BundesratStenographisches Protokoll819. Sitzung / Seite 64

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ten und in den einzelnen Materien zusprechen. Und darüber freue ich mich natürlich auch im Nachhinein.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, damit spanne ich jetzt doch ein wenig die Brü­cke zu dieser im Moment noch etwas neuen Situation hier auf dieser sogenannten Re­gierungsbank. Aber Sie alle wissen, dass mir als gelerntem Parlamentarier, als der ich in Wien in die Politik eingestiegen bin, auch in meiner zukünftigen Aufgabenstellung die Zusammenarbeit mit dem Parlament eine sehr wichtige sein wird. Es ist auch von gewissem politischem Vorteil, wenn man weiß, was ein Landesverteidigungsausschuss ist, was ein Sportausschuss ist und was in diesen Bereichen so gemeinsam diskutiert wird. Dadurch hat man dann auch in der eigenen politischen Arbeit einen anderen Zu­gang, was die Zusammenarbeit mit dem Parlament betrifft.

Ihnen allen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, im Allgemeinen und dem Bundesrat im Besonderen wünsche ich eine gute Zukunft. Es hat mich sehr gefreut, diese Kol­legialität auch miterleben und mitgestalten zu dürfen. Und ich ergreife die Gelegenheit, mich heute – halb außer Protokoll – in dieser Form von Ihnen als Altbundesrat und auch als Fraktionsvorsitzender zu verabschieden. (Allgemeiner Beifall.)

Kolleginnen und Kollegen, nun zur Arbeit. Vor fast vier Wochen wurde ich als Bundes­minister für Landesverteidigung und Sport angelobt. Es ist mir eine besondere Ehre, aber auch eine große Freude, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen und heute in un­serem Bundesrat bei Ihnen meine Antrittsrede halten zu dürfen.

Ich kann Ihnen versichern, dass ich diese Aufgabe verantwortungsvoll, mit großem En­gagement, aber auch mit der gebotenen Demut ausüben werde und dass ich mich als Bundesminister für Landesverteidigung und Sport auch diesem Haus sehr verpflichtet fühle.

Insofern hoffe ich und werde ich auch alles dazu beitragen, dass ich vor allem der Op­position in meiner konkreten Amtsausübung nur wenig Veranlassung biete, eine Dring­liche zu stellen, sodass ich die Geschäftsordnung nicht zur Gänze vergesse. (Heiter­keit.)

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich habe diese Aufgabe mit dem Bewusstsein übernommen, dass mir die österreichische Bevölkerung einen klaren Auftrag mitge­geben hat. Die Entscheidung am 20. Jänner war eindeutig, daher ist mein Auftrag auch klar: Ich werde mich bemühen, die Attraktivierung des Grundwehrdienstes in dieser Form voranzutreiben. Lassen Sie mich daher auch zu diesem Zeitpunkt mit aller Deut­lichkeit sagen: Die Attraktivierung des Grundwehrdienstes ist jetzt im Bereich der Lan­desverteidigung mein primäres politisches Ziel.

Es ist klar, und das Maßgebliche bei dieser Zielsetzung besteht für mich darin, dass wir uns darum bemühen müssen, jenen jungen Burschen – im Herbst sind es wieder 7 000, alljährlich 22 000 –, die zu uns kommen, das Gefühl zu vermitteln und zu signa­lisieren: Ich hätte gerne, wenn ihr bei uns seid, dass ihr auch möglichst viel für euer weiteres Leben mitnehmt. An diesem Ziel arbeite ich. Der Grundwehrdienst muss att­raktiver werden, und es müssen auch, wenn vorhanden, Leerläufe vermieden werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

Werte Kolleginnen und Kollegen, da bin ich sehr zuversichtlich. Die österreichische Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang einen äußerst professionellen Plan auf die Reise geschickt. Der Prozess ist perfekt vorbereitet. Es gibt eine Expertenar­beitsgruppe, es gibt eine politische Arbeitsgruppe auf der Ebene der Koalition und es gibt eine klare Zeiteinteilung, in welchem Zeitabschnitt wir welches Thema primär bear­beiten werden.

Ich habe unserem Koalitionspartner vorgeschlagen, dass wir in jenen Bereichen, in de­nen es sinnvoll ist, der Öffentlichkeit auch Zwischenergebnisse präsentieren werden.


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