Leistungen auf der einen Seite und die älter werdende Bevölkerung auf der anderen Seite ganz große Anforderungen an uns.
Wir haben aber auch mit der Einschränkung bei der Gruppenbesteuerung, der Abschaffung von Steuerbegünstigungen bei Managergehältern ab 500 000 €, der Verlängerung des Solidaritätszuschlages, den Sicherungsbeiträgen bei sogenannten Privilegienpensionen sowie mit der Bankenabgabe und vielem mehr ebenfalls zu zeigen versucht, dass Fairness keine Einbahnstraße ist. Fairness bedeutet eben nicht, dass man die Gruppe zur Kasse bittet, bei der es am schnellsten gehen würde, nämlich bei der Registrierkasse im Supermarkt.
Wir versuchen nicht, diese Methode anzuwenden, um die Einnahmen zu durchforsten oder zu verbessern, sondern wir versuchen, uns einzelne Bereiche vorzunehmen – ich habe bereits Beispiele genannt –, wo Maßnahmen vielleicht aufwändiger und schwieriger und mit mehr Widerständen verbunden sind, wo man aber richtigerweise anzusetzen hat, weil somit auch ein Beitrag von jenen verlangt wird, die es sich leisten können beziehungsweise jedenfalls besser leisten können als eine Familie an der unteren Einkommensgrenze, die beim Einkaufen im Supermarkt von jedem Prozentpunkt einer Erhöhung der Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln, die jeder zum Leben braucht, getroffen werden würde, weil das bei kleineren Einkommen einen viel höheren Prozentsatz ausmacht.
Das ist keine Selbstverständlichkeit! Ich durfte im Nationalrat vorlesen, dass die Mehrwertsteuererhöhungen von Finnland, Irland, Griechenland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Tschechien, Slowenien und Ungarn bis zu 27 Prozent ausgemacht haben. Das ist also nicht eine Maßnahme, im Hinblick auf welche jemand sagen würde: Wie kommst du denn auf die Mehrwertsteuer? Wer will denn so etwas? – Gerade anhand der soeben genannten Liste konnte ich zeigen, dass es da nicht nur um Südeuropa geht.
Es gibt viele in der Politik, die, wenn es gilt, eine diesbezügliche Entscheidung zu treffen, sagen: Bevor wir mit Managerbezügen, Gruppenbesteuerung und Gewinnfreibetrag und der Einschränkung und Anpassung von einzelnen Steuern und Steuerlücken anfangen, also ein breites, differenziertes Feld aufmachen, erhöhen wir doch einfach bei der Supermarktkasse! – Wir sind diesen einfachen, aber falschen Weg nicht gegangen, und ich bin überzeugt davon, dass das richtig ist! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Bundesräten der ÖVP.) – Danke.
Es wurden Offensivmaßnahmen etwa durch den Ausbau von Hochwasserschutz, den Ausbau der schulischen Tagesbetreuung, den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und den Ausbau ganztägiger Schulformen gesetzt. Dabei gab es entsprechende Projekte, weil wir den Eltern in der Praxis erst richtig zeigen müssen, wie dieses Modell funktioniert. Es gibt jetzt schon Eltern, die davon überzeugt sind, dass das Angebot bei ganztägigen Schulen ein sinnvolles Angebot ist, damit man sich den Nachhilfelehrer ersparen, die Förderung des Kindes verbessern und die Chancen des Kindes erhöhen kann. Viele denken auch so im Hinblick auf den verschränkten Unterricht.
Aber es gibt auch viele, die nicht davon überzeugt sind. Und die Umsetzung soll ja – darüber haben wir uns alle geeinigt – nur freiwillig erfolgen. Daher ist es aus meiner Sicht der richtige Weg, wenn Eltern am Beispiel von anderen im Sinne der Vorbildwirkung sehen, dass ganztägige Schulen auch Vorteile bringen. Daher haben wir festgelegt, dass wir in den Regionen oft entsprechende Einzelklassen anbieten werden, denn dieses Modell soll niemandem verordnet werden, sondern es soll die Überzeugung wachsen, dass das ein besonderes, herausragendes und gutes Modell ist, und zwar aus Gründen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und aus vielen anderen Gründen, in erster Linie aber auch aufgrund der Chancen und der Förderung für das Kind. –
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