Denn: Wirtschaftliche Aktivitäten finden nur auf lokaler Ebene statt. Und das gilt es zu berücksichtigen, wenn die Gesetzgebung zum Binnenmarkt entwickelt wird, denn das ist die einzige Möglichkeit, wie man das Konzept des Lokalen mit dem einer paneuropäischen Wirtschaft in Einklang bringen kann.
Es gibt ein Thema, über das ich heute mit besonderem Stolz hier zu Ihnen spreche, und zwar spreche ich da von der Jugendgarantie. Das war eines der positivsten Ergebnisse des Europäischen Rates vom 8. Februar. Es wird allen Jugendlichen ein Arbeitsangebot, eine qualitative Ausbildung oder die Möglichkeit von Praktika geboten, um so zu vermeiden und zu verhindern, dass hier eine verlorene Generation heranwächst. Dieser Vorschlag, das System der Jugendgarantie auf die ganze Europäische Union auszuweiten, inspiriert sich, soviel ich weiß, zum Teil auch am österreichischen Modell. Und das ist gerade der Vorteil der Europäischen Union: dass man von den bewährten Praktiken unserer Mitglieder lernen kann, die, wie in diesem Fall Österreich, in einem bestimmten Bereich Vorreiter sind. Ich bin voll und ganz davon überzeugt, dass das ein effizientes Instrument sein wird, um die Jugendbeschäftigung voranzubringen und damit auch das Wachstum in Schwung zu bringen.
In Spanien führen wir gegenwärtig eine Revision unseres Modells zur Schaffung von Jugendarbeitsplätzen durch, und zwar auf der Grundlage der Leitlinien der Europäischen Union. Und wir sind davon überzeugt, dass der Erfolg dieses Planes im großen Maße von der Partizipation der Städte und Regionen abhängen wird, denn sie sind am besten dazu in der Lage, die lokalen Arbeitsmärkte zu evaluieren und entsprechende auf die Jugendlichen abgestimmte Programme zu entwickeln.
Was die Globalisierung und Wettbewerbsfähigkeit betrifft, so sind wir auch davon überzeugt, dass es dringlich ist, Strukturreformen im unternehmerischen Umfeld vorzunehmen. Wir brauchen ein neues Wettbewerbsmodell, das den Aufschwung der Schwellenländer berücksichtigt, die neuen Technologien, vor allem im Bereich von Information und Kommunikation, sowie auch den Übergang hin zu einer Wirtschaft, die sich auch der Reduktion von CO2-Emissionen verschrieben hat.
Es ist daher ganz besonders wichtig, dass lokale und regionale Körperschaften und unsere Industrien sich auch anpassen an diesen neuen Kontext des internationalen Wettbewerbs, der ja per definitionem ein Kontext ist, der sich ständig verändert. Die Globalisierung ist eine Herausforderung, die sich der ganzen Gesellschaft stellt und nicht nur den Unternehmen, deshalb müssen auch lokale und regionale Körperschaften dazu beitragen, sicherzustellen, dass europäische Unternehmer sich wirklich dieser Internationalisierung verpflichtet fühlen und auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig sind.
Vor diesem Hintergrund wird der Ausschuss der Regionen weiterhin betonen, wie wichtig es ist, mittel- und langfristige Investitionen in lokale und regionale Projekte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu unterstützen, vor allem auch im Einklang mit dem Klimapakt der Bürgermeister, denn diese Bemühungen tragen zur Erreichung der Ziele von Europa 2020 im Bereich CO2-Reduktion bei.
Wie Sie aus meinen Worten bisher unschwer erkennen können, ist der Ausschuss der Regionen sehr aktiv in vielen, eigentlich in fast allen Politikbereichen der Europäischen Union. Europa ist aber natürlich auch mitbetroffen durch die Geschehnisse in den Nachbarländern, und sowohl in den Nachbarländern des Ostens wie auch in jenen des Südens finden gerade tiefgreifende Umwälzungen statt. Um die Grundlagen für eine nachhaltige Demokratie zu schaffen, die ja das Hauptziel der neuen Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union darstellt, wurde auch die wichtige Rolle anerkannt, die hier den lokalen und regionalen Körperschaften bei der Förderung der Kultur einer politischen Partizipation zukommt.
Für die Versammlung der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften Europa-Mittelmeer, ARLEM, ein territoriales Governance-Organ der Union für das Mittelmeer, ge-
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