BundesratStenographisches Protokoll819. Sitzung / Seite 68

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jektförderung. Wir schaffen mehr Transparenz, und wir schaffen mehr Kontrolle im Be­reich der Verwendung öffentlicher Mittel. Es kommt auch zu einer klaren Trennung zwi­schen dem Breiten- und Spitzensport.

Ich bin der Meinung, dass dies eine moderne Sportpolitik mit öffentlichen Mitteln ist. Ich freue mich, dass das erste Feedback, das ich vergangene Woche bekommen habe, als ich alle 60 Fachverbände und Dachverbände zu mir ins Haus des Sports eingeladen habe, ein so positives ist. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die professionelle Vorbereitung dieses neuen Gesetzes in absehbarer Zeit die parlamentarische Be­schlussfassung ermöglichen wird.

Werte Kolleginnen und Kollegen! Der Spitzensport steht zweifelsohne – je nach Jah­reszeit und Großveranstaltung – immer wieder im Blickwinkel der sportpolitischen Aus­einandersetzung. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang Folgendes sagen: Klar ist, dass unsere Sportlerinnen und Sportler Höchstleistungen erbringen, hart trainieren. Als Hobbysportler kann ich maximal erahnen, was es bedeutet, wenn man de facto sein ganzes Leben danach ausrichtet, um Höchst- und Spitzenleistungen im Bereich des Sports zu erbringen. Ich kann maximal erahnen, was es bedeutet, viel auf Pri­vatleben, viel auf Familienleben zu verzichten, den Tages- und Wochenablauf nach dem Sportprogramm auszurichten. Ich habe höchsten Respekt vor diesen Leistungen, vor dieser Lebensgestaltung und davor, was unsere Sportlerinnen und Sportler in die­sem Zusammenhang alles schaffen. (Allgemeiner Beifall.)

Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Bundesräte! Wenn da oder dort struktu­relle Defizite festgestellt werden, dann ist es auch meine Aufgabe als Sportminister, meine Beiträge dahin gehend, wie wir diese strukturellen Defizite auf Zeit beseitigen können, durchzudenken und einzubringen.

Ich habe mich daher bemüht, auch finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen – nicht nur für Rio. Alles ist gut aufgestellt, es wird in Summe gelingen, 5 Millionen € zusätzlich pro Jahr aufzubringen, also 20 Millionen €.

Geld alleine ist es aber nicht. Bei den Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern geht es auch darum, dass sie optimale und jederzeit verfügbare Trainingsmöglichkeiten ha­ben. Spitzensportlerinnen und Spitzensportler brauchen optimale Trainingsbedingun­gen. Mein zweites Ziel neben dem Bundes-Sportförderungsgesetz ist es daher, zu ei­nem Spitzensport-Masterplan, einem Trainingsstätten-Masterplan zu kommen. Dies soll auf der einen Seite aus der Sicht des Bundes geschehen, aber auf der anderen Seite natürlich – nicht, weil ich jetzt in der Länderkammer bin – in engster Abstimmung mit den Landessportreferenten und den Landesverantwortlichen, weil es in verschiede­nen Bundesländern zu unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen kommen wird. Da versuche ich, eine sehr konstruktive Zusammenarbeit zu erreichen. Wenn ich das viel­leicht etwas lockerer formulieren darf: Bundesländerübergreifende Zusammenarbeit ist mir ja auch aus der Zeit im Bundesrat nicht fern. Ich bin sehr optimistisch, dass wir da zu schönen und guten Ergebnissen im Interesse des Sports kommen werden.

Lassen Sie mich abschließend noch etwas ansprechen, das ich natürlich gerne unter­stützt habe: Die politische Idee, das politische Modell, die politische Forderung der täg­lichen Turnstunde ist ein Projekt, das im Kern nicht nur richtig, sondern auch zukunfts­trächtig ist. Warum? – Es ist besonders wichtig, bereits junge Menschen, Kinder, für den Sport zu begeistern.

Natürlich wirkt das in Kombination mit Vorbildern. Botschafter für das Land, wie es Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind, sollen sie durch ihre Begeisterung mit­reißen. Diese Verantwortung, die Spitzensportler auch haben, nehmen diese ganz toll wahr. Wenn bereits die Kinder möglichst früh tolle Vorbilder haben und gleichzeitig die Voraussetzung für mehr Bewegung bekommen, ist dies nicht nur ein Projekt, das


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