ganz wesentlicher Bestandteil, denn man muss sich ja immer wieder von innen und von außen anschauen, wie gut man eigentlich ist. Und auch das sage ich nicht zum ersten Mal: Es wäre natürlich auch beim Leitbild eines Schulleiters ganz wichtig, dass sich dieser seine Lehrer auch ansieht, dass er einmal in den Unterricht geht und schaut, wie der Lehrer eigentlich unterrichtet, und ihm im Positiven wie im Negativen Hilfestellung gibt: im Negativen, wenn es Kritik zu üben gilt, den Lehrern sagt, was sie tun können, Empfehlungen ausspricht, aber natürlich auch positive Rückmeldungen gibt.
Es ist ja oft wirklich so, dass die Lehrer Einzelkämpfer in einer Klasse sind und von nirgendwo eine entsprechende Rückmeldung bekommen, am ehesten noch von den Schülern, wenn das auch manchmal nonverbal ist. – Das kann uns nicht zufriedenstellen. Auch hier müssen bei den Schulleitern die Kompetenzen entsprechend gestärkt werden.
Interessant war für mich auch das Kapitel über Chancengleichheit. Und da zitiere ich jetzt: „Kinder von Eltern mit geringer Bildung zeigen in der 4. Schulstufe deutlich schwächere Leistungen.“– Nichts Neues! – „Ihr Rückstand im Lernfortschritt liegt bei mehr als zwei Schuljahren“ – das ist eigentlich eine Katastrophe! – „() hinter den Kindern von Eltern mit Maturaabschluss.“
Und da reden wir, bitte, von der Volksschule. Hier reden wir von der Gesamtschule, wo es soziale Durchmischung gibt, wo die sozialen Unterschiede eigentlich ausgeglichen werden sollten, wie wir ja immer hören. Landauf, landab hören wir seit Jahren, die späte Trennung bringe die Kinder im sozialen Ungleichgewicht nicht wirklich vorwärts. Hier haben wir diese Gesamtschule, und auch sie kann die sozialen Unterschiede offensichtlich nicht ausgleichen.
Jetzt frage ich mich: Die Schule der 6- bis 14-Jährigen wird das dann können? Auf was hinauf eigentlich? Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, warum man an diesem Modell immer noch festhält. Denn es zeigt sich ja auch in der Neuen Mittelschule – obwohl man jetzt ehrlicherweise sagen muss, dass hier natürlich noch keine so großen Datenmengen vorliegen, um echte Rückschlüsse daraus ziehen zu können –, dass die soziale Durchmischung ganz ähnlich – wir reden jetzt von Wien, nicht von den Hauptschulen am Land – wie bei den Hauptschulen ist.
Was brauchen wir jetzt? Das sagt auch der Bericht – auch nichts Neues, habe ich auch schon öfter gesagt –: eine allgemeine Steigerung der Unterrichtsqualität – das geht mit der Lehrerausbildung und Lehrerweiterbildung einher –, guten Fachunterricht – das hängt unmittelbar zusammen – und – das sagt aber auch der Bericht und das sind auch wieder so Sätze, die von einigen ungern gehört werden – dass ein strukturierter und disziplinierter Unterricht die Anzahl der Risikoschüler senken und auch die sozialen Unterschiede ausgleichen könnte.
Ich habe auch schon öfter hier angesprochen, dass die sozialen Unterschiede nicht vom Schultyp abhängen, sondern von der Art und Weise, wie ich einen Unterricht mache. Ich bekenne mich zu Disziplin und zu Struktur. Das ist im ganzen Leben unerlässlich. Und je früher die Kinder das lernen, desto besser für sie, denn umso weniger schwer tun sie sich dann nachher. Man soll es nicht immer so hinstellen, dass Disziplin ein „Brechen der Schüler“ sei. Das steht meistens im Raum: Wenn man sie diszipliniert, dann bricht man die Schüler, und diese armen Hascherln lernen das noch früh genug. – Das habe ich nicht nur einmal gehört. Das stimmt einfach nicht.
Das Kapitel Mehrsprachigkeit wurde heute auch schon angesprochen und kann natürlich auch bei mir nicht fehlen, das ist ganz klar. Es zeigt sich einmal mehr – auch das ist nichts Neues, und wenn wir das Problem negieren, wird es dadurch nicht gelöst –, dass die Mehrzahl der Zuwandererkinder einfach Schwierigkeiten mit der deut-
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