des ist. Ich weiß aber, dass Bildung, Ausbildung und Forschung der Schlüssel schlechthin für die weitere Entwicklung unseres Landes sind. Daher bin ich froh, dass wir trotz der lang ausgeführten Rahmenbedingungen zusätzlich in der letzten Periode begonnen haben, in die Bildung zu investieren, und das auch fortsetzen.
Es werden viele Maßnahmen getroffen: Kleinere Klassen, verstärkter Einsatz von Lehrerinnen und Lehrern dort, wo wir es brauchen und wo es notwendig ist, sowie eine flexiblere Gestaltung, damit dort, wo es notwendig ist, auch mit besserer Förderung angesetzt werden kann. Das ist eine gute Investition in Österreich, denn der Ausgleich von sozialen Unterschieden ist sehr wichtig. Chancen und Fähigkeiten, die vorhanden sind und die jemand vom Elternhaus her mitbringt, sind zu fördern, es ist aber auch auszugleichen. Das ist eine gewaltige Aufgabe für eine Gesellschaft, weil das darüber entscheidet, welches Rüstzeug die nächste Generation mit bekommt.
Dabei sind nicht nur die Kindergartenbetreuung, die Schulen und weiterführenden höheren Schulen und die Universitäten ein wichtiger Schlüssel, sondern auch unsere duale Ausbildung ist etwas, wovon ich überzeugt bin, dass Europa mehr davon braucht und von Österreich lernen kann. Wir bringen das auch immer als Beispiel neben der Ausbildungsgarantie in Europa ein, und zwar in der tiefen Überzeugung, dass es dabei um ganz wichtige Maßnahmen betreffend die soziale Frage geht, wie man dafür sorgen kann, dass junge Leute eine Chance bekommen. Man darf sich nämlich nicht an Arbeitslosenzahlen bei jungen Menschen gewöhnen, die in manchen Staaten so verheerend sind, dass sie irgendwann einmal die Einzelschicksale ausblenden, weil man sich dort an die Sockelarbeitslosigkeit gewöhnt hat. An Jugendarbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit überhaupt darf man sich nie gewöhnen, und daher ist die Investition in Bildung ein dermaßen zentraler Schlüsselfaktor.
Auch Forschung und Wissenschaft mit ihrer Grundlagen‑ und angewandten Forschung entscheiden darüber, ob wir um die berühmte Nasenlänge mit voran sind. Wir sind zum Beispiel in der Autoindustrie – unsere Industrie ist zu 10 Prozent Autoindustrie – sehr nahe verknüpft mit Deutschland. Aber es haben auch viele österreichische Betriebe in der Innovation – selbst in einem Feld, in dem Deutschland europaweit für seine innovative Kraft bekannt ist –, in der Entwicklung eine durchaus große Rolle gespielt, weil sie eben in der Forschung um eine Nasenlänge voraus waren.
Dasselbe gilt auch für viele andere Betriebe in den verschiedensten Bereichen, etwa im Bereich der Medizintechnologie oder anderer Entwicklungen in unserem Lande. Ich bekomme – so wie Sie – bei Betriebsbesuchen, wenn ich mir etwas zeigen lasse, unschwer und sehr schnell die Tatsache belegt, dass – wie wir immer sagen – gut ausgebildete Mitarbeiter, richtig angewandte Mittel und gute Spielräume bei Forschungsmitteln ein wichtiger, richtiger und guter Schlüssel dafür sind, dass wir die Wirtschaftsleistung pro Kopf steigern können. Dafür ist Innovation der Schlüssel.
Betreffend Wirtschaftsleistung pro Kopf lag Österreich bei EUROSTAT, also bei jenen, die miteinander vergleichen, in der Vergangenheit, etwa im Jahr 2008, noch auf dem fünften Platz innerhalb der Europäischen Union. Jetzt sind wir auf den zweiten Platz aufgestiegen, aber es gibt natürlich nicht so etwas wie eine Garantie für zehn Jahre, dass man sich quasi, wenn man jetzt einmal Zweiter ist, einen Stempel holen könnte, damit man auf diesem Platz bleibt und sich ein bisserl ausrasten kann, weil man ja Zweiter ist und viel dafür getan hat. Im Gegenteil! Gerade die Wirtschaftsleistung pro Kopf ist eine tägliche Herausforderung, bei der es um gut ausgebildete Leute und gute Rahmenbedingungen geht.
Dazu gehört auch die Lebensqualität in unserem Land. Lebensqualität gehört zu den Faktoren, die sehr wichtig für die Entscheidungen sind, wo Headquarters sich ansiedeln. Dazu gehören aber natürlich auch Rahmenbedingungen wie technische und andere Infrastrukturen und im Besonderen eben Bildung und Innovation.
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