wird, weil er länger studieren muss und dann einen Master hat, denn keiner konnte uns wirklich sagen, was er in der Mehrzeit wirklich auch an Mehr lernen soll. Wir haben hervorragende Volksschullehrer, es stellt sich daher schon diese Frage. Aber okay, Sie haben eine Mehrheit, es ist Ihr gutes Recht, das zu wollen, es ist auch Ihr gutes Recht, darüber abstimmen zu lassen und dann eben zu einem Mehrheitsbeschluss zu kommen, wonach eben jetzt alles akademisiert wird. (Bundesrätin Mag. Kurz: Gott sei Dank!)
Jetzt soll der Junglehrer, der erst kurz unterrichtet, nebenbei das Master-Studium machen. Es ist für jeden „normalen“ Arbeitnehmer eine Herausforderung, wenn er neben seinem Beruf – sei es zum Beispiel im Büro – an der Fachhochschule oder an der Universität berufsbegleitend ein Studium fertig macht. Jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiß, wie herausfordernd das ist, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Freunde, für die Familie und so weiter.
Es gibt aber unterschiedliche Situationen. Der Lehrerberuf ist wesentlich herausfordernder, nämlich auch psychisch. Es ist ein Unterschied – ich möchte jetzt aber natürlich nicht die Bürojobs schlechtreden, aber es ist trotzdem ein Unterschied –, ob ich in einem Büro sitze, auch mit allen Anforderungen, oder ob ich einen ganzen Vormittag oder bis zum Nachmittag eine Klasse zu unterrichten habe. Es kommt natürlich auch darauf an, wie alt die Schülerinnen und Schüler sind. In der Volksschule geht es noch ein bisschen leichter, wenn sie in der Pubertät sind, wird es ein bisschen schwieriger, das wissen wir alle, auch wenn wir keine Lehrer sind, von den eigenen Kindern. Das ist schon wirklich eine Herausforderung, und jetzt müssen die Lehrer daneben auch noch ein Masterstudium machen – und wir erwarten, dass das alles funktioniert. Also da werden die Ersten schon aufgeben, noch bevor sie ein Studium begonnen haben.
Das gilt jetzt vor allem für die AHS-Lehrer und die BHS-Lehrer. Die Pflichtschullehrer sind von diesem Paket jetzt nicht so direkt betroffen, denn die haben ja schon dieses Jahresarbeitszeitmodell. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Das war damals mit den Lehrern abgesprochen, und das war eine gute Maßnahme, es mit den Lehrern zu diskutieren und dann abstimmen zu lassen, aber selbstverständlich hat es natürlich auch damals Kritik gegeben. Auch damals war nicht alles Happy Pepi, nicht alle Lehrer haben gesagt: Wunderbar!, sondern es gab auch Kritik, das werde nicht funktionieren, das sei viel zu viel, wie sollten sie das machen. – Heute sagen die Pflichtschullehrer, sie seien durchaus zufrieden mit diesem A-, B- und C-Topf, er spiegle das in etwa wider, was sie tatsächlich leisten.
In den Medien ist das so kolportiert worden – und das finde ich wirklich perfide –, dass eigentlich alle Lehrer faul sind, eigentlich alle nur aus einem einzigen Grund Lehrer geworden sind, und der heißt Juli und August. Sie arbeiten ohnehin nur 17 Stunden oder vielleicht auch 20 – also wieso regen sie sich denn jetzt auf, wenn sie vier Stunden mehr arbeiten müssen?
Da muss man jetzt genau unterscheiden. „Unterrichten“ und „an der Schule sein“, das sind zwei unterschiedliche Dinge. Wenn jetzt vier Stunden mehr unterrichtet werden müssen – und darum ist es auch ein Sparpaket –, dann sind mehr Klassen zu unterrichten. Der Lehrer hat somit mehr Schüler, aber weniger Zeit für den einzelnen Schüler auf der einen Seite, auf der anderen Seite reduziert sich natürlich mit der Stundenerhöhung auch das Gehalt, und das wird nicht ausgeglichen. Man kann nicht sagen, weil es am Anfang höher ist, flacht es dann ab – was ja grundsätzlich vernünftig ist –, und es bleibt trotzdem unterm Strich gleich viel. Das ist einfach unwahr! Viele Lehrer haben uns gesagt, es sei überhaupt nicht ihr Problem, länger an der Schule zu sein. Darum geht es nicht, vier Stunden länger an der Schule seien nicht das Problem, das Problem sei dieses Mehr an Unterricht, das letzten Endes weniger Zeit für den Schüler bringt. (Beifall bei der FPÖ.)
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