nennen, das sind Soldaten – hier wirklich einen Sinn zu geben. Wenn ich jetzt sage, das Handwerk der Landesverteidigung zu erlernen, klingt das ein wenig komisch, aber wir müssen ihnen hier wirklich auch einen Sinn geben, den sie darin sehen, für das Vaterland tätig zu werden.
Ich habe ja nie zu denen gehört, die gesagt haben, das ist verlorene Zeit. Ganz im Gegenteil: Ich finde, dass es für junge Männer und Frauen – es sind ja auch Mädchen dabei – durchaus eine Zeit geben kann, wo sie sagen: Ich stelle mich jetzt voll in den Dienst des Vaterlandes! – Ich halte das für richtig. Ich habe das immer für richtig gehalten und tue das auch heute noch. (Beifall bei der FPÖ.)
Aber es hat wenig Sinn, wenn die dann dort sitzen und geistig oder tatsächlich Däumchen drehen und das Gefühl haben, das alles bringt ihnen nichts. Daher werden wir jetzt schauen, was dann auch wirklich herauskommt dabei und was tatsächlich geschieht, denn wir haben ja schon oft erlebt, dass die Überschriften da waren und dann das weniger mit Leben erfüllt wurde und die Überschriften stehengeblieben sind. Also jetzt gibt es noch Vorschusslorbeeren von unserer Seite. Wir hoffen, dass das tatsächlich mit Leben erfüllt wird.
Wenn man Reformen umsetzen will – du hast gesagt, du wirst einsparen und umschichten, und Vizekanzler und Bundeskanzler haben gesagt, dass es dabei auf 1 Million € nicht ankommen soll –, hat die Frau Finanzminister das letzte Wort, ob sie den Betrag dann auch freigibt. Es ist auch die Frage, ob das überhaupt genügen würde. Wenn wir ein gutes Bundesheer haben wollen, muss man sich irgendwann nach 2017 auch ganz ernsthaft darüber unterhalten, ob nicht eine generelle Budgeterhöhung richtig und wichtig wäre. In diesem Zusammenhang wünsche ich wirklich viel Erfolg.
Wir werden auch als Opposition dort immer dabei sein, wo es uns richtig und sinnvoll erscheint. Wir werden dort Kritik üben, wo wir sehen, dass es nicht so gut läuft, aber das ist ja nichts Unbekanntes. Herr Minister Klug kennt das Haus, kennt uns, weiß also, wie es läuft.
Ich möchte jetzt noch zwei, drei Dinge zum Sport sagen, weil das Ressort ja dazugehört. Wir können auf unsere Sportler stolz sein, und ja, höchsten Respekt vor ihren Leistungen. Nehmen wir jetzt einmal das Skifahren als Beispiel. Wenn da zwischen dem Ersten und dem Dritten ein paar Tausendstelsekunden Unterschied ist, kann man nicht sagen, dass der Erste gut ist und der Dritte schlecht. Das stimmt einfach nicht. Es ist aber im Sport eben so, dass es einen Ersten, einen Zweiten, einen Dritten und weiter Folgende gibt. Trotzdem hat der Dritte genauso Respekt verdient wie der Erste, und irgendwann einmal wird dann auch der Dritte der Erste sein. (Bundesrat Schreuder: Der Letzte hat auch Respekt verdient!) – Auch der Letzte hat selbstverständlich Respekt verdient, aber normalerweise werten wir immer nur die ersten Drei. So kommt es dann auch zu Meldungen, und das war jetzt in meinem Hinterkopf, dass wir keine Medaille gemacht haben, und die werden nun einmal an die ersten Drei vergeben.
Was uns jedoch auch fehlt, was uns bei aller Sportförderung leider über die Jahrzehnte abhandengekommen ist, denn das ist eine gesellschaftliche Entwicklung, sind Freiräume für Kinder. Als ich ein Kind war, gab es in Wien noch Baulücken, die man Gstätten genannt hat, wo wir uns austoben konnten, Mädchen wie Burschen. Die sind völlig verschwunden, und wir behüten auch unsere Kinder so sehr, dass sie, selbst wenn es diese Gstätten noch gäbe, dort gar nicht mehr spielen dürften, weil wir ja vor Angst und Sorge sterben würden, dass sie sich dort die Knie aufschürfen könnten. Und es gibt auch nicht mehr diese wenig befahrenen Nebenstraßen, in denen die Buben Fußball gespielt haben. In vielen Ländern ist es ja auch heute noch so, dass man auf der Straße die Talente unter den Kindern entdeckt. Das fehlt uns ja alles.
Ich habe auch kein Patentrezept, wie wir da wieder hinkommen könnten, aber wir sollten zumindest immer im Hinterkopf behalten, dass wir wieder mehr Freiräume schaffen
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