BundesratStenographisches Protokoll827. Sitzung / Seite 38

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Bis zum Vollausbau soll ein Kooperationsmodell mit der Universität Graz durchgeführt werden.

Die auf den Bund entfallenden Kosten für den Aufbau der Medizinischen Fakultät an der Universität Linz werden aus Mitteln des Finanzministeriums gedeckt. Ab 2018 wird das Wissenschaftsbudget jedenfalls um die dem jeweiligen Umsetzungsstand der Medizinischen Fakultät Linz entsprechenden notwendigen Finanzmittel aufgestockt.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Die grundsätzliche Entscheidung, eine medi­zinische Fakultät in Linz zu errichten, ergab sich hauptsächlich aus den Befürchtungen vieler am Gesundheitssystem Beteiligten, die ausgezeichnete Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den verschiedenen Regionen nicht mehr aufrechterhalten zu kön­nen. Auch wir im Bundesrat beschäftigten uns vor nicht allzu langer Zeit in einer Enquete mit der Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum, und ich durfte bei verschiedenen Veranstaltungen dabei sein. Auch im Landeskrankenhaus Rohrbach in meinem Heimatbezirk ist zum Beispiel die Zahl der Turnusärzte drastisch vermindert worden, und es ist die einhellige Meinung aller, dass sich dies unter anderem durch die Errichtung einer Ausbildungsstätte in der Nähe verbessern könnte.

Auch der Österreichische Wissenschaftsrat beschäftigte sich mit dem Konzept der Medizinischen Fakultät Linz und sah alle Voraussetzungen zur Errichtung erfüllt: Es gibt ein Interesse der Uni, des AKH Linz und der Landespolitik; es gibt den Bedarf an Studienplätzen; es besteht eine Realisierbarkeit, und es gibt ein großes Entwicklungs­potenzial.

Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich darf nun einige Argumente für den Standort der Medizinischen Fakultät Linz anführen, die nahezu von allen, insbesondere von ober­österreichischen Politikerinnen und Politikern und anderen Entscheidungsträgern mitgetragen und auch von der Spitze der Bundesregierung, unter anderem von Ge­sundheitsminister Stöger, unterstützt wurden: Eine neue Schwerpunktsetzung in der Ärzteausbildung in der Allgemeinmedizin, Altersvorsorgeforschung und Publik Health kann erreicht werden. Eine Bedarfsstudie der Ärztekammer und des Wissenschafts­ministeriums zeigt zwar jetzt noch keinen Ärztemangel, aber durch Pensionierungen in den nächsten Jahren wird ab dem Jahr 2020 Bedarf gegeben sein. Außerdem gibt es ein differenziertes Bild im ländlichen Raum, und auch Frauen sollen bessere Möglich­keiten zur Niederlassung geboten werden, unter anderem durch gemeinsame Kassen­praxen.

In Oberösterreich ist auch eine signifikante Abwärtsentwicklung der Zahl der Medizin­studentinnen und -studenten erkennbar. Nicht nur die StudentInnenzahlen im Allge­meinen haben sich halbiert, auch die Zahl der erstzugelassenen Studierenden ist auf die Hälfte zurückgegangen.

Was das Mehr an Ausbildungsplätzen in der Humanmedizin, die bei den Studentinnen und Studenten sehr gefragt ist, betrifft – sie ist stärker gefragt, als wir überhaupt Plätze anbieten können, insbesondere seit es die Zugangsbeschränkungen in diesem Studium gibt und seit seinerzeit gleichzeitig mit der Einführung der Zugangsbe­schränkungen auch die Zahl der Studienplätze drastisch reduziert wurde –, ist es zu begrüßen, dass in diesem stark nachgefragten Studium zusätzliche Studienplätze in Österreich, in diesem Fall eben in Linz, worauf wir ganz besonders stolz sind, ge­schaffen werden. 300 neue Plätze im Endausbau sind, so glauben wir, ein sehr gutes Angebot für alle interessierten Studentinnen und Studenten der Humanmedizin.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, zum Abschluss möchte ich noch feststellen, dass auch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen auf den Standort Oberösterreich sehr positiv gesehen werden, dass die Möglichkeit einer Kooperation zwischen der JKU und der Fachhochschule Hagenberg neue Chancen in der Forschung bietet und auch mit


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite