Das heißt, hier haben wir noch einigen Aufholbedarf. Was das anlangt, sind wir noch lange nicht Vorzeigeland.
Nächstes Jahr ist also das Europäische Jahr der Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben, und das darf nicht nur Frauensache sein. Wir wollen, dass auch Männer Familienzeit nehmen können. Wir wollen, dass Unternehmen auch Männer dazu ermutigen und ermuntern, obwohl es im Bereich der Klein- und Mittelunternehmen – das wissen wir (in Richtung von Bundesrätin Zwazl), Frau Präsidentin, das diskutieren wir auch sehr oft – sehr schwierig ist, Männer eine Zeitlang zu entbehren. Es sollte aber mit einer Kraftanstrengung möglich sein, zum Beispiel einen Papamonat anzudenken und es dann auch zu erreichen, dass Männer zumindest zwei bis drei Monate Auszeit nehmen. Klein- und Mittelbetriebe gibt es auch in anderen europäischen Staaten, und auch dort kann man sich, wenn es einmal Mainstream, wenn es einmal normal geworden ist, mit Ersatzlösungen sehr gut helfen. Also hier ist noch einiges zu tun.
Die irische Präsidentschaft, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, hat das Thema „Frauen und Medien“ als prioritäres Thema definiert, denn letztendlich ist es wichtig, dass wir auch im Bereich der Medien Frauen in Führungspositionen haben. Und da kann ich sehr stolz sagen, dass in Österreich der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit der Quotenregelung schon einiges auf den Weg bringen konnte, dass Frauen dort in Führungspositionen gekommen sind und dass sich die Auswirkungen davon auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses so großen Unternehmens als positiv herausgestellt haben. Wenn gemischte Führungsteams am Werk sind, werden Entscheidungen vielfältiger und bunter, und das tut jedem Unternehmen gut – auch unserem ORF.
Das heißt, „Frauen und Medien“ ist ein Thema, bei dem wir gut mitreden können, bei dem wir aber auch – und da gibt es gleichfalls noch einiges zu tun – die Darstellung von Frauen in den Medien hinterfragen müssen. Auch das gehört zu den Schwerpunkten, wenn man für die Präsidentschaft „Frauen und Medien“ als Thema definiert: dass die Darstellung von Frauen hinterfragt wird, die Sexismen, die tagtäglich damit verbunden sind, beispielsweise diese Zuschreibungen in der Werbung: Waschmittel ist Frau und Reparieren mit Bohrer und sonstigen Gerätschaften ist Mann. Das wird ein bisschen aufgebrochen, aber bei Weitem noch nicht so, wie es sich gehört.
Wir haben daher letztes Jahr bei den Medientagen auch einen Preis ausloben können, den Gender Award für gleichstellungsorientierte Werbung. Es haben sich einige Unternehmen beworben – es hätten mehr sein können, aber es war das erste Mal. Wir werden diesen Preis alle zwei Jahre ausloben, und ich glaube, dass sich auch da in den Köpfen schön langsam die typischen Zuschreibungen, was Frauen können oder nicht können und was Männer können oder nicht können, ändern werden.
Wenn die irische Präsidentschaft diese Rollenbilder prioritär behandelt, dann ist das sicherlich auch etwas, was nationalstaatlich hilft, eine nicht diskriminierende Darstellung von Frauen und Mädchen sowie Buben und Männern zu erreichen.
Ein wichtiger Vorstoß ist auch der Vorschlag der EU-Kommissarin hinsichtlich Quotenregelungen. Und ich sage es immer wieder – es wurde auch von Kollegin Blatnik schon gesagt –: In Österreich könnte es schneller gehen. Wir arbeiten mit der Freiwilligkeit seit vielen, vielen Jahren, aber es tut sich zu wenig! Und wenn die Arbeiterkammer jedes Jahr die 200 Topunternehmen anschaut, dann sieht man, dass sich dort etwas im Zehntelprozentbereich tut.
Wir in der Bundesregierung haben es aber geschafft, dass wir bei den staatsnahen Unternehmen ... (Zwischenruf des Bundesrates Perhab.) – Natürlich! Die bei der Arbeiterkammer haben einen Papamonat, Herr Kollege, da haben sehr viele Abteilungsleiterinnen ... (Bundesrat Perhab: ... in Führungsfunktion in der Arbeiterkammer!) – Ja, in der Landwirtschaftskammer kenne ich auch keine einzige Frau, die in einer Führungsposi-
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