eine Bankenkrise, wir haben eine Finanzmarktkrise, Griechenland und andere Länder haben Probleme, dann kann ich nicht für mich als Unternehmen oder als Einzelperson das Recht daraus ableiten, jetzt mache ich das Richtige für mich. Da bin ich im wilden – in dem Fall – Waldviertel – Wilder Westen ist da nicht angebracht –, und sage, ich mache das für mich.
Das Zweite ist, man muss natürlich auch den richtigen Schluss ziehen. Wenn jetzt ein Aspekt oder ein Ergebnis der Bankenkrise ist, dass die Banken viel stärkere Reglementierungen erhalten, was durchaus richtig sein mag, was Produkte anbelangt, dann kann man doch auf der anderen Seite nicht beim anderen Ende ansetzen und sagen, wer eine gute Idee hat, wer irgendwo im Klein- und Mittelbetriebsbereich tätig ist, der kann so eine Art Privatbank machen, ohne dass man da genauere Regelungen macht – umso weniger, als es in diesem Bereich natürlich schon Modelle gibt.
Diese Modelle – ob das jetzt ein Sparvereinsmodell ist, ob das ein Genossenschaftsmodell ist, was auch immer – kann man natürlich anwenden. Das wollte dieser Herr aber nicht, sondern er wollte die Auseinandersetzung mit der Finanzmarktaufsicht führen – und führt sie ja auch noch. Da muss man meiner Meinung nach schon die Möglichkeiten und auch die Grenzen sehen.
Wissen Sie, wo die Grenze ist? – Dass die vielen Leute, die jetzt Geld hergeben, in dem Augenblick alle zum Staat kommen – und da haben wir schon Beispiele erlebt –,
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